30.09.2017  2. Handball-Bundesliga

Die Vorschau auf den Samstag - Spitzenspiel in Emsdetten

Am Samstagabend sind sieben Spiele der 2. Handball-Bundesliga zu sehen. Das Topspiel des Abends steigt in Emsdetten, wenn der TVE die Rimparer Wölfe empfängt - der Sieger des Duells beißt sich weiter in der Spitzengruppe der Liga fest. Auch die weiteren Partien versprechen allerdings Spannung.

19:00 Uhr: TV Emsdetten vs. DJK Rimpar Wölfe

Nach dem furiosen Saisonstart des TV Emsdetten kommt mit den Wölfen aus Rimpar die nächste Bewährungsprobe. Denn auch die Rimparer starteten ebenfalls erfolgreich in die Spielzeit und stehen mit 8:2 Punkten auf dem siebten Tabellenrang - einen Platz hinter dem TV Emsdetten. In fünf Spielen mussten sich die Rimparer bisher nur dem ASV Hamm-Westfalen in eigener Halle geschlagen geben und gehören damit nach wie vor zum erweiterten Kreis der Aufstiegsaspiranten.

Die Gäste aus Rimpar werden sich vor allem für die eigene Defensive etwas überlegt haben. Denn mit einem Schnitt von knapp 30 Toren pro Spiel, stellen die Emsdettener einen der torgefährlichsten Angriffswirbel der Liga. Zudem haben sie mit Dirk Holzner den derzeit besten Torschützen der 2. Handball-Bundesliga in ihren Reihen. Ein Wiedersehen gibt es mit Emsdetten-Torhüter Konstantin Madert, der selbst von 2013 bis 2016 für die Unterfranken spielte. 

Man kann durchaus von einem Spitzenspiel sprechen, denn mit jeweils 2 Minuspunkten und vier Siegen stehen beide Teams zu Recht im vorderen Drittel der Zweitligatabelle. Dass die Emsdettener bei ihrem derzeitigen Lauf insbesondere nach ihrem Erfolg gegen Wölfe-Bezwinger Hamm eine Favoritenrolle einnehmen, ist Trainer Obinger durchaus klar. Für beide Teams geht es im direkten Duell darum, wer sich ganz oben in der Tabelle festbeißen kann.

19:00 Uhr: VfL Lübeck-Schwartau vs. ASV Hamm-Westfalen

Der noch ungeschlagene VfL Lübeck-Schwartau empfängt am Samstagabend den ASV Hamm-Westfalen. Während der VfL vor heimischem Publikum als Favorit in die Partie geht, wollen die Westfalener mit einem Sieg gegen den Zweiten der 2. Handball-Bundesliga den Anschluss an die Tabellenspitze der Liga halten.

Dennoch weiß ASV-Coach Rothenpieler: „Das wird wieder ein schwieriges Spiel gegen einen starken Gegner. Lübeck-Schwartau hat fünfmal gewonnen und steht zu Recht dort oben. Vor allem die Abwehr und ein starker Torwart haben die Mannschaft in den bisherigen Spielen ausgezeichnet.“ In der Tat stellt gerade die Defensive das Prunkstück der Schwartauer dar. VfL-Torwart Dennis Klockmann wurde in der vergangenen Saison von der HBL als „Torwart der Saison“ in der 2. Handball-Bundesliga ausgezeichnet. Seine Trophäe nahm er übrigens beim Gastspiel des VfL Anfang Juni in Hamm von HBL-Präsidiumsmitglied und ASV-Geschäftsführer Franz Dressel entgegen. Trotz der Stärken des Gegners sieht Kay Rothenpieler für sein Team Chancen auf ein Erfolgserlebnis: „Bei uns muss viel passen, dann haben wir aber immer unsere Möglichkeiten. Das haben wir ja in Rimpar schon bewiesen und auch gegen Emsdetten war es ganz eng.“

Für die Fans gibt es die Möglichkeit, das Auswärtsspiel live zu verfolgen. So bietet der ASV auch aus Lübeck wieder sein kostenfreies Live-TV an. Übertragungsbeginn aus der Hansehalle ist am Samstag um 18:50 Uhr.

