14.10.2017  2. Handball-Bundesliga

Die 2. Liga am Samstag: Halten die Serien?

Die 2. Handball-Bundesliga nimmt immer weiter an Fahrt auf. Auch am neunten Spieltag zeigt ein Blick auf das Tableau und die Spielpaarungen, dass es erneut einige ganz brisante Partien geben wird. So bilden sich vorab schon einige Fragen: Bleibt der HBW Balingen-Weilstetten zu Hause ungeschlagen? Wer geht als Sieger aus dem Derby hervor, der HC Rhein Vikings oder der ASV Hamm-Westfalen? Verliert Emsdetten zum ersten Mal in dieser Saison? Kann Rimpar zum ersten Mal in Wilhelmshaven gewinnen? Und was macht Dessau in Coburg?

HBW Balingen-Weilstetten vs. HG Saarlouis

Mit dem Heimspiel am kommenden Samstag möchten die Gallier von der Alb ihr Punktekonto in der 2. Handball-Bundesliga weiter aufstocken. Gegen die HG Saarlouis soll der Nimbus gewahrt und der fünfte Heimsieg in Folge unter Dach und Fach gebracht werden. Die Saarländer selber kommen mit großem Selbstvertrauen in die „Hölle-Süd“ und haben beim Favoriten nichts zu verlieren. 

Die Erleichterung nach dem letzten Auswärtssieg in Hildesheim war bei den Gallier von der Alb deutlich zu spüren. Von der Papierform her war es zwar ein Pflichtsieg, aber nach dem Verlauf der bisherigen Auswärtsspiele fuhr die Rúnar-Truppe mit gemischten Gefühlen nach Niedersachsen. Obwohl Daði Rúnarsson kurzfristig mit einer Bänderverletzung ausgefallen ist, die beiden Unparteiischen zehn Zeitstrafen verhängten, Linksaußen Oddur Grétarsson mit einer direkten Roten Karte und Jona Schoch nach seiner dritten Zeitstrafe vorzeitig zum Duschen schickten, hatten Martin Strobel und Co. das Spiel fest im Griff. Der souveräne Auftritt stärkte das Selbstvertrauen für die kommenden Spiele und dieses werden die Balinger auch am kommenden Samstagabend gegen die HG Saarlouis wieder brauchen.

Die Gäste aus dem Saarland kommen selber mit jeder Menge Selbstvertrauen. Sie konnten auswärts bisher zwar erst einen Punkt beim EHV Aue auf der Habenseite verbuchen und sind zuletzt beim Bergischen HC mit 33:19 unter die Räder gekommen, aber sie haben zu Hause am letzten Spieltag den bis dahin ungeschlagenen VfL Lübeck-Schwartau nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Für den Aufstiegsfavoriten aus Balingen wird das Spiel gegen das "unabsteigbare Kellerkind" aus Saarlouis also alles andere als ein Selbstläufer.

Quelle: HBW Balingen-Weilstetten

HC Rhein Vikings vs. ASV Hamm-Westfalen

Vor dem anstehenden Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen hat Handball-Zweitligist HC Rhein Vikings einen namhaften Neuzugang verpflichtet: In Miladin Kozlina wechselt ein slowenischer Nationalspieler zum aktuellen Tabellensechzehnten. „Miladin ist ein sehr erfahrener, abwehrstarker Rückraumlinker, der aber auch in der Offensive sehr clever spielt. Er gibt uns mehr Breite sowie Tiefe im Kader und wird uns sicher weiterhelfen – gerade vor dem Hintergrund unserer aktuell sehr schwierigen Personalsituation“, sagt Vikings-Trainer Ceven Klatt über den 34 Jahre alten Neuzugang, der nicht nur 117 Spiele für Slowenien auf dem Buckel hat, sondern auch bei namhaften Vereinen wie Cele Pivovarna Lasko, FRISCH AUF! Göppingen, Metalurg und Vardar Skopje sowie zuletzt beim TSV GWD Minden unter Vertrag stand. „Wir haben den Markt lange beobachtet und sind froh, dass wir Miladin für uns gewinnen konnten“, erklärt Vikings-Geschäftsführer René Witte.

Kozlina war zuletzt vereinslos und lebt mit seiner Familie in Minden. „Ich hatte bereits die Gelegenheit, zwei Mal mit der Mannschaft zu trainieren. Ich bin sehr gut aufgenommen worden und hoffe, der Mannschaft schnell helfen zu können“, sagt Kozlina. „Wir hatten sehr gute Gespräche und ich freue mich sehr, das Miladin uns ab sofort helfen wird“, berichtet Klatt, der damit eine Alternative mehr im mittlerweile doch recht ausgedünnten Kader hat: Neben dem langzeitverletzten Bennet Johnen (Bandscheibe) sowie Felix Handschke (Knöchel) fallen nun nämlich noch Christopher Klasmann (Rücken) und voraussichtlich auch Christian Hoße (Schulter) aus. „Das macht unsere Situation natürlich nicht einfacher, wir werden wieder improvisieren müssen“, sagt Klatt vor dem Spiel gegen den aktuellen Tabellenachten, der zuletzt in eindrucksvoller Manier Aufstiegskandidat SG BBM Bietigheim mit 35:19 nach Hause schickte.

„Hamm ist natürlich ganz klar der Favorit in diesem Spiel. Der ASV hat eine starke Abwehr mit einem guten Torhüter und zahlreiche gute Individualisten. Zudem ist das Umschaltspiel stark, gerade über Linksaußen Vyran Papadopoulos, den Torschützenkönig der Vorsaison. Wir werden aber natürlich vor heimischem Publikum alles versuchen. Es täte uns unglaublich gut, in unserer Situation gegen so einen guten Gegner etwas Zählbares zu holen“, erklärt Klatt.

