25.09.2017  2. Handball-Bundesliga

Balingen erkämpft sich Unentschieden in Dessau

Ein kampf- und körperbetontes Spiel sahen die Zuschauer am Sonntag in Dessau. Viele Zeitstrafen und eine direkte rote Karte prägten die Partie, in der die Dessauer lange die Oberhand behielten, sich aber dann doch mit einem 28:28-Unentschieden zufrieden geben mussten. In der letzten Viertelstunde drehte der HBW nochmal auf und holte den Rückstand von vier Toren auf. Ein wichtiger Punkt für die Balinger, um den Kontakt zur Tabellenspitze nicht zu verlieren.

Die Reise in den Osten der Republik zu den „Beavers“ nach Dessau war wieder eine Fahrt ins Ungewisse. Nach der heftigen Niederlage gegen Coburg wusste niemand wo die Rúnar-Truppe bei Auswärtsspielen steht und außerdem war die Vorbereitung in der vergangenen Woche alles andere als optimal. Zeitweise haben dem HBW-Coach verletzungsbedingt bis zu acht Spieler im Training gefehlt, aber bis auf Jannik Hausmann waren in Dessau dann doch alle dabei. Die Balinger Mannschaft kam recht gut ins Spiel und konnte zunächst einmal in Führung gehen. Nach dem 3:2 durch den 13-fachen Torschützen Gregor Thomann erkämpfte sich die Balinger Abwehr den Ball und Tim Nothdurft erhöhte per Tempogegenstoß auf 4:2 aus Sicht des HBW. Nach einem weiteren Fehlwurf der Hausherren, die in der hitzigen Atmosphäre der Anhalt-Arena deutlich nervöser begannen als die Gäste aus dem Schwäbischen, hatte Jona Schoch sogar die Möglichkeit auf drei Tore zu erhöhen. Er scheiterte allerdings am Dessauer Torhüter und im Gegenzug verkürzten die Hausherren per Strafwurf auf 4:3.

Nach zehn Minuten kam Dessau besser ins Spiel und nach zwei Fehlwürfen der Balinger hatten sie das Spiel gedreht. Jetzt hatten die „Beavers“ die Halle dort, wo sie sie haben wollten. Wie groß der Druck auf die Balinger wurde, zeigte sich beim 7:6. Mit einem Mann mehr auf dem Platz patzten sie gleich zweimal in Folge und Dessau erhöhte auf 8:6. Hätte Matti Flohr nicht noch einen Wurf geblockt, wäre der Rückstand möglicherweise noch größer geworden. Das passierte wenig später dann doch. Nach einer weiteren Parade ihres Torhüters erhöhte der HV auf 9:6. Obwohl Thomann (2 Mal) und Martin Strobel nochmals auf 9:9 ausgleichen konnten, stand es zur Halbzeitpause wieder 14:11 für die Hausherren.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte fanden die Balinger nicht zu ihrem gewohnten Spiel. Immer wieder blieben sie in der rustikalen Abwehr der Hausherren hängen und was doch noch durchkam, wurde viel zu oft eine Beute des Dessauer Torhüters. Was in der Phase hinzukam, war der nicht konsequente Rückzug der Balinger. So kassierten sie viel zu viele Treffer im Tempogegenstoß bzw. aus der ersten und zweiten Welle heraus und die beiden Balinger Torhüter hatten gegen die Würfe der Hausherren nur wenig Chancen. In der 42. Spielminute soll dann Matti Flohr seinen Gegenspieler bei einem Abwehrversuch dann auch noch im Gesicht getroffen haben und wurde von den beiden Unparteiischen mit einer direkten Roten Karte vorzeitig zum Duschen geschickt.

In Überzahl erhöhte der Dessau-Roßlauer HV wieder auf 20:16 und die Balinger gerieten immer weiter auf die Verliererstraße. Das sah auch ihr Trainer so und er legte die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Die Auszeit war genau richtig. Nach dem 21:17 war es Gregor Thomann der die Schwaben wieder in Schlagdistanz und Dessauer ins Grübeln brachte. Mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von zwei Minuten verkürzte er auf 21:20 und nach einer Parade von HBW-Torhüter Marouèn Maggaiz traf Lars Friedrich zum 21:21.

In den letzten zehn Minuten stand das Spiel auf Messers Schneide. Dessau legte vor und die Gallier von der Alb glichen aus. Die Partie wurde hitziger und die Zuschauer machten immer mehr Druck. Es hielt sie kaum noch auf ihren Sitzen, vor allem als ihre Mannschaft nach einem Strafwurf in der 54. Minute wieder mit zwei Treffern führte. Es stand 26:24. Vier Minuten vor dem Schlusspfiff schickten die Unparteiischen beim Stand von 27:25 erneut einen Dessauer für zwei Minuten auf die Bank und ernteten dafür lautstarke „Schieber-Ruf“. Gregor Thomann war das egal. Er drehte mit seinem nächsten Hattrick die Partie. Neun Sekunden vor Spielende stand es 28:27 für die Gallier von der Alb. Den finalen Dessauer-Freiwurf konnte die Abwehr aber nicht blocken und Tomáš Mrkva auch nicht halten und so konnten die Hausherren doch noch den Ausgleich feiern.

Nach der Führung Sekunden vor dem Schlusspfiff waren die Balinger sichtlich enttäuscht, denn mit etwas Glück wäre der Sieg möglich gewesen, aber nimmt man den gesamten Spielverlauf ist es eher ein Punktgewinn.

Quelle: HBW Balingen-Weilstetten

Foto: Moschkon

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