Jan Filip (HSG Nordhorn, Rhein-Neckar Löwen)

Pfeilschnell im Gegenstoß, eiskalt im Abschluss – Jan Filip vereint die klassischen Merkmale eines starken Außenspielers auf einem kaum zu erreichenden Niveau. Der EM-Torschützenkönig von 1998 war quasi nicht aufzuhalten, wenn er erst einmal in Fahrt war. So erzielte der Tscheche in acht Spielzeiten in der Handball-Bundesliga 1792 Tore bei 296 Spieleinsätzen – das ergibt einen Schnitt von überragenden 6,05 Toren pro Spiel. Sechs Jahre lang lief Filip für die HSG Nordhorn auf, mit der er im Jahr 2008 den EHF-Pokal gewann. Aufgrund der Insolvenz Nordhorns wechselte er zur darauffolgenden Saison zu den Rhein-Neckar Löwen. Mit mehr als 200 Einsätzen  und zahlreichen Toren sorgte er auch mit der tschechischen Handball-Nationalmannschaft für Furore und stellte auch hier seine Extraklasse unter Beweis!

Florian Kehrmann (TBV Lemgo)

Das nennt man Vereinstreue: Florian Kehrmann, den alle immer nur „Flo“ nannten, kam 1999 als 22-jähriger Rechtsaußen zum TBV Lemgo – und blieb dort Spieler bis 2014. 15 Jahre lang hielt er seinem Verein die Treue als Spieler, seit knapp zwei Jahren trainiert er nun das Bundesligateam der Ostwestfalen. Als Deutscher Meister, Pokalsieger, Europacupgewinner, Welt- und Europameister wurde ihm der Trainerjob angetragen, als der einst so überaus erfolgreiche TBV mitten im Abstiegskampf steckte. Am 12. Dezember 2014 wurde er als Nachfolger des freigestellten Niels Pfannenschmidt Chefcoach. Die Mannschaft war zu dem Zeitpunkt Vorletzter mit sieben Punkten Abstand auf den rettenden 15. Platz, erreichte mit einer starken Rückrunde und 21 Punkten einen Nichtabstiegsplatz. In den Jahren 2003, 2005 und 2006 wurde der gelernte Bankkaufmann zum Handballer des Jahres gewählt. Am 25. Mai 2014 beendete Kehrmann mit einem Abschiedsspiel seine Spielerkarriere nach 460 Bundesligaspielen und 1.846 Toren.

Hans Lindberg (HSV Hamburg, Füchse Berlin)

Hans Lindberg ist eine echte Tormaschine und einer der besten Rechtsaußen der Welt. 2007 zum HSV Hamburg gewechselt, trieb der Däne die Torhüter der Handball-Bundesliga ein ums andere Mal zur Verzweiflung. So zählte der Linkshänder regelmäßig zu den besten Torschützen der „stärksten Liga der Welt“ und setzte sich gleich zweimal die Torjägerkrone auf. Die Saison seines Lebens spielte Lindberg im Jahr 2013 mit dem HSV Hamburg. Im Finale der Champions League verwandelte Lindberg den entscheidenden 7-Meter eiskalt, welcher letztlich zum 30:29 Sieg gegen den FC Barcelona und zum Titel führte. Lindberg sicherte sich in dieser Spielzeit zudem ein Triple der ganz besonderen Art: Er schaffte es sowohl in der Champions League wie auch in der Handball-Bundesliga und dem DHB-Pokal Torschützenkönig zu werden.

Auch dank Lindbergs unglaublicher Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor erlebte der HSV Hamburg seine erfolgreichste Zeit und holte neben dem Champions League-Erfolg die Deutsche Meisterschaft sowie den DHB-Pokal. Übrigens: Dass der mehrfache Allstar der Handball-Bundesliga das Trikot der dänischen Nationalmannschaft trägt und in bisher 243 Spielen starke 653 Tore warf, ist letztlich nur auf ein behördliches Missgeschick zurückzuführen - Lindberg, von Amts wegen Isländer, hatte aus Versehen einen dänischen statt eines isländischen Passes ausgestellt bekommen. Er durfte schließlich mit 18 Jahren über seine Staatsbürgerschaft entscheiden - und wählte das Land in dem er aufgewachsen war.

Lasse Svan (SG Flensburg-Handewitt)

An ihm führt auf der Position der besten Rechtsaußen der Geschichte der Handball-Bundesliga kein Weg vorbei. Lasse Svan steht nicht unbedingt für spektakuläre Treffer – er begeistert viel mehr durch phänomenale Wurfquoten und Tore am Fließband. Bei der SG Flensburg-Handewitt bildet der 1,85m große Däne gemeinsam mit seinem Freund Anders Eggert seit Jahren eine der gefürchtetsten Flügelzangen der Welt. Einen entscheidenden Wandel in seinem Leben ermöglichte die Zusammenarbeit mit einem Mental-Coach, die dazu beitrug, dass der Däne heute von der Außenposition so zuverlässig ist. Ob im Kontergegenstoß, von der Außenposition oder vom 7-Meter-Strich - auf Lasse Svan ist Verlass.

Seine größten Erfolge feierte der bodenständige Familienmensch mit dem Gewinn der Champions League 2014 und dem Triumph beim DHB-Pokal Final Four 2015, als die SG Flensburg-Handewitt im Siebenmeter-Werfen gegen den SC Magdeburg gewann. Svan selbst verwandelte gewohnt sicher. Für die dänische Auswahl traf er in 179 Spielen 415 Mal, feierte zwei Mal die Europameisterschaft und verwirklichte sich bei den Olympischen Spielen in Brasilien einen Kindheitstraum, als er die Goldmedaille gewann.

Robert Weber (HBW Balingen-Weilstetten, SC Magdeburg)

Robert Weber zählt mit seinen 1,78 m zu den Kleinsten der Handball-Bundesliga - auf seiner Rechtsaußen-Position ist er aber unbestritten einer der ganz Großen. 1985 im österreichischen Bregenz geboren, besuchte Weber mit sieben Jahren das erste Mal ein Handball-Training. Heute spielt Weber in der „stärksten Liga der Welt“ und ist dank seiner spektakulären und vor allem zahlreichen Treffern Publikumsliebling beim SC Magdeburg. Seit Jahren kämpft der Österreicher Spielzeit für Spielzeit um die Torjägerkrone der Handball-Bundesliga, die er 2015 das erste Mal gewann.

Der trickreiche Rechtsaußen geht voran und übernimmt in den entscheidenden Phasen einer Partie die Verantwortung. So auch im DHB-Pokalfinale 2016, als er mit zehn Toren einmal mehr bester Werfer der Partie war und seinen SC Magdeburg zum zweiten Pokalgewinn der Vereinsgeschichte führte. Mittlerweile 31 Jahre alt, will Weber auf jeden Fall noch einmal einen Titel mit seinem SC Magdeburg gewinnen - denn auch wenn er selbst „einfach nur sehr gerne Tore“ wirft, letztlich steht der Erfolg der Mannschaft auch bei ihm über allem.

Fotos: Klahn, Popova, Lächler, TBV Lemgo, HSG Nordhorn-Lingen

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