Quelle: HC Rhein Vikings

TV Emsdetten vs. HSG Konstanz

Auf dem Papier sieht alles nach einer Favoritenrolle für den TVE aus. Emsdetten ohne Niederlage auf Platz 3 der Tabelle, die Gäste vom Bodensee hingegen mit nur zwei Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz 19. Dass die Saison schwer werden würde wusste die Mannschaft um Chef-Trainer Daniel Eblen. Daher auch die Marschroute, jedes Spiel wie ein Endspiel anzugehen, was die Ausgangssituation für den TVE nicht gerade einfach macht.

Wenn sich der TV Emsdetten wie in den vergangenen Spielen auf seine Stärken besinnt, dem Gegner sein Spiel aufdrücken kann und den Ausfall von Pöhle gut kompensieren wird, dann ist es wieder möglich auch im 9. Saisonspiel zu punkten.

Definitiv benötigt wird am Samstag allerdings eine lautstarke Ems-Halle, weiß auch Daniel Kubes. „Die Fans sind in jedem Spiel wichtig, sie puschen uns zusätzlich. Die Jungs haben am Samstag eine volle Ems-Halle verdient. Wir freuen uns auf jeden Zuschauer“, so der Appell des Trainers.

Quelle: TV Emsdetten

Wilhelmshavener HV vs. DJK Rimpar Wölfe

Der Willhelmshavener HV scheint den Wölfen aus Rimpar nicht zu liegen. In der vergangenen Saison verloren sie das Nachholspiel des wegen einer Zugpanne verpassten Saisonauftakts mit 28:35, in der Runde davor unterlagen sie in der Nordfrost-Arena mit 25:30. Überhaupt verließen die Unterfranken in vier Vergleichen erst einmal als Sieger das Feld. Für die Rimparer bedeutet die Reise in den kühlen Norden den Beginn eines heißen Herbstes. Die Wölfe treffen dabei auf „Big Five“, wie es in der Safari heißt. Zwar zählt der WHV als erster des Konkurrenten-Quintetts tabellarisch nicht dazu, für die Rimparer aufgrund der gemeinsamen Geschichte aber schon.

Um auch nur einen der „großen Gegner“ zu Fall zu bringen, werden die Wölfe noch einmal an Biss zulegen müssen. Zwar steigerten sie ihre Leistung gegen Konstanz sowohl in der Abwehr als auch im Angriff schon deutlich im Vergleich zu den beiden Niederlagen zuvor gegen Dessau-Roßlau und in Emsdetten, doch gelang es ihnen noch nicht, ihr Potenzial über die gesamte Dauer der Partie abzurufen. Gute 50 oder 55 Minuten werden gegen die „Big Five“ mutmaßlich nicht genügen. Wenngleich die Tagesform des Teams schon für einige Sensationen in der Liga gesorgt hat.

Auch beim Wilhelmshavener HV sorgte sie bisher für wechselhafte Vorstellungen. So überraschten die Nordlichter etwa positiv mit Punktgewinnen gegen Coburg (25:25) und in Eisenach (26:25), aber auch negativ mit Niederlagen zu Hause gegen Hildesheim (24:28) und Dessau (24:32). Vor allem mit einem starken Rückraum werden es die Rimparer zu tun bekommen. Auf der rechten Seite hat Trainer Christian Köhrmann mit Kay Smits den derzeit fünftbesten Torschützen der Liga im Team, auf der linken sorgen Lukas Kalafut und Tobias Schwolow für Gefahr. „Wilhelmshaven spielt zu Hause sehr diszipliniert und mit viel Geduld seine Angriffe aus."

Quelle: Main Post

03.10.2017 - 2. Handball-Bundesliga

Herth: "Das letzte Jahr war eine Sensation"

Im Interview erklärt Spielmacher Benjamin Herth die Philosophie der DJK Rimpar Wölfe und verrät das Erfolgsgeheimnis, das die Unterfranken in der Vorsaison beinahe in die DKB Handball-Bundesliga katapultiert hätte.

HSC 2000 Coburg vs. Dessau-Roßlauer HV

Seit fünf Partien ist der Dessau-Rosslauer HV 06 (10./9:7 Punkte) ungeschlagen. Dass darunter aber drei Auswärtsspiele waren und alle drei gewonnen wurden, scheint so etwas, wie eine neue Qualität der "Biber" zu sein. Der HSC 2000 Coburg (7./10:6 Punkte) muss also gewarnt sein. Zum Selbstläufer wird das bevorstehende Heimspiel am Samstagabend um 19.30 Uhr sicher nicht - gerade wenn man die letzten Leistungen der "Gelb-Schwarzen" in Erinnerung ruft.

Die Truppe um Trainer Jan Gorr hat definitiv etwas gut zu machen. Die zweite Halbzeit gegen Essen war vor heimischen Anhang sehr schwach und führte noch zu einem unnötigen Punktverlust. Der darauffolgende Auftritt in Dresden war einer ambitionierten Zweitliga-Mannschaft sogar unwürdig. Wieder blieben zwei einkalkulierte Zähler auf dem langen Weg zur Tabellenspitze liegen.

Jetzt will und muss sich sein Team schnellstens steigern, damit der Erstliga-Absteiger nicht vorzeitig in dieser noch jungen Saison den Anschluss zur Spitzengruppe schon verliert. "Was über die 60 Minuten bleibt", so Gorr noch einmal in Anspielung auf die Niederlage in Sachsen, sei die Tatsache, "dass wir im Abwehr- und Torwartbereich weit weg von dem waren, was uns sonst auszeichnet".

Quelle: inFranken.de 

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