16.10.2017  2. Handball-Bundesliga

Weiterhin ungeschlagen - BHC schlägt auch Aue

Der Bergische HC ist die Mannschaft der Stunde in der 2. Handball-Bundesliga. Die ambitionierten Mannen aus Nordrhein-Westfalen konnten auch nicht durch den EHV Aue gestoppt werden. Derzeit stehen sie als alleiniger Spitzenreiter mit keinem einzigen Minuspunkt in der Tabelle fest. Die Gäste des vergangenen Sonntags hingegen stehen kurz vor einem Abstiegsplatz.

Arnor Gunnarsson - aktueller Topscorer der Bergischen Löwen - der unter der Woche mit einer Mandelentzündung das Bett hüten musste, kehrte rechtzeitig vor dem Sonntag wieder in das Löwenrudel zurück, sodass BHC-Cheftrainer Sebastian Hinze auf seinen etatmäßigen Rechtsaußen zurückgreifen konnte. Der isländische Nationalspieler trat dann auch gleich beim 2:1 (2.) erfolgreich zum Siebenmeter an – Max Darj erhöhte vom Kreis auf 3:1 (3.). Nachdem sich die Löwen in den Anfangsminuten zunächst leichtfüßig auf bis zu drei Tore abgesetzt hatten, taten sich die Hausherren gegen die gegnerische Deckung schwer, sodass die Gäste in der Folge durch Pechstein per Strafwurf zum 7:7-Ausgleich (12.) kamen. Zu oft – auch während einer Strafzeit – kamen die Sachsen über die Kreismitte zum Torabschluss und blieben so mit 14:13 (22.) an den Bergischen Löwen dran. Mit einer Auszeit justierte Sebastian Hinze bei seiner Mannschaft in der Hoffnung nach, bis zur Pause wieder einen größeren Abstand auf die Spielanzeige der Wuppertaler Unihalle zu bringen. Doch Aue kam nicht nur zum Ausgleich, Bengt Bornhorn legte mit 14:15 (23.) erstmals im Spiel für die Gäste vor – Unentschieden 16:16 ging es mit einer deutlich ausbaufähigen Leistung in die Kabinen.

 

Ausgeglichen verlief auch der Beginn von Durchgang Zwei, in dem der BHC weiter gegen seine durchwachsene Leistung kämpfte. Aue legte beim 19:20 (36.) wieder vor und hatte nach missglücktem Torabschluss der Löwen gar die Chance zu erhöhen. Rudeck parierte jedoch zweimal erfolgreich gegen Aue, Babak markierte den BHC-Ausgleich. Mit dem Anbruch der Schlussviertelstunde wiederholte sich jedoch die Szenerie – doch auch diesmal konnten die Löwen glücklicherweise einen Zwei-Tore-Rückstand verhindern und Mannschaftskapitän Kristian Nippes besorgte den 21:21-Ausgleich. Die 1.603 Zuschauer in der Wuppertaler Unihalle bewiesen ein feines Gespür und legten noch eine Schüppe drauf, um ihrer Mannschaft dabei zu helfen, auf der Zielgeraden der Partie doch noch den neunten Sieg im neunten Spiel einzufahren. Doch als BHC-Coach Hinze bei noch knapp sieben verbleibenden Minuten seine Mannschaft zur Auszeit bat, hatte der EHV Aue gerade auf 23:25 erhöht und es galt nun erst einmal wieder zu egalisieren. Dies gelang mit einem Doppelschlag durch Fabian Gutbrod und Milan Kotrc – und in der gleichen Minute legte Arnor Gunnarsson per Tempogegenstoß gleich noch das 26:25 (54.) obendrauf. Jetzt gingen die Löwen ab wie die Feuerwehr, erzielten bis zum 28:25 (55.) gleich fünf Tore in Folge, ehe Aue wieder einnetzten konnte. Der energische Endspurt der Bergischen ließ am Ende die zähe Partie vergessen, denn der BHC grüßt mit dem 31:27 (16:16) weiter ohne Punktverlust von der Tabellenspitze der 2. Handball-Bundesliga.

 

LÖWENGEBRÜLL – DIE STIMMEN ZUM SPIEL
STEPHAN SWAT: „Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß. Wir haben für unsere Voraussetzungen einen Riesenfight abgeliefert. Wenn man in der 52. Minute mit zwei Toren führt, dann hat man vieles richtig gemacht. Die Fehler tun natürlich weh. Da sieht man dann, was den BHC in dieser Saison auszeichnet. Der Monsterpark BHC hat uns dann überrollt. Die Spieler sind seit halb fünf heute Morgen auf den Beinen.“ 

SEBASTIAN HINZE: „Wir sind gut gestartet mit sechs Angriffen und sechs Toren, dann kommt die sehr unbefriedigende Phase ohne Zugriff in der Abwehr, wo wir dann auch vorne schlechter wurden. Da waren viele Dinge, die wir viel besser lösen können. Wir haben es dann kurz mit der 5-1-Abwehr versucht, das hat auch nicht funktioniert. In der zweiten Halbzeit wurde das besser, am Ende hatten wir viele Ballgewinne damit. Aue hatte dann plötzlich doch was zu verlieren. Sie haben 53 Minuten das Tempo bestimmt und wir dann sieben Minuten. Das hat gereicht, um das Spiel zu gewinnen. Mit der ersten Halbzeit sind wir aber nicht zufrieden.“

VIKTOR SZILAGYI: „Es ist sehr wichtig, dass wir trotz allem erfolgreich waren. Der Gegner hat sehr diszipliniert gespielt und war konsequent. Nach dem Timeout mit der Abwehrumstellung kam dann alles so, wie wir uns das eigentlich von Anfang an erwartet hätten. Das gibt uns nochmal Selbstvertrauen für das Pokalspiel. Wir hoffen, dass die Klingenhalle brennen wird und sich alle genauso darauf freuen wie wir.“

BERGISCHER HC: Rudeck, Rutschmann – Kotrc (2), J.Artmann, Gutbrod (6), Bettin, Dell, Arnesson (5), Babak (2), Darj (2), Petrovsky (2), Nippes (3), Majdzinski (1), Gunnarsson (8/1), Weck. Trainer: Sebastian Hinze
EHV AUE: Wetzel, Fischer – Neuteboom, Remke (1), Pechstein (8/5), Töpfer, Schäfer (1), Roch (4), Ebert, Bornhorn (1), Dumcius, Mägi, Faith (5), Jungemann (7). Trainer: Stephan Swat
SCHIEDSRICHTER: Colin Hartmann und Stefan Schneider
SIEBENMETER: 1/1 – 4/4
ZEITSTRAFEN: 0 - 3 (0 – Dumcius, Bornhorn, Jungemann)
SPIELVERLAUF: 5:2 (5.), 7:5 (10.), 9:8 (15.), 14:12 (20.), 15:15 (25.), 16:16 (30.), 19:19 (35.), 20:21 (40.), 21:21 (45.), 23:23 (50.), 28:25 (55.), 31:27 (60.)

Foto: Eisenhuth

Quelle: Bergischer HC

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