22.12.2017  2. Handball-Bundesliga

Spieltag 19: 2. Handball-Bundesliga stimmt sich am Freitagabend auf Weihnachten ein

Fast könnte man meinen, Weihnachten ist für Handballprofis ein Fremdwort. Bevor sie nämlich die Möglichkeit bekommen, gedanklich vom handballerischen Alltag etwas Abstand zu gewinnen, müssen sie noch zwei Mal auf die Platte. Zunächst treffen am heutigen Freitagabend neun Teams der 2. Handball-Bundesliga zum letzten Mal vor Weihnachten 2017 aufeinander. Spielbeginn ist in Hamm um 19.15 Uhr, weitere Partien wie in Balingen folgen ab 19:45 Uhr.

HBW Balingen-Weilstetten vs. SG BBM Bietigheim

Die Gallier von der Alb treffen im letzten Heimspiel des Jahres und zum Abschluss der Hinspielrunde am Freitagabend auf die SG BBM Bietigheim und bereits am 2. Weihnachtsfeiertag, also nur vier Tage später, müssen sie zum Auswärtsspiel nach Essen fahren.

Erste und oberste Priorität hat aber zunächst das Heimspiel gegen den Tabellenzweiten aus Bietigheim. Nach den Heimniederlagen gegen den Bergischen HC und vor einer Woche beim Tabellendritten, dem VfL Lübeck-Schwartau, zählte gegen den Zweiten des Tableaus, die SG BBM Bietigheim, nur ein Sieg. Spielbeginn in der Balinger SparkassenArena ist am Freitag, 22. Dezember, um 19:45 Uhr. Die Leitung der Partie haben die beiden Unparteiischen Raphael Pieper (Kiel) und Jannik Otto (Syke-Barrien/Niedersachsen).

„Die Gier, die Punkte hier zu behalten, muss gegen Bietigheim unheimlich groß sein“, weiß HBW-Trainer Jens Bürkle, dass es gegen den Tabellenzweiten ganz schwer wird und, dass am Ende wahrscheinlich der größere Siegeswille entscheiden wird. Grundsätzlich ist der Sportwissenschaftler mit den Fortschritten seiner Mannschaft zufrieden, aber er ärgert sich natürlich darüber, dass trotz der Leistungssteigerung aus den letzten drei Spielen unter dem Strich nur zwei Punkte stehen. Kleinigkeiten hatten gegen den Bergischen HC und auch gegen den VfL Lübeck-Schwartau den Ausschlag gegeben. Das soll sich am Freitagabend ändern. „Dazu brauchen wir aber wieder das Publikum, das uns nach vorne treibt, damit wir endlich auch mal einen der Größeren schlagen können“, weiß Bürkle, dass hundert Prozent von seiner jungen Truppe alleine nicht ausreichen werden, um vor Weihnachten noch zwei Punkte zu holen.

Darauf angesprochen, was den Tabellenzweiten aus Bietigheim in dieser Saison auszeichnet, muss der HBW-Coach nicht lange überlegen. „Viel wird von unserem Rückzug abhängen“, erklärte er, dass die SG die schnellste Mannschaft der Liga sei. „Die spielen mit einem sehr, sehr hohen Tempo. Das ist schon Erstliga reif, mit welcher Gier sie den Ball nach vorne spielen“, zollt er dem Tempogegenstoß über die Außen und der zweiten Welle die hinterherkommt, größten Respekt. Wichtig sei am Freitagabend, dass seine Mannschaft im Angriff möglichst wenig Fehler mache, um Bietigheim dieses schnelle Spiel nicht einfach zu machen.

Maßgeblichen Anteil am derzeitigen Erfolg der SG BBM Bietigheim haben unter anderem auch drei Spieler mit HBW-Vergangenheit. Da ist zum einen Robin Haller, der von der Jugend an bis 2006 im Perspektivkader, aber auch in der ersten Mannschaft zum Zuge kam. Ihn kennt man hier noch als Allrounder, der mit Ausnahme im Tor auf fast allen Positionen eingesetzt werden kann. Zwischen den Pfosten steht mit Jürgen Müller ebenfalls ein Ex-HBW‘ler. Auch er begann seine Balinger Karriere in der JSG und schaffte es über den Perspektivkader in den erweiterten Kreis der Bundesligamannschaft. Mit „Krake“, so der Spitzname von Müller, hat die SG BBM Bietigheim zu Beginn dieser Saison einen Torhüter mit internationaler Erfahrung verpflichtet. Von Balingen aus führte der Weg des Schrambergers über den HSV Handball zum SC Magdeburg und von dort nach Schweden zu Ystads IF. Von Schweden führte ihn sein Weg über den TV Bittenfeld und Eintracht Hagen nach Bietigheim.

