27.12.2017  2. Handball-Bundesliga

Vikings müssen sich trotz starker Leistung gegen Bietiegheim geschlagen geben

Am vergangenen Dienstagabend zeigten die Jungs der HC Rhein-Vikings eine starke Leistung zum Abschluss vor der Winterpause. Die Zuschauer mussten begeistert sein, jedoch war der Gegner, die SG BBM Bietigheim einfach zu stark für den Aufsteiger. Die Gäste konnten sich am Ende knapp und trotzdem Souverän die Punkte holen.

Der HC Rhein Vikings hat sich am späten Dienstagnachmittag mit einer starken Leistung von den heimischen Fans aus dem Spieljahr 2017 verabschiedet. Zwar unterlag die Mannschaft von Vikings-Trainer Ceven Klatt am 20. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga erwartungsgemäß der SG BBM Bietigheim mit 26:29 (14:18), machte dem hoch favorisierten Tabellenzweiten dabei aber bis zur Schlussminute das Leben äußerst schwer und dürfte sogar bis zuletzt von einem Punktgewinn träumen. „Wir haben uns trotz der schwierigen personellen Umstände gegen einen starken Gegner toll verkauft, uns nie aufgegeben und eine tolle Moral gezeigt – das hat man an der Stimmung in der Halle gemerkt, die Zuschauer haben das toll honoriert. Wir gehen mit einem guten Gefühl in die Spielpause – die haben wir uns jetzt auch redlich verdient“, erklärte Klatt wenige Augenblicke nach dem Schlusspfiff.

Dabei schien es nach einem knappen 2:3-Rückstand in der vierten Minute so, als habe bei den Hausherren schon früh jemand kurzzeitig den Stecker gezogen: Gute fünf Minuten lang funktionierte vor 892 lautstarken Zuschauern im Castello nämlich kaum noch etwas im Vikings-Spiel. Dies nutzte der Gast aus Baden-Württemberg, um über einen 5:0-Lauf auf 8:2 davonzuziehen. Dieser Hypothek lief das Klatt-Team gegen die offensivstärkste Mannschaft der Liga fortan hinterher. Während die Begegnung nun zunächst ausgeglichen verlief, schafften es die Gastgeber, den Rückstand in der 21. Minute zumindest auf vier Tore zu verkürzen – 10:14. Nun hatte der Aufsteiger spürbar Blut geleckt und kämpfte sich in der 26. Minute beim 14:16 wieder ernsthaft in Schlagdistanz. Nach vier torlosen Minuten ging es allerdings dennoch mit einem 14:18-Rückstand in die Kabine.

 

Von diesem kleinen Tiefschlag vor der Pause ließen sich die Vikings jedoch nicht entmutigen, sondern lieferten dem Aufstiegskandidaten über eine starke kämpferische Leistung weiterhin erbitterte Gegenwehr. „Zudem haben wir in der Abwehr auch besser Zugriff bekommen, das war wichtig“, sagte Klatt. Dazu zog Felix Handschke, der den angeschlagenen Christian Hoße auf der Spielmacherposition ablöste, geschickt die Fäden und auch der etatmäßige Rückraumspieler Thomas Bahn, der auf Linksaußen aushelfen musste, machte seine Sache ordentlich. So lagen die aufopferungsvoll kämpfenden Vikings nach einem Treffer von Dennis Aust in der 39. Minute nur noch hauchdünn mit 19:20 im Hintertreffen. Über 20:22 (44.) und 23:25 (53.) blieb es bis in die Schlussphase hinein eng. Als Christian Hoße in der 56. Minute per Strafwurf dann unter dem lautstarken Jubel der Fans zum 25:26 traf, schien die faustdicke Überraschung tatsächlich möglich. Doch ein nun folgender Doppelschlag der Bietigheimer bedeutete letztlich den entscheidenden 25:28-Rückstand, der zugleich den Traum von einem möglichen Punktgewinn doch noch platzen ließ. Am Ende mussten sich die Hausherren nach einer kämpferisch bärenstarken Vorstellung dem Favoriten mit 26:29 geschlagen geben.

„Wir haben leider die Anfangsphase verschlafen und konnten diesen Rückstand letztlich nicht mehr umbiegen. Dennoch können wir mit der Bilanz unserer ersten 20 Zweitliga-Spiele zufrieden sein“, sagte Klatt mit Blick auf die derzeit fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. „Zudem sind wir trotz unserer regelmäßigen personellen Rückschläge derzeit der beste Aufsteiger, was immerhin auch eine schöne Momentaufnahme ist.“ Insgesamt könne man auf Seiten der Vikings mit der Entwicklung in der zweithöchsten deutschen Spielklasse – sportlich und auch was das Umfeld betrifft – durchweg zufrieden sein. „So, wie es bis hierher gelaufen ist, darf es gerne im neuen Jahr weiterlaufen – allerdings müssen und werden wir vom 15. Januar an wieder hart dafür arbeiten“, kündigte der Vikings-Trainer an: „Dann hoffentlich mal mit einem kompletten Kader.“

 

Nach einer einer nun anstehenden mehrwöchigen Spielpause, die aufgrund der Handball-EM in Kroatien ansteht, müssen die Vikings am 10. Februar um 20 Uhr bei der HSG Konstanz antreten. Das nächste Heimspiel im Castello steigt am 17. Februar. Dann ist um 19 Uhr Erstliga-Absteiger Balingen-Weilstetten zu Gast.

Tickets gibt es unter www.rhein-vikings.de

Vikings gegen Bietigheim: Bozic (11 Paraden), Moldrup (Tor) – Hoße (3/1), Handschke (6), Bahn (1), Thomas, Klasmann (5/2), Weis (2), Gipperich (1), Kozlina, Aust (6), Artmann, Coric, Johnen (2).

Nicht im Kader: Oelze, Pankofer (beide verletzt)

Siebenmeter: Vikings 3/4 Bietigheim 7/7

Zeitstrafen: Vikings 4 Bietigheim 2

Besonderes Vorkommnis: –

Spielverlauf aus Vikings-Sicht: 0:2, 1:3, 2:3, 2:8, 3:8, 4:10, 6:11, 8:13, 8:14, 10:14, 11:15, 14:16, 14:18 – PAUSE – 16:18, 17:19, 17:20, 19:20, 19:22, 20:22, 21:23, 22:24, 23:25, 24:26, 25:26, 25:28, 25:29, 26:29 – ENDE

Foto: Wort & Lichtbild

Quelle: HC Rhein-Vikings

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