19:00 Uhr: HC Rhein Vikings vs. Dessau-Roßlauer HV 06

„Wir sind heiß darauf, vor unserem Publikum eine starke Leistung zu zeigen und wollen beweisen, dass unsere schwache Vorstellung beim letzten Heimspiel gegen den HSC Coburg ein Ausrutscher war“, stellt Ceven Klatt, Trainer des HC Rhein Vikings, vor dem Zweitliga-Heimspiel seiner Mannschaft am Samstag gegen den Dessau-Roßlauer HV klar. Dass sein Team derzeit in der Tabelle vor dem kommenden Kontrahenten liegt, heiße allerdings gar nichts: „Der DRHV ist ein extrem unangenehmer Gegner mit großem Potenzial, der zuletzt mit einem deutlichen Sieg in Wilhelmshaven sowie einem Unentschieden gegen Spitzenteam Balingen richtig in der Saison angekommen ist.“

Gerade dieses Unentschieden war eines der großen Themen vom letzten Spieltag. Gegen die Balinger zeigte der DRHV eine extrem starke Leistung, konnte am Ende aber dennoch nur mit Ach und Krach ein Unentschieden in letzter Sekunde retten. Trotzdem werden die Biber nach den letzten Ergebnissen mit einer breiten Brust an den Rhein fahren. 

Personell muss Dessau voraussichtlich auf den an Fieber erkrankten Johannes Wasielewski verzichten. Auch hinter dem Einsatz von Jonas Hönicke steht ein dickes Fragezeichen. Auf der anderen Seite können die Vikings nicht auf Felix Handschke zurückgreifen, der Linksaußen zog sich beim Training eine Knöchelverletzung zu und wird vorerst ausfallen. Daneben wird auch Kapitän Bennet Johnen (Reha nach Rücken-Operation) weiterhin nicht im Kader stehen.

Alle Spiele im Überblick

19:00 Uhr VfL Lübeck-Schwartau : ASV Hamm-Westfalen -:-
19:00 Uhr TV Emsdetten : DJK Rimpar Wölfe -:-
19:00 Uhr HC Rhein Vikings : Dessau-Rosslauer HV 06 -:-
19:30 Uhr SG BBM Bietigheim : Eintracht Hildesheim -:-
19:30 Uhr Wilhelmshavener HV : EHV Aue -:-
19:30 Uhr HSC 2000 Coburg : VfL Eintracht Hagen -:-
20:00 Uhr HSG Konstanz : HSG Nordhorn-Lingen -:-

19:30 Uhr: SG BBM Bietigheim vs. Eintracht Hildesheim

Das Auftaktprogramm von Eintracht Hildesheim hat es wahrlich in sich. Vier der bisherigen sechs Kontrahenten stehen unter den besten sechs Teams der Liga. Der Bergische HC führt derzeit die Tabelle an, gefolgt vom letzten Gegner VfL Lübeck-Schwartau, die HSG Nordhorn-Lingen liegt auf Rang fünf, Emsdetten ist Sechster. Und mit der SG BBM Bietigheim kommt ein weiteres Topteam der Liga auf den Aufstieger zu. Die Bietigheimer belegen derzeit Rang vier. Doch Jammern hilft bekanntlich nicht viel. Und mit 5:7 Punkten stehen die Aufsteiger trotz des schweren Auftakts auf einem starken zehnten Tabellenrang und rechnen sich auch gegen die SG BBM Bietigheim echte Chancen aus. 

Doch die Gastgeber aus Bietigheim gehen selbstredend als klarer Favorit in die Partie. Dabei hört sich der Schlüssel zum Erfolg recht simpel an: „Das Ganze steht und fällt mit unserer Leistung im Abwehr/Torwart-Verbund“, meint SG-Coach Mayerhoffer. Und die passte fast ausnahmslos in den bisherigen Spielen. Dass Domenico Ebner im Tor der Bietigheimer eine Glanzleistung nach der anderen abliefern kann, ist auch ein Verdienst einer intensiven Abwehrleistung. „Wir brauchen am Samstag dieselbe Einstellung und Körpersprache und dieselbe Abwehr wie in den letzten Spielen“, stellt Mayerhoffer klar. Schon früh in der Saison scheint sich auszuzahlen, dass der Kader in dieser Saison bei gleicher Leistungsdichte um eine Rückraumposition verbreitert wurde. „Wir können ohne Leistungsverlust durchwechseln und 60 Minuten volles Tempo gehen“, so Mayerhoffer, „das hilft uns sehr.“

Wenn die Bietigheimer einmal ins Rollen kommen, werden sie von den Gästen aus Hildesheim wohl kaum aufzuhalten sein. Dass die Aufsteiger an guten Tagen allerdings auch mit den Topteams den Liga mithalten können, bewiesen sie nicht nur beim 28:28 gegen den noch immer ungeschlagenen TV Emsdetten.

19:30 Uhr: Wilhelmshavener HV vs. EHV Aue

Am Samstag erwartet die Fans beim Spiel zwischen dem Wilhelmshavener HV und dem EHV wohl einmal mehr ein echter Krimi in der 2. Handball-Bundesliga. Denn beide Teams sind mit 4:8 Punkten Tabellen-Nachbarn, der EHV Aue ist bislang in fremder Halle noch ohne Punktgewinn, Wilhelmshaven konnte bisher vor eigenem Publikum noch nicht siegen.

