03.12.2017  2. Handball-Bundesliga

HBW weiter auf Erfolgsspur

Mit einem souveränen 29:22 (14:7) Auswärtssieg beim Wilhelmshavener HV hat sich der HBW Balingen-Weilstetten weiter oben in der Tabelle festgesetzt und hält seine gute Ausgangsposition vor den kommenden Aufgaben gegen die direkten Konkurrenten um die Aufstiegsplätze. Dabei war vor allem die starke Defensive inklusive eines sehr gut aufgelegten Torhüters Tomáš Mrkva und eine sehr gute Wurfquote aus dem Rückraum der Schlüssel zum Erfolg, um bei den heimstarken Gastgebern zu bestehen.

Die Gallier von der Alb gingen konzentriert ins Spiel, zeigten sich in den ersten Minuten im Angriff effektiv und gingen dank zweier Paraden von HBW-Goalie Tomáš Mrkva schnell mit 3:1 in Führung. Die Hausherren waren keineswegs beeindruckt und hielten gegen den Favoriten von Anfang an dagegen. Doch der HBW hielt die Konzentration aufrecht, dank einer weiteren Mrkva-Parade konnte sich das Bürkle-Team in der 10. Minute erstmals mit drei Toren auf 6:3 absetzen.

In dieser Phase des Spiels war es vor allem Wilhelmshavens Mittelmann Kay Smits, der den WHV mit seinen Toren im Spiel hielt und die HBW-Abwehr immer wieder vor Probleme stellte. Doch auch er konnte den Rückstand erstmal nicht verkürzen. Dabei lieferte der HBW mit einem verworfenen Siebenmeter sogar die Chance auf den Anschlusstreffer, doch erneut stand die Defensive im Verbund mit dem Torhüter sicher. So stellte Valentin Spohn mit einem Wurf aus dem Rückraum wieder auf 9:6 (21. Minute). Wilhelmshavens Trainer Christian Köhrmann nahm daraufhin die erste Auszeit des Spiels.

Die ging allerdings gehörig nach hinten los: Erneut traf HBW-Shooter Valentin Spohn ins gegnerische Tor und nach einem weiteren Fehlwurf der Hausherren und einem HBW-Gegenstoß stand es 11:6 aus Sicht der Gallier von der Alb. Und jetzt legte der HBW sogar noch einen Gang zu, Mrkva im Kasten der Schwaben behielt seine konstant gute Leistung in diesem Spiel bei und ermöglichte es gemeinsam mit einem guten Angriffsspiel seinen Farben, weiter davon zu ziehen. Bis zur Halbzeit traf auf Gastgeber-Seite nur noch Smits per Siebenmeter, mehr ließen die Gallier nicht mehr zu. Mit einer komfortablen 14:7-Führung ging es für Strobel & Co. in die Kabine. Fast 78 % erfolgreich abgeschlossener Angriffe und über 50 % gehaltener Bälle machen deutlich, woher diese Führung rührte.

Wilhelmshaven kam mit Feuereifer aus der Kabine und wollte sich vor heimischem Publikum noch lange nicht geschlagen geben. Weil aber auch der HBW den Start in die zweite Hälfte nicht verschlief, blieb es beim Abstand von sieben Toren. 9:16 nach 35 Minuten. In der folgenden Phase war es aber der HBW, der aus einer doppelten Überzahl kein Kapital schlagen konnte und Wilhelmshaven sogar zum Torerfolg kam. Dieser schwache Moment währte allerdings nicht lang. Als Wilhelmshaven wieder komplett war, stellte der heute starke Spohn den alten Abstand beim 18:11 wieder her (38. Minute).

Balingen-Weilstetten brachte danach bei der erstmaligen eigenen Unterzahl den siebten Feldspieler auf die Platte, um die gegnerische Defensive weiterhin vor neue Aufgaben zu stellen. Diese Maßnahme trug Früchte, Wilhelmshaven schaffte es weiterhin nicht, den Abstand zu verkürzen. Doch ein technischer Fehler auf Seiten der Gäste während der zweiten Unterzahl ließ in der Nordfrost-Arena noch einmal Hoffnung aufkeimen, als die Hausherren auf 15:20 verkürzen konnten (44. Minute).

Dann wurde es etwas hektischer auf dem Parkett. Die Balinger antworteten auf die verkürzte Führung mit einem Doppelschlag durch Wagner und Schönningsen, den Wilhelmshaven wiederum mit zwei Treffern in Folge konterte. Allerdings war es immer wieder HBW-Torhüter Mrkva zusammen mit einer gut aufgestellten Defensive, die den Angriffsbemühungen der Nordlichter den Wind aus den Segeln nahmen. Und wenn der WHV doch mal wieder herankam, sorgte vorne meist Valentin Spohn für Entlastung und Ruhe. So auch in der 49. Minute, als der Junioren-Nationalspieler nach einem erneuten Doppelschlag der Hauherren wieder auf 24:19 für den HBW stellte.

Die häufigeren Torerfolge der Gastgeber waren auch den zunehmenden Zeitstrafen für die Gallier von der Alb geschuldet, die nun fast durchgängig in Unterzahl agieren mussten. In der 54. Minute kam Wilhelmshaven noch einmal auf vier Tore heran. HBW-Trainer Jens Bürkle nahm die Auszeit, um seine Schützlinge nochmal auf die Schlussphase einzuschwören.

Und er schien die richtigen Worte für seine Spieler gefunden zu haben. Eine erneut starke Parade von Mrkva und zwei HBW-Tore direkt nach dieser Auszeit brachten in der 57. Minute die Entscheidung – 27:21 für den HBW.

Das war auch der Genickbruch für die Hausherren. Beide Mannschaften spielten die Zeit nun runter, am Ende konnte der HBW den Vorsprung sogar wieder auf den ursprünglichen Halbzeitabstand nach oben schrauben und fuhr am Ende einen verdienten 29:22-Auswärtssieg ein. HBW-Trainer Jens Bürkle war nach dem Spiel sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben es geschafft, mit sehr viel Ruhe und souverän unsere Dinge herunterzuspielen. Wir haben eine ganz starke Abwehrleistung in Kombination mit dem Torhüter auf die Platte gelegt, das haben die sieben Gegentore in der ersten Halbzeit gezeigt, von denen zwei Siebenmeter dabei waren. Im Angriff haben heute viele Spieler gut gespielt, Valentin Spohn war natürlich mit acht Toren ganz stark, auch Lars Friedrich war gerade in der ersten Halbzeit ein entscheidender Faktor. Es war aber auch insgesamt eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung.“

Mit dem ersten Sieg unter Jens Bürkle in fremder Halle konnten sich die Gallier von der Alb weiter oben an die Aufstiegsplätze heften, während sich die Konkurrenz in den direkten Duellen gegenseitig die Punkte wegnahm. Im nächsten Heimspiel muss die junge Truppe von Trainer Bürkle dann eine Mammutaufgabe lösen, denn mit dem Bergischen HC ist der Tabellenführer in der „Hölle Süd“ zu Gast. Dass die Bergischen Löwen aber nicht unschlagbar sind zeigte gerade der VfL Lübeck-Schwartau, die dem BHC in eigener Halle die ersten Minuspunkte der Saison bescherten.

Quelle: HBW Balingen-Weilstetten

Foto: Moschkon

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