15.10.2017  2. Handball-Bundesliga

Emsdetten bleibt weiter in der Erfolgsspur

Der TV Emsdetten siegt mit 31:26 gegen die herausragend kämpfende HSG Konstanz. Der TVE klettert damit wieder auf den zweiten Tabellenplatz. Konstanz hielt die Partie lange offen. Stark dezimiert und mit einem sehr jungen Kader reiste die HSG nach Niedersachsen. Am Ende wurde die gute Leistung nicht belohnt, sodass die HSG jetzt die rote Laterne in der zweiten Handball-Bundesliga trägt.

Die Vorzeichen im Spiel der Gegensätze beim TV Emsdetten schienen deshalb ohnehin schon ungünstig. Der Tabellendritte mit sechs Siegen, drei davon mit einem Tor, im Höhenflug, Konstanz mit drei Ein-Tor-Niederlagen immer wieder im Pech und auf der Suche nach dem befreienden zweiten Erfolgserlebnis. Doch als HSG-Cheftrainer Daniel Eblen kurz vor der Abfahrt in das Münsterland auch noch die Hiobsbotschaften erhielt, dass neben den beiden Langzeitverletzten Leistungsträgern Fabian Schlaich (Kapitän) und Michael Oehler auch noch Kreisläufer Sebastian Bösing, Linksaußen Samuel Wendel und mit Mathias Riedel der Mann für die einfachen Tore und der erfahrenste Akteur (Co-Kapitän) ausfallen würden, schrumpften die Chancen auf eine Überraschung weiter zusammen. Damit lief die HSG Konstanz mit einem extrem jungen Kader auf, denn kein Spieler war älter als 26 Jahre. Fabian Maier-Hasselmann war so der Oldie im Team – mit Mitte 20.

Doch was die 650 Kilometer gereisten Gäste vom Bodensee von der ersten Minute an anboten, war bemerkenswert. Mit Paul Kaletsch im linken und Felix Krüger im rechten Rückraum – erzwungen durch den Ausfall von Riedel – stellten die Gäste viel Ruhe und Geduld im Angriff unter Beweis. Tim Jud war es, der den Takt vorgab, das Spiel mit viel Übersicht leitete und klug Regie führte, während in der Abwehr konsequent und mit schneller Beinarbeit der TV Emsdetten immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt wurde.

So schickte Konstantin Poltrum Felix Klingler mit einem millimetergenauen Pass auf die Reise – und der vollendete den Tempogegenstoß eiskalt zum 5:5-Ausgleich nach elf Minuten. Um vorbei an der Konstanzer Deckung zu kommen, musste Topmann Merten Kring zum schnellen Konter schon seine ganze individuelle Klasse aufbieten. Konstanz ließ jedoch nie abreißen und kam durch Paul Kaletsch wieder zum Ausgleich, ehe erst Poltrum und dann  der eingewechselte Stefan Hanemann einen  Strafwurf entschärften.

Felix Klingler traf kurz darauf aus dem Rückraum, dich die Antwort des TVE ließ wieder nicht lange auf sich warten. Merten Krings hämmerte den Ball unter die Latte in den Winkel (10:8/ 21.). In Überzahl schafften sich die Westfalen zwar noch einen Zwei-Tore-Vorsprung zur Pause (14:12), aber für Spannung war aufgrund einer tollen Vorstellung der Gäste weiter gesorgt. Auch Halbzeit zwei begann vielversprechend für die Konstanzer, als Stefan Hanemann seinen zweiten Siebenmeter parierte und Felix Klingler per Gegenstoß erneut den Anschluss zum 16:17 herstellte (38.).

Allerdings, immer wenn sich die Gelb-Blauen herankämpften, hatte Emsdetten postwendend die richtigen Antworten und setzte sich auf zwei bis drei Tore ab, Konstanz verkürzte mehrmals wieder. Nach 45 Minuten schlug in einem bis dahin spannenden Schlagabtausch das Pendel zu Gunsten des nun auf Tabellenplatz zwei stehenden Zweitliga-Urgesteins aus. Bis auf sieben Tore setzten sich die Hausherren ab, die nun mit Konstantin Madert ebenfalls einen Siebenmeter-Killer zwischen den Pfosten hatten. Obwohl nun geschlagen, steckten die Gäste jedoch bis zuletzt nicht auf, Paul Kaletsch traf noch ins leere TVE-Tor und Tom Wolf verkürzte zum 26:31-Endstand.

„Ich bin nicht so unglücklich mit unserer Leistung“, sagte HSG-Coach Daniel Eblen trotz der Enttäuschung, dass eine gute Leistung bei einem bärenstarken Gegner nicht belohnt wurde. „In Emsdetten kann man, wenn hier alles in Rollen kommt, auch zweistellig rausgehen. Ich bin zufrieden mit meinen Jungs. Wir haben versucht, es dem Gegner so schwer wie möglich zu machen und haben nicht so viele Fehler begangen. Wenn wir das hinbekommen, sind wir nicht weit weg.“

Quelle: HSG Konstanz

Foto: Dorn

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