So wollen beide Teams ihre negative Serie beenden. "Wir müssen einmal mehr an unsere Grenzen gehen, wenn wir dieses Spiel gewinnen wollen", blickt WHV-Trainer Christian Köhrmann dem Duell Sachsen entgegen. Personell gibt es allerdings noch einige Fragezeichen bei den Jadestädtern, die aller Voraussicht nach auf den verletzten Tobias Schwolow verzichten müssen. Der Rotschopf hatte sich in Eisenach früh an der linken Schulter verletzt und konnte fortan nicht mehr eingesetzt werden. Köhrmann: "Trotz intensiver Behandlung hat sich die Lage im Laufe der Woche nicht gebessert - es sieht also nicht gut aus." Dafür sind Matej Kozul und Janik Köhler in den letzten Tagen wieder ins Training eingestiegen.

Auf der anderen Seite sind bis auf die Langzeitverletzten alle Mann an Bord des EHV. Aue-Manager Rüdiger Jurke sieht sein Team in der Pflicht. Allerdings sei man „mit einem Sieg absolut im Soll.“ So sieht man es wohl auch beim WHV.

19:30 Uhr: HSC 2000 Coburg vs. VfL Eintracht Hagen

Auch der VfL Eintracht Hagen schaut auf ein knüppelhartes Auftaktprogramm zurück. 0:12 Punkte, eine Tordifferenz von -36 bedeuten den letzten Tabellenplatz der 2. Handball-Bundesliga. Am Samstagabend gastieren die Aufsteiger nun beim Absteiger HSC 2000 Coburg und haben den nächsten schweren Brocken vor der Brust.

Die Coburger konnten zu Beginn der Saison die hohen Erwartungsansprüche nicht wirklich erfüllen, mittlerweile sind die Franken allerdings wieder voll im Soll. Mit einem Sieg gegen die Hagener setzen sich die Coburger in der großen Spitzengruppe der 2. Handball-Bundesliga fest. Selbstvertrauen geben ihnen dabei sicherlich die vergangenen zwei Partien, als zunächst der HBW Balingen-Weilstetten - einer der großen Aufstiegsaspiranten - überraschend souverän geschlagen und im Anschluss die Aufsteiger des HC Rhein Vikings mit einem 27:13-Erfolg nahezu deklassiert wurden. 

Beim VfL Eintracht Hagen muss am Samstag alles stimmen, wenn beim großen Favoriten aus Coburg am Ende etwas Zählbares mitgenommen werden soll. Alles andere als ein klarer Sieg des HSC wäre eine große Überraschung.

20:00 Uhr: HSG Konstanz vs. HSG Nordhorn-Lingen

Ohne Frage, das Heimspiel in der letzten Saison gegen Nordhorn-Lingen war für die HSG Konstanz einer der emotionalen Höhepunkte der Saison. Ausgerechnet gegen den Europapokalsieger von 2008 gelang damals im dritten Anlauf der erste Heimsieg (24:23) nach der Rückkehr in die 2. Handball-Bundesliga – und die „Schänzlehölle“ bebte. Aber auch das neuerliche Gastspiel der HSG Nordhorn-Lingen wird ein Treffen der Gegensätze.

Denn die Ziele in Niedersachsen sind klar formuliert: Aufstieg in die DKB Handball-Bundesliga, und das so bald wie möglich. Und bisher blicken die Nordhorner auf eine starke Saison zurück. Lediglich im vergangenen Spiel musste die HSG eine knappe Niederlage gegen das Spitzenteam aus Rimpar hinnehmen. Nach den bisherigen Ergebnissen und dem Auftreten des 2-Städte-Teams kommt man deswegen nicht umhin, diesem die klare Favoritenrolle zuzuschieben.

Dass es bei der HSG Konstanz zur Zeit noch nicht so rund läuft, ist für HSG-Cheftrainer Daniel Eblen klar: „Wir haben doch alle gewusst, dass das zweite Jahr ganz sicher schwer wird.“ Dennoch tritt man weiter mit positiver Einstellung an die kommenden Aufgaben heran: „Wir gehen weiter positiv in unsere Aufgaben rein, arbeiten hart an uns und mit viel Spaß bei der Sache. Wir wissen, wofür wir es tun und dass die 2. Bundesliga etwas Besonderes für uns ist. Hier weiter Dabeisein zu dürfen ist uns ein großer Ansporn, wir wissen um das Privileg, zur stärksten zweiten Liga der Welt zu gehören.“

Foto: Dieter Dorn

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