Heiner Brand (VfL Gummersbach)

Sein Schnauzbart ist längst zur Ikone des Handballs geworden. Seine Brummbass-Stimme war lange Jahre der Sound der Sportart: Heiner Brand ist Handball. Der Gummersbacher war Weltmeister als Spieler, und er war Weltmeister als Trainer – dies gelang nur ihm. Der Mann, der bereits mit sieben Jahren zu seinem Heimatverein VfL Gummersbach ging, sammelte zudem weitere internationale und nationale Titel, die ihn zu einem der erfolgreichsten Handballer weltweit machten. In der Hochzeit der Gummersbacher reihte er Erfolg an Erfolg. Mit seinem VfL wurde er sechsmal Deutscher Meister (1973, 1974, 1975, 1976, 1982 und 1983) und holte viermal den DHB-Pokal (1977, 1978, 1982 und 1983). Ebenso war der VfL Gummersbach mit ihm auf internationaler Ebene erfolgreich: Europapokalsieger der Pokalsieger 1978 und 1979, Europapokalsieger der Landesmeister 1974 und 1983, Supercupgewinner 1979 und 1983 sowie IHF-Pokalsieger 1982.

Er führte als Coach die Oberbergischen zu zwei Deutschen Meisterschaften (1988, 1991). Seine persönlichen Ehrungen sind im Laufe der Zeit unübersehbar geworden. Er war siebenmal Trainer des Jahres, erhielt 2007 das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Silberne Lorbeerblatt und ist seit 2007 auch in der Hall of Fame des deutschen Sports vertreten. Seit 2013 trägt auch der Vorplatz der Schwalbe Arena in seiner Heimatstadt Gummersbach seinen Namen. Mehr geht nicht.

Tobias Karlsson (THW Kiel, HSG Nordhorn, SG Flensburg-Handewitt)

Hart aber fair – so lässt sich die Abwehrarbeit von Tobias Karlsson wohl am besten beschreiben. Der Schwede zählt seit Jahren zu den besten Abwehrspielern der Welt. Andy Schmid - selbst viermaliger MVP der DKB Handball-Bundesliga – verfiel einmal nach einem Spiel gegen die SG Flensburg-Handewitt in wahre Lobeshymnen: „Was Tobias Karlsson da hinten im Zentrum für Lücken stopft ist ja einfach Wahnsinn, der wird ja meistens ganz vergessen, wenn man über die Flensburger Mannschaft redet.“ Seine Gegenspieler werden Karlsson wohl kaum vergessen, zu omnipräsent zeigt sich „Tobbe“ im Abwehrzentrum seiner Mannschaft als unüberwindbarer Fels. Über ein kurzes Gastspiel beim THW Kiel im Jahr 2006 fand Karlsson zwei Jahre später den Weg in die Handball-Bundesliga und lief eine Saison für die HSG Nordhorn auf.

Seit 2008 spielt der sympathische Schwede für die SG Flensburg-Handewitt, mit der er unter anderem 2014 die Champions League gewann. Dass der schwedische Nationalspieler nicht nur austeilen sondern mindestens genauso gut einstecken kann, zeigte er in der Saison 14/15, als er auf eigenen Wunsch hin wochenlang trotz gebrochenem Kiefer spielte, um seiner sowieso schon von Verletzungen gebeutelten SG helfen zu können.

Peter Krebs (GWD Minden, TUSEM Essen)

Als Fels in der Brandung im Abwehrzentrum prägte Krebs gemeinsam mit Spielern wie Alfred Gislason und Jochen Fraatz die goldene Ära von TUSEM Essen, während der die Westdeutschen fünf Titel in nur vier Spielzeiten feiern durften. Die sportlich gesehen erfolgreichste Woche feierte der diplomierte Journalist als er mit Essen 1989 binnen weniger Tage Deutscher Meister sowie Europapokalsieger wurde. Mannschaftsführer Krebs hatte sich da längst auch international den Ruf als durch und durch kompromissloser Abwehrspieler erarbeitet. Im Jahr 1990 beendete Krebs seine Karriere. 300 Bundesliga-Spiele, mehrfacher Deutscher Meister und Pokalsieger sowie der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger - eine Karriere, die sich wahrlich sehen lassen kann.

 

Klaus-Dieter Petersen (GWD Minden, VfL Gummersbach, THW Kiel, Wilhelmshavener HV)

Dass der Mann feiern kann, hat er bei vielen Gelegenheiten unter Beweis gestellt. Insofern ist es folgerichtig, dass Klaus-Dieter Petersen mit insgesamt neun Deutschen Meisterschaften alleiniger Rekordhalter in dieser Disziplin ist. Der Kreisläufer, dessen Kerngebiet schwere Abwehrarbeit war, gehörte zu jenem Kieler Kader, der mit der Meisterschaft 1994 eine neue Ära begründete. Seinen ersten Titel aber fuhr der gebürtige Hannoveraner schon zu Gummersbacher Zeiten ein. Das war 1991, und „Pitti“ – so sein Spitzname – erlebte Historisches, als er unter Trainer Heiner Brand die erste gesamtdeutsche Meisterschaft nach der Wende feiern durfte. Drei DHB-Pokalsiege, drei EHF-Cup-Erfolge und vor allem der Gewinn des Europameistertitels 2004 und Olympia-Silber in Athen boten weitere hervorragende Gelegenheiten, das Feierbiest nach außen zu kehren.

Damit war natürlich Schluss, nachdem Petersen auf die Trainerbank gewechselt war. Schon seit 2005 arbeitet Klaus-Dieter Petersen als Jugendtrainer beim Deutschen Handballbund, von 2010 bis 2012 war er zudem Landestrainer beim Handballverband Niedersachsen. Zudem kümmert er sich in Kiel als Nachwuchskoordinator um die Jugendspieler.

Steffen Stiebler (SC Magdeburg)

Steffen Stiebler ist wohl das Magdeburger Urgestein schlecht hin. Der heute 46-Jährige trug im Jahr 1989 das erste Mal das Trikot des SCM – genau 20 Jahre später streifte er es sich zum letzten Mal über. Stiebler war bekannt für seine äußerst harte aber durchaus intelligente Abwehr. So entwickelte er sich immer mehr zum echten Abwehrstrategen, der die gegnerischen Mittelmänner regelmäßig vor Probleme stellte. Wo der 1,97 Meter große Hüne stand, tat es weh – das war jedem bewusst. Noch heute reibt sich Stiebler für seinen SC Magdeburg auf – seit 2014 ist er Sportlicher Leiter beim SCM. Fast hinfällig zu erwähnen, dass er am 29. Dezember 2010 in die Hall of Fame des SC Magdeburg aufgenommen wurde.

Fotos: Klahn, Bergmann, Worm

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