18.09.2017  2. Handball-Bundesliga

Balingen rehabilitiert sich mit deutlichem Sieg

Der Schock in Balingen ist verdaut. Nach der deutlichen Niederlage vom Freitag gegen den HSC 2000 Coburg zeigte der HBW eine Reaktion und siegte in der heimischen Halle mit 27:20 gegen den HC Elbflorenz Dresden. Die Gallier bleiben damit zu Hause weiter ungeschlagen und kämpfen sich in der Tabelle auf den fünften Platz.

„Zunächst bin ich mal unheimlich froh, dass wir das Spiel gewonnen haben“, atmete HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel in der abschließenden Pressekonferenz sichtbar durch und erklärte, dass er vor dem Spiel zum ersten Mal in dieser Saison ein mulmiges Gefühl gehabt habe. Nach dem Auftritt vom Freitagabend habe niemand gewusst, wie die Mannschaft mit nur einem Tag Vorbereitung und der Niederlage in Coburg auftreten würde. Es sei kein schönes Spiel gewesen und beide Mannschaften hätten sehr viele Fehler gemacht, pflichtete er dem Dresdner Trainer Christian Pöhler bei, der meinte, es sei ein Spiel Not gegen Elend gewesen. Tatsächlich übertrafen sich vor allem in der zweiten Hälfte die beide Mannschaften im Produzieren von Fehlwürfen und Ballverlusten durch technische Fehler. Alle Verantwortlichen waren sich in der Pressekonferenz aber auch darüber einig, dass HBW-Torhüter Tomáš Mrkva der überragende Mann auf dem Platz war.

Der tschechische Nationaltorhüter hat nicht nur nahtlos an seine gute Leistung vom Freitagabend angeknüpft, sondern diese noch deutlich übertroffen. Hinter einer recht gut stehenden Abwehr hatte der HBW-Keeper in den ersten dreißig Minuten mit seinen Paraden eine Quote von über 55 Prozent. Über die gesamten sechzig Minuten gesehen lag seine Quote bei über 47 Prozent, was absoluter Weltklasse entspricht. Vor allem in der Anfangsphase war diese Leistung aber auch notwendig, denn seine Mannschaftskameraden waren in der Tat total verunsichert. Nach der 1:0-Führung durch Valentin Spohn waren es zunächst einmal die Gäste aus Dresden, die den Ton in der Balinger SparkassenArena angaben. Ihr Torhüter Mario Huhnstock hielt ihnen zunächst den Rücken frei und nach schlechten Abschlüssen im Angriff lagen die Hausherren plötzlich mit 1:3 zurück.

 

Ausgerechnet zwei frühe und schnell aufeinanderfolgende Zeitstrafen gegen die Gallier von der Alb waren dann so etwas wie ein „Hallo-wach-Effekt“. Martin Strobel, der wieder eine ganz starke Partie abgeliefert hat, glich in Unterzahl zum 5:5 aus und Tim Nothdurft veredelte eine Mrkva-Parade zur 6:5-Führung. Noch einmal gerieten die Hausherren mit 6:7 ins Hintertreffen, hatten danach aber das Spiel in der Hand. Die Abwehr, organisiert von Christoph Foth, machte dem Aufsteiger das Leben ziemlich schwer. Das einzige was es zu bemängeln gab, war das Auslassen der sich bietenden Torgelegenheiten. Dennoch gingen die Schwaben mit einer 14:11-Führung in die Halbzeitpause.

Zu Beginn der zweiten dreißig Minuten bot sich den nicht ganz 2000 Zuschauern in der Balinger SparkassenArena ein ähnliches Bild wie zum Ende der des ersten Durchganges. Die Balinger Abwehr stand richtig gut und was noch auf den Kasten kam, wurde oft genug eine Beute von Torhüter Tomáš Mrkva. So bauten die Hausherren ihren Vorsprung bis zur 35. Minute auf 17:12 aus. Danach stellten beide Mannschaften fünf Minuten lang das Tore werfen ein. Entweder die Torhüter kassierten die Würfe oder die Bälle gingen durch technische Fehler verloren. Beim 20:15 durch Gregor Thomann, der in der 45. Minute einen Strafwurf erfolgreich verwandelte, wollte zwar noch niemand von einer Vorentscheidung reden, aber tatsächlich präsentierten sich die Gäste in der Balinger SparkassenArena nicht so, dass man noch ernsthaft um den Erfolg der Hausherren bangen musste. Da der Balinger Angriff zum Ärger von Trainer Rúnar Sigtryggsson aber noch einige Rohrkrepierer produzierte, konnten die Gäste nochmals auf 24:20 verkürzen. Dass es am Ende mit 27:20 recht deutlich wurde, lag daran, dass der HC Elbflorenz noch drei Zeitstrafen kassierte und zeitweise nur noch drei Gästespieler dem HBW gegenüberstanden.

Quelle: HBW Balingen-Weilstetten

Foto: Moschkon

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