Jerzy Klempel (FRISCH AUF! Göppingen)

Er war so etwas wie die personifizierte Wurfmaschine. Als Shooter im rechten Rückraum führte Jerzy Klempel in drei aufeinanderfolgenden Jahren die Torschützenliste an. Der gebürtige Pole spielte für FRISCH AUF! Göppingen und gilt noch immer als einer der besten Handballer seines Landes im vergangenen Jahrhundert. Klempel stellte am 4. Juni 1983 beim 27:28 mit FRISCH AUF! Göppingen gegen TuS Hofweier mit 19 Toren in einem Spiel einen Rekord für die eingleisige 1. Liga auf. Zudem gelang ihm mit 16 Treffern auch der Rekord für die meisten Feldtore in einem Spiel. Der deutsche Handballspieler Stefan Schröder konnte erst 26 Jahre später, am 6. Juni 2009, mit 21 Toren, davon 18 Feldtore, diese Bestmarke toppen. Mit der polnischen Nationalmannschaft gewann er 1976 die olympische Bronzemedaille. 1978 bei der WM in Dänemark war er gemeinsam mit Peter Kovacs Torschützenkönig.

Kurt Klühspies (TV Großwallstadt)

Er ist so etwas wie die Nemesis Heiner Brands. Kurt Klühspies steht wie kein Zweiter für die große erfolgreiche Zeit des TV Großwallstadt, in den 1970er und 1980er Jahren der große Konkurrent des VfL Gummersbach. Gemeinsam wurden sie 1978 Weltmeister und bestritten zahlreiche Länderspiele, auf Vereinsebene waren sie Zeit ihrer Karriere Konkurrenten.

Gleich zu Beginn der eingleisigen Bundesliga dominierte der TVG die Liga und gewann vier von insgesamt fünf Meistertiteln in Folge (1978 bis 1981). In diese Zeit fallen auch die beiden Triumphe im Europacup der Landesmeister (1979 und 1980). Auch auf die Meisterschaft im Feldhandball (1973) ist der Industriemeister stolz. Seine Länderspielkarriere beendete der gebürtige Würzburger 1980 aus Enttäuschung über den Olympia-Boykott. Seinen offiziellen Rücktritt vom aktiven Sport hatte Kurt Klühspies 1984 erklärt, wurde aber noch mehrfach rückfällig. 1986 und 1988 sprang er im Europa Cup noch einmal ein. Als „Retter“ hatte er dem TV Großwallstadt 1991 und 1993 im Abstiegskampf noch einmal ausgeholfen.

Olafur Stefansson (LTV Wuppertal, SC Magdeburg, Rhein-Neckar Löwen)

Insgesamt spielte Olafur Stefansson lediglich acht Spielzeiten in der stärksten Liga der Welt, hinterließ dabei aber weit mehr als einen bleibenden Eindruck. Vor allem beim SC Magdeburg liegt man dem Isländer, der über den Umweg Wuppertal in die Börde kam, zu Füßen. Der Linkshänder, der zumeist im rechten Rückraum, aber auch auf der Spielmacherposition zum Einsatz kam, war der Kopf jener SCM-Mannschaft, die 2001 zunächst die Meisterschaft, ein Jahr später sogar die Champions League gewann – als erste deutsche Mannschaft überhaupt und 19 Jahre nach dem Triumph des VfL Gummersbach im Europacup der Landesmeister. Zudem gewann er mit dem SCM zweimal den EHF-Cup und zweimal die Vereins-Europameisterschaft.

Nach seinem Wechsel zum spanischen Erstligisten Ciudad Real folgten noch zahlreiche weitere Titel, darunter vier Meisterschaften und zwei weitere Erfolge in der Champions League. Zum isländischen Volkshelden aber machte ihn erst die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Peking. Stefansson ist heute die Lichtgestalt des isländischen Handballs. Er gilt in seiner Heimat als „lebende Legende“ und ist Träger des isländischen Großritterkreuzes.

Kyung-Shin Yoon (VfL Gummersbach, HSV Hamburg)

Eigentlich merkwürdig, dass ausgerechnet der Koreaner keinen nationalen Titel in seiner Zeit in Deutschland gewinnen konnte. Einmal, das war 2006, gewann er den Super Cup mit dem HSV Hamburg. Aber für jemanden, der zwölf Jahre in der Bundesliga spielte, siebenmal Torschützenkönig wurde, in der Saison 2000/01 mit 324 Toren einen Rekord aufstellte und mit insgesamt 2.905 Treffern in der sogenannten Ewigen Torschützenliste der Bundesliga möglicherweise eine ewige Bestmarke gesetzt haben könnte, ist die Ausbeute an Titeln eher mager. Das liegt daran, dass er zehn Jahre für den VfL Gummersbach spielte, als dieser seine erfolgreichste Zeit schon lange hinter sich hatte. Sein Wechsel an die Elbe wurde ihm 2007 mit dem Europacupgewinn im Wettbewerb der Pokalsieger veredelt. Seine Erfolge feierte er dafür mit der Nationalmannschaft. Er war mehrfach Asienmeister, gewann fünfmal Gold bei den Asienspielen, war Welthandballer des Jahres 2001. Und er ist mit 2,04 Meter der elftgrößte Bürger seines Landes.

Volker Zerbe (TBV Lemgo)

War er der größte Spieler in 50 Jahren Bundesliga? Nein, war er nicht. Es gab mal einen Valeri Savko, der bei TUSEM Essen spielte. Der war über 2,20 Meter groß. Dennoch gehört Zebu, nicht nur wegen seiner Länge zu den Stars der Liga. Der Linkshänder brachte es in seiner Karriere auf 586 Bundesligaeinsätze und 1.977 Tore, lediglich drei davon per Siebenmeter. Damit ist er drittbester Feldtorschütze in der Liga-Geschichte. Er spielte ausschließlich für den TBV Lemgo und verhalf seinem Klub zu diversen Titeln. Gleich zweimal wurde Zerbe Deutscher Meister, dreimal sogar Pokalsieger. Und 1996 und 2006 gewannen die Ostwestfalen mit ihm als Kapitän sogar den Europacup. Auch seine Nationalmannschaftskarriere ist glanzvoll. 2004 wurde er Europameister und gewann bei den Olympischen Spielen in Athen die Silbermedaille. Zudem war er Vize-Europameister (2002) und Vize-Weltmeister (2003). Am 4. Juni 2006 beendete er mit einem Abschiedsspiel seine Karriere als aktiver Handballspieler. Zudem wurde die Heldmanskamphalle in Lemgo in „Volker-Zerbe-Halle“ umbenannt.

 

Fotos: Bergmann, Horstmüller, TBV Lemgo

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