07.10.2017  2. Handball-Bundesliga

4 Spiele, 4 Favoriten - die Vorschau auf den Samstag

Am Samstag sind die Favoritenrollen der 2. Handball-Bundesliga klar verteilt. Für Lübeck-Schwartau, den BHC, Rimpar sowie Nordhorn stehen vermeintliche Pflichtaufgaben auf dem Programm. Auf der anderen Seite heißt das für deren Gegner, dass sie befreit und ohne Druck aufspielen können - viel zu verlieren haben sie nicht.

19:30 Uhr: HG Saarlouis vs. VfL Lübeck-Schwartau

Der VfL Lübeck-Schwartau geht gegen die HG Saarlouis als klarer Favorit in die Partie. Saarlouis steht mit 3:11 Punkten auf einem Abstiegsplatz, der VfL Lübeck-Schwartau ist auch nach sieben Spieltagen noch weiter ungeschlagen und verteidigt den zweiten Platz der 2. Handball-Bundesliga eisern. Doch die Hausherren hatten in der bisherigen Saison stets mit Verletzungssorgen zu kämpfen und schafften es kürzlich dennoch, dem ebenfalls ungeschlagenen TV Emsdetten vor den heimischen Fans einen Punkt abzuringen. So gibt sich HGS-Chefcoach Jörg Bohrmann, dem am Samstag voraussichtlich zum ersten Mal in der Saison alle Männer zur Verfügung stehen werden, kämpferisch:  „Wir werden das positiv und hochmotiviert angehen und wollen unseren Heimvorteil nutzen.“

Auf der anderen Seite wird VfL-Coach Torge Greve wohl auf seinen Rückraum-Rechten Antonio Metzner verzichten müssen, der beim Sieg gegen Hamm umgeknickt war. Wieder in die Mannschaft zurückkehren könnte hingegen möglicherweise wieder Jan Schult. An Motivation und Selbstvertrauen dürfte es dem Team angesichts der aktuellen Tabellensituation jedenfalls nicht mangeln.

19:30 Uhr: ThSV Eisenach vs. Bergischer HC

Es läuft und läuft beim BHC. Die Bergischen Löwen haben am Tag der Deutschen Einheit mit einem zu keiner Zeit gefährdeten 33:19 (18:10)-Heimsieg gegen die HG Saarlouis scheinbar mühelos die Tabellenführung in der 2. Handball-Bundesliga zurückerobert, sind weiter verlustpunktfrei und weisen nach sieben Spieltagen eine überragende Tordifferenz von +50 auf. Am Samstag trifft der Liga-Primus nun auf den angeschlagenen ThSV Eisenach. Die Wartburgstädter hinken den eigenen Erwartungen hinterher und stehen mit erst einem Sieg auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dabei hatten die Eisenacher sicher auch etwas Pech - bereits drei Mal schrammten sie nur hauchdünn an einem Punkt vorbei und verloren mit nur einem Tor.

Karsten Wöhler, der Manager des ThSV Eisenach, beschreibt die Lage so: „Fakt ist, mit unserem Start in die Saison sind wir nicht zufrieden. Wir wissen, wir können besser spielen. Unsere Spieler wissen das selbst auch. Wir haben uns vor der Saison ein anspruchsvolles Ziel mit einer Platzierung unter den ersten Sechs gesetzt. Aktuell gilt es nun erst einmal Schritt für Schritt aus dem Tabellenkeller heraus zu kommen.“ Ein Sieg gegen den BHC wäre ein echtes Ausrufezeichen und würde zeigen, dass die Zielsetzung vor der Saison keine reine Bauchentscheidung war. Die Qualität ist in der Mannschaft vorhanden, gegen die Bergischen Löwen muss diese aber zu 100% auf das Parkett gebracht werden.

19:30 Uhr: DJK Rimpar Wölfe vs. HSG Konstanz

Gut gespielt, am Ende aber doch leere Hände - die HSG Konstanz hat am vergangenen Spieltag erneut eine couragierte Leistung gezeigt, musste sich am Ende aber gegen das Topteam der HSG Nordhorn-Lingen knapp mit einem Tor geschlagen geben. So stecken die Konstanzer im Tabellenkeller der Liga fest. Die Rimparer Wölfe zählen hingegen auch in dieser Saison zum erweiterten Favoritenkreis für den Aufstieg in die "stärkste Liga der Welt".

Bei der Mannschaft von Wölfe-Coach Matthias Obinger muss sich im Vergleich zu den letzten Spielen gegen Emsdetten und Dessau allerdings vor allen Dingen in der Abwehr einiges ändern. Einst als Stärke der Unterfranken gepriesen und auch in dieser Saison mit einigen guten Ansätzen agierend, wird Rimpar derzeit trotzdem in der Statistik der Abwehrleistungen lediglich nur auf Platz 15 geführt.

Zuversicht für die kleine Chance als krasser Außenseiter schöpft HSG-Coach Eblen – trotz einiger krankheits- und verletzungsbedingter Ausfälle – aus einer wie schon vor der Partie gegen Nordhorn guten Trainingswoche, in der erneut ein intensiver Austausch mit einigen Gesprächen stattfand. „Die Jungs trainieren sehr gut und hart. Jeder will das Team nach vorne bringen und bringt sich und seine Ideen dazu ein“, erzählt Eblen zufrieden. „Der offene Austausch wird uns weiterbringen, das spiegelt sich schon in weiteren Fortschritten wider.“

19:30 Uhr: HSG Nordhorn-Lingen vs. Wilhelmshavener HV

Niedersachen-Derby in der EmslandArena! Die favorisierten HSG Nordhorn empfängt den Wilhelmshavener HV, der gerade in den letzten beiden Spielen überzeugen konnte und dessen Formkurve eindeutig nach oben zeigt. Nichtsdetotrotz werden die Nordhorner am Samstag die Favoritenrolle annehmen müssen. Aus dieser Position heraus sollen zwei weitere Punkte auf der Habenseite gutgeschrieben werden, um die gute Ausgangsposition in der Spitzengruppe zu verteidigen.

Die HSG Nordhorn-Lingen und der WHV kennen sich gut, unter anderem aus vielen Testspielen. Die letzte Begegnung endete mit einem 21:20 Sieg der Wilhelmshavener beim Vorbereitungsturnier in Oldenburg. In den Pflichtspielen der 2. Handball-Bundesliga gab es bisher drei Siege der HSG, einen Sieg des WHV und vier (!) Remis. Auch das letzte Ligaspiel endete im April mit einem 26:26 Unentschieden. Es sieht also ganz danach aus, als ob das Derby wieder eine enge Partie wird, in denen Einstellung und Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden werden.

Foto: Garve

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