04.09.2017  2. Handball-Bundesliga

Formstarke Dresdener siegen gegen Wilhelmshaven

Die Aufsteiger des HC Elbflorenz 2006 konnten am vergangenen Sonntag ihren ersten Saisonpunkt in der 2. Handball-Bundesliga feiern. Gegen den Wilhelmshavener HV konnten sie einen ein Unentschieden vor heimischem Publikum erspielen. Die Dramatik der Schlussminute enthielt nicht nur einen Strafwurf, sondern auch unter anderem eine rote Karte.

Als die mehr als 1500 Zuschauer am Sonntag 17 Uhr in der BallsportARENA Platz genommen hatten, ahnten viele noch nicht, was ihnen für ein hochemotionales Spiel bevorstehen würde. Alle die da waren wissen nun, die neue angesagte Adresse für Emotionen in sportlicher Form ist die BallsportARENA in Verbindung mit dem HC Elbflorenz.

Die Dresdner begannen etwas nervös und brauchten 3 bis 4 Minuten um ihren Rhythmus zu finden. So führte der weniger nervöse Gast schnell mit 0:2. Angeführt von einem sehr starken Henning Quade am Kreis kam der HC aber immer besser in die Partie. Er markierte, teilweise in akrobatischer Manier, die ersten drei Heimtreffer für den HC. Nach einer Viertelstunde hatte sich der HC sogar eine 4-Tore-Führung erspielt, auch Dank einiger starker Paraden von Mario Huhnstock. Folgerichtig nahm der WHV die Auszeit und war danach besser im Spiel. WHV-Trainer Köhrmann brachte Mittelmann Janik Köhler, der bis weit in die 2. Halbzeit hinein, im Verbund mit dem auf Halblinks rückenden Tobias Schwolow und dem auf Halbrechts agierenden Kay Smits, den Dresdnern das Leben extrem schwer machte. Die Sachsen hatten nach der Auszeit einen extremen Bruch im Spiel und trafen acht Angriffe in Folge nicht. Der WHV hingegen steigerte seine Qualität in Abwehr wie im Angriff nun stetig. Nach mehreren „Einladungen“, welche der HC in der Schlussphase der 1. Halbzeit verteilte, nahm der Gast aus Niedersachsen wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff eine an und traf durch Schwolow aus dem Rückraum zur 11:12 Halbzeitführung.

 

In der 2. Halbzeit sah es zunächst lange danach aus, als könnten die Wilhelmshavener die Partie für sich entscheiden. Gerade zwischen der 30. und 45. Minute fand die HC-Abwehr keinen Zugriff auf das clevere Angriffsspiel der Gäste. Doch durch einen Zele-Treffer aus der 2. Welle heraus und zwei Überzahltreffer durch einen immer stärker werdenden Sebastian Greß, kam der HC wieder ins Spiel. Als der ins Tor gekommene Hendrik Halfmann dann noch einen Ball parierte und Nils Gugisch von Rechtsaußen seinen ersten Zweitligaheimtreffer für den HC markierte, stand es 21:21 und der WHV nahm eine Auszeit. Die Dresdner kamen unkonzentriert aus dieser Auszeit und gaben das Spiel innerhalb weniger Minuten wieder aus der Hand. So führte der WHV in der 51. Minute durch einen Vorontsov-Treffer mit 21:24. In der Schlussphase waren es beim HC vor allem die jungen Spieler, welche im Angriff die Akzente setzten. Einer davon sollte kurz vor dem Ende der tragische Held des Abends werden. Einmal Greß, einmal Kammlodt und zweimal Gugisch brachten den HC wieder ein Remis (25:25). 90 Sekunden vor dem Ende glückte Adrian Kammlodt aus dem linken Rückraum sogar der 26:25 Führungstreffer und zudem gab es noch eine Zeitstrafe für WHV-Spieler Evgeny Vorontsow. Mit dem 6. Feldspieler agierend konnte der WHV aber durch den bärenstarken Tobias Schwolow kurze Zeit später das 26:26 erzielen. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 45 Sekunden zu spielen. 13 Sekunden vor dem Ende gelang Nils Gugisch von Rechtsaußen dann sogar der viel umjubelte Treffer zum 27:26. In der Halle saß schon lange keiner mehr. Beim Zurücklaufen verhinderte der Rechtsaußen aber nun den schnellen Anwurf des WHV und so bekamen die Gäste folgerichtig Siebenmeter sowie der HC –Rechtsaußen die Rote Karte. 13 Sekunden vor dem Ende verwandelte der WHV-Halbrechte Smits nervenstark zum 27:27. Eine Auszeit sowie die verbleibende Spielzeit brachten dem HC nicht mehr den erhofften Siegtreffer.

Fazit: Emotional war für den Dresdner Zuschauer alles geboten. Die Dresdner Fans wird spätestens nach diesem Spiel bewusst werden, was in der 2. Liga auf den HC zukommt. Die Gäste aus Niedersachsen zeigten sich nach etwas Anlaufzeit sehr spielstark und hatten eigentlich 15 Minuten vor dem Ende alle Karten für einen Sieg in der Hand. Der HC zeigte vor allem in der Schlussphase eine starke kämpferische Leistung und gab nie auf. Auch dank der tollen Unterstützung von den Rängen.

 

WHV-Trainer Christian Köhrmann sagte nach der Partie: „Ich bin froh über den erkämpften Punkt. Auswärtspunkte sind in dieser Liga immer wichtig. Natürlich können wir in der Phase, wo wir mit vier Toren führen auch den Deckel auf das Spiel machen. Am Ende können wir aber auch verlieren. Sicher war ich in der Schlussphase nicht mit allen Entscheidungen die getroffen wurden einverstanden. Insgesamt muss ich aber vor allem meinen vielen jungen Spielern ein Kompliment machen.“

WHV-Torhüter Denis Doden sagte nach dem Spiel: „Ich bin etwas hin- und hergerissen. Es ist noch ein Wechselbad der Gefühle. Erst führen wir mit vier Toren in der Schlussphase, dann liegen wir kurz vor dem Ende mit einem zurück. Wir müssen das Positive mitnehmen und haben uns im Gegensatz zur Vorwoche deutlich gesteigert.“

HC-Trainer Christian Pöhler sagte nach der Partie: „Glückwunsch zum Punkt an den WHV. Ich denke, es war ein leistungsgerechtes Unentschieden. Beide Teams hatten gute und schlechtes Phasen. Wenn man in dieser Liga sieben Angriffe in Folge kein Tor macht, wird das natürlich bestraft und so lagen wir zur Halbzeit sogar 11:12 zurück. Am Ende muss ich meiner Mannschaft aber auch ein Kompliment machen, wie sie gekämpft hat nach vier Toren Rückstand in der Schlussphase, war stark. Für uns zählt auch jeder Punkt und wir nehmen uns die positiven Sachen aus dem Spiel mit und aus den anderen Phasen wollen wir schnell lernen.“

Foto: Eisenhuth

Quelle: HC Elbflorenz 2006

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