Mattias Andersson (THW Kiel, TV Großwallstadt, SG Flensburg-Handewitt)

Seit mittlerweile sechzehn Jahren wirft sich Mattias Andersson in der Handball-Bundesliga in jeden Ball, der auf sein Tor fliegt, 2018 wird er seine erfolgreiche Karriere beenden. Kaum ein anderer Spieler kann eine solche Anzahl an Titeln aufweisen wie der 39-jährige Schwede. Mit fünf Deutschen Meisterschaften, drei DHB-Pokalsiegen und unter anderem zwei Champions League-Titeln hat der sympathische Torhüter fast alle Titel gewonnen, die es zu gewinnen gibt. In allen drei HBL-Sationen war und ist er absoluter Publikumsliebling. Nach sieben Jahren beim Rekordmeister aus Kiel, zog es ihn für drei Jahre zum TV Großwallstadt. Seit mittlerweile sechs Jahre steht er für die SG Flensburg-Handewitt zwischen den Pfosten.

Henning Fritz (SC Magdeburg, THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen)

In der Galerie herausragender deutscher Torhüter nimmt Henning Fritz eine Sonderstellung ein. 20 Jahre stand der gebürtige Magdeburger in der ersten Liga zwischen den Pfosten, zunächst für seinen Heimatklub SC Magdeburg, später für den THW Kiel und in den letzten fünf Jahren seiner aktiven Zeit für die Rhein-Neckar Löwen. Titel hat er dabei zahlreiche eingesammelt. Schon mit dem SCM wurde er 2001 zunächst Deutscher Meister, ein Jahr später gewann er die Champions League. Beim THW kamen vier weitere Deutsche Meisterschaften dazu, ein Pokalsieg und – neben anderen Europacup-Erfolgen – als Sahnehäubchen der Triumph in der Champions League 2007. Wenige Monate zuvor hatte der Keeper maßgeblichen Anteil am Wintermärchen, als er mit zum Teil sagenhaften Leistungen dafür sorgte, dass Handball-Deutschland sich über den WM-Titel freuen durfte.

Schon 2004 war Fritz Europameister geworden und hatte beim Olympiaturnier in Athen Silber gewonnen. Unvergessen sein Auftritt im Viertelfinale gegen Spanien, als Fritz im Siebenmeterwerfen die gegnerischen Schützen reihenweise zur Verzweiflung brachte – dafür wurde er als erster Torwart als „Welthandballer“ ausgezeichnet. 2012 beendete er seine großartige Karriere.

Jan Holpert (TSV Milbertshofen, SG Flensburg-Handewitt)

Nach 50 Bundesligajahren ist er der Spieler mit den meisten Einsätzen. Niemand hat mehr Spiele auf dem Buckel als Jan Holpert. Der Keeper, der zudem mit 476 gehaltenen Siebenmetern eine weitere Rekordmarke hält, trägt demnach nicht zu Unrecht den Beinamen „Rekordmann“. In Flensburg geboren, begann Holpert 1986 als 18-Jähriger beim TSV Milbertshofen, ehe er nach seiner Rückkehr in seine Geburtsstadt noch 14 Spielzeiten für die SG Flensburg-Handewitt im Tor stand. Eine beeindruckende Karriere, die zudem mit zahlreichen Titeln gewürzt ist. Holpert, dessen Bruder Fynn langjähriger Keeper und später Manager beim TBV Lemgo war, gewann die Deutsche Meisterschaft 2004, viermal den DHB-Pokal, davon einmal mit den Münchnern (1990), insgesamt vier Europapokale – nur die Champions League nicht, obwohl er mit den Flensburgern gleich zweimal im Finale des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs stand. In der Nationalmannschaft langte es bei 245 Einsätzen immerhin zur EM-Medaille in Bronze 1998 in Südtirol. Am 5. Juni 2007, dem Tag seines Abschieds, hütete er noch einmal das Tor des All Star-Team der Saison 2006/07. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde er gemeinsam mit Stefan Kretzschmar für sein „Lebenswerk“ geehrt.

Thierry Omeyer (THW Kiel)

Er spielt und spielt und spielt. Thierry Omeyer, im November 2016 40 Jahre alt, steht im Tor des internationalen Spitzenklubs Paris Saint-Germain und stellt dort Spieltag für Spieltag seine außergewöhnliche Klasse unter Beweis. Dabei könnte er sich längst zur Ruhe setzen. Seine Erfolgsliste ist schon jetzt unübersehbar lang. Seit 2001 verging nicht ein Jahr ohne Titelgewinn. Allein in seinen sieben Jahren beim THW Kiel räumte er richtig ab. Sechsmal war er Meister, sechsmal gewann er den Pokal, gleich dreimal eroberte er Europas Thron und gewann die Champions League. Ebenfalls sechsmal gewann er den französischen Meistertitel in seinen jungen Jahren mit seinem Klub Montpellier HB, mit dem er 2003 auch die Champions League gewann, zuletzt mit PSG. Noch beeindruckender ist seine Liste internationaler Erfolge mit der Nationalmannschaft. 2008 und 2012 gewann er olympisches Gold, 2001, 2009, 2011 und 2015 wurde er Weltmeister, 2006, 2010 und 2014 wurde er Europameister. Er war Welthandballer des Jahres 2008, er ist Ritter der Ehrenlegion und Offizier des französischen Nationalverdienstordens und er wurde bei der WM in Katar zum wertvollsten Spieler gewählt. Da war er bereits 38 Jahre alt.

Andreas Thiel (VfL Gummersbach, TSV Bayer Dormagen, SG Flensburg-Handewitt)

Sie nannten ihn Hexer. Weil er ein Keeper mit außergewöhnlichen Reflexen war und die Angreifer in schöner Regelmäßigkeit zur Verzweiflung trieb. In der langen Reihe wunderbarer und großartiger deutscher Torhüter war er einer der besten. In seiner langen Bundesligakarriere von 1979 bis 2001 hielt er nicht weniger als 430 Siebenmeter. Aber das ist für Andreas Thiel lediglich eine Randnotiz. Wichtig sind ihm die Erfolge. Und davon gab es einige. Mit dem VfL Gummersbach wurde Thiel fünfmal Meister, dreimal Pokalsieger und gewann zweimal den Europapokal der Landesmeister. Siebenmal – und damit am häufigsten – wurde er zum Handballer des Jahres gewählt. Seine Nationalmannschaftskarriere war lang, aber weniger erfolgreich. Er absolvierte 257 Länderspiele, mehr als jeder andere deutsche Keeper. 1984 gab es olympisches Silber in Los Angeles. Heute ist Andreas Thiel niedergelassener Rechtsanwalt in Köln und Justiziar der Handball-Bundesliga. Mit Schauspieler Peter Lohmeyer nahm Thiel anlässlich der 50. Saison das Hörbuch „Altes vom Hexxer – Geschichten aus 50 Jahren Handball-Bundesliga“ auf.


Fotos: Klahn, Bergmann

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