10.03.2018  2. Handball-Bundesliga

Saarlouis schnuppert lange an Sensation

Tabellenschlusslicht Saarlouis zeigte am Freitagabend gegen den Spitzenreiter aus dem Bergischen Land eine über weite Strecken gleichwertige Leistung und stand am Ende dann doch wieder mit leeren Händen da. Die 1050 HG-Anhänger in der Stadtgartenhalle waren nach der 24:28 (11:9)-Niederlage trotzdem mit dem Einsatz und der Leistung des Teams zufrieden.

Saarlouis wollte den Tabellenführer fordern, übernahm nach dem 1:3-Anfangsrückstand nach 11 Minuten endgültig das Kommando in der Partie – auch weil Pat Schulz einen guten Abend erwischt hatte und vor allem in Halbzeit 1 die Abstimmung mit der Defensive klappte. Die Bergischen Löwen ließen sich in der Folge durchaus nervös machen, erinnerten sich wohl an die Mittwochs-Heimniederlage im Derby gegen Hamm. Die Gastgeber setzten sich nach einer guten Viertelstunde durch die Treffer des stark aufspielenden Falk Kolodziej erst auf 8:5 (17.) und eineinhal Mnuten später sogar auf 9:5 (19.) ab. Die Chancen, sich nach dem 10:6 noch deutlicher in Front zu bringen, gelang Saarlouis aber nicht. Dennoch überstand das Team zwei Unterzahl-Situationen und Pat Schulz hielt einen weitern Siebenmeter-Versuch der Gäste. Mit den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte haderte HGS-Coach Kessler hinterher, denn da verpasste es sein Team, sich deutlicher abzusetzen. Statt mit 12:8 oder sogar 13:8 in Führung zu gehen, ließen Jerome Müller und Co. die Gäste bis zum Halbzeitpfiff auf 11:9 herankommen.

Halbzeit 2 begannen die Saarländer in Unterzahl, weil unmittelbar vor dem Pausenpfiff Michael Schulz heftig gefoult worden war und Minuten lang behandelt werden musste – dann aber zur Überraschung aller vom unerfahrenen Nachwuchs-Gespann Hellbusch/Jansen eine 2-Minuten-Strafe erhielt. Nicht die einzige strittige Entscheidung der beiden an diesem Abend. Saarlouis baut in Unterzahl durch Marcel Engels die Führung auf 12:9 aus. Im Gegenzug dann die nächste Zeitstrafe gegen Saarlouis und der Siebenmeter von Gunnarsson für den BHC zum 12:10. Saarlouis legt durch Weissgerber und Müller nach, führt nach 35 Minuten mit 14:11.

Doch in der Folge kommen die Gäste immer mehr auf, weil einerseits die HGS-Defensive die Urgewalt von Fabian Gutbrod nicht in den Griff bekam und weil BHC-Coach Sebastian Hinze ab der 38. Minute beim Stand von 17:14 Bastian Rutschmann in den Kasten beorderte. Saarlouis hält den Vorsprung noch bis zur 40. Minute (18:15), muss dann aber den Gutbrod-Doppelschlag zum 18:17-Anschlusstreffer quittieren. In der 45. Minute kann Kotrc ausgleichen (20:20) und wenig später ist des Majdzinski, der die Gäste wieder in Führung bringt. Saarlouis gelingt nun nicht mehr viel, auch weil die Kräfte nachlassen und der Aufstiegsaspirant die individuelle Qualität seines Kaders in die Waagschale wirft. Beim 22:28 viereinhalb Minuten vor dem Ende ist das Ding entschieden, auch wenn Moritz Barkow am Ende noch zweimal trifft und das Ergebnis aufbessert.

Die Partie gegen das Top-Team der Liga jedenfalls hat belegt, dass die Mannschaft bereit ist, in den kommenden Spielen um jeden Punkt zu kämpfen und das wollen ihre Fans von ihr auch sehen.

Statistiken zum Spiel

Statistik HGS: Klein, Pat Schulz (14 Paraden, 2 x Siebenmeter) – Hartz, Leist, Kolodziej 3, Murawski 2, Weissgerber 4, Barkow 2, Muller, Müller 7, Andersson 3/1, Michael Schulz 1, Paetow, Engels 2, Noll.

Statistik BHC: Rutschmann (3 P), Rudeck (5 P, 1x Siebenmeter), Kotrc 2, Artmann 1) Gutbrod 6, Bettin 1, Arnesson 7, Szücs, Nippes, Darj 2, Petrovsky 2, Criciotoiu, Majdzinski 4, Gunnarsson 3/2.

Siebenmeter: HGS: 1/2 , BHC 2/5

Zeitstrafen in Minuten: HGS 8 (Kolodziej, Engels 2x, Schulz), BHC 10 (Szücs, Nippes 2x, Gutbrod 2x)

Schiedsrichter: Hellbusch/Jansen

Zuschauer: 1050

Foto: Ruppenthal

Quelle: HG Saarlouis

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