Nur einen einzigen Wechsel in seiner Karriere hat mit Felix König der nächste Spieler mit HBW-Vergangenheit in seiner Vita stehen. Nach einer schier endlosen Verletzungszeit, in der man sogar schon über das Ende seiner sportlichen Laufbahn nachgedacht hatte, suchte „Flixer“ in gegenseitiger Absprache mit den HBW-Verantwortlichen zu Beginn dieser Saison eine neue Herausforderung und landete schließlich bei der SG BBM Bietigheim. Dort hat er sich sehr schnell integriert, genießt das volle Vertrauen seines Trainers und hat in den letzten Wochen dem SG-Angriff in vielen Phasen auf der Rückraummitte seinen Stempel aufgedrückt.

Alle drei, vor allem der aus Weilstetten gebürtige König, haben in Balingen noch viele Freunde und Bekannte. Diese Freundschaften und Bekanntschaften, werden am Freitagabend für 60 Minuten auf Eis gelegt. Müller, Haller und König kommen nicht zu einem Kaffeekränzchen in die Balinger SparkassenArena, sondern sie kommen, um die Punkte mit nach Bietigheim zu nehmen. Das möchten Strobel und Co. mit allen Mitteln verhindern, um sich zum einen für die guten Spiele endlich mal zu belohnen und zum anderen, den Anschluss an die vorderen Plätze nicht zu verlieren.

Quelle: HBW Balingen Weilstetten

HC Elbflorenz Dresden vs. TV Emsdetten

Nachdem am vergangenen Sonntag gegen den Gast aus Coburg ein Punkt gesichert werden konnte, steht bereits am Freitag das Auswärtsspiel beim HC Elbflorenz Dresden auf dem Programm.

Der Gastgeber hat aus den letzten fünf Spielen nur 2 Punkte auf seinem Konto verbuchen können. Diese zwei Punkte konnten ausgerechnet beim Nachbarn in Nordhorn auswärts in den Bus verladen werden. Von insgesamt 14 Punkten hat Dresden erst drei auswärts geholt und steht aktuell auf Platz 13. Heimspiele können somit in dieser Saison eher als Stärke beim Gastgeber angesehen werden.

Besser sieht die Auswärtsbilanz beim TV Emsdetten aus. 7:11 Punkt aus 9 Auswärtsspielen stehen beim TV Emsdetten bisher in der Bilanz, bei insgesamt 20 Punkten auf Habenseite und somit Platz 10.
Der Kader des TVE ist bekanntermaßen knapp aber gut besetzt. Die Personalsituation wird allerdings durch die Verletzungen von Andre Kropp und Marten Franke noch ein wenig angespannter. Bei beiden steht noch ein Fragezeichen vor einem Einsatz am Freitag. Umso werden sich die verbliebenen Spieler ins Zeug legen müssen, damit die lange Heimfahrt nicht mit leeren Händen angetreten werden muss.

Anwurf der Partie ist in der BallsportArena Dresden am Freitag um 19:30 Uhr. Dirk „Schemi“ Schemann wird wie gewohnt live aus der Halle übertragen.

Freitag, 22. Dezember 2017 ab 19:15 Uhr live aus der Ballsport-Arena

Quelle: TV Emsdetten

 

 

HG Saarlouis vs. ThSV Eisenach

„…noch einmal alles aus uns rausholen“
Zwei Partien am Weihnachts-Wochenende: Eisenach und Nordhorn

Saarlouis. „Die Mannschaft will und wird an diesem Wochenende Zeichen setzen. Wir werden die Spielgeschwindigkeit erhöhen und wir werden von der ersten bis zur letzten Minute in beiden Spielen noch einmal alles aus uns rausholen.“ HGS-Coach Philipp Kessler ist überzeugt, dass an diesem Weihnachtswochenende in den beiden Heimspielen gepunktet wird, auch wenn die Gegner unabhängig vom jeweiligen Tabellenplatz beide echte Herausforderungen sind. Team, Trainer und der ganze Verein haben in den letzten Wochen einiges an Kritik einstecken müssen, denn es lief nicht auf der Platte. Am Freitag und am kommenden Dienstag gibt es zwei Chancen, sich zu rehabilitieren. Dass sie es können, haben sie vor allem in der heimischen Stadtgarten-Arena schon bewiesen. „Wir werden positiv an das Weihnachtswochenende rangehen.“ heißt Kesslers Parole für die beiden Partien.

„Es wird nicht alles funktionieren, aber die Mannschaft wird sich in den letzten 120 Spielminuten vor der Winterpause so reinhängen, wie das von ihr erwartet wird. Wir müssen gemeinsam durch dieses Tal und wieder die Leistung zeigen, die wir zeigen können, wenn alle Spieler ihr Potenzial abrufen.“ Ganz Ähnliches hört man derzeit auch aus Eisenach: „Wir müssen uns selbst aus dem Sumpf herausziehen“, hatte Neu-Trainer Arne Kühr nach dem Teilerfolg im Heimspiel gegen Hamm (26:26) betont und für die beiden noch ausstehenden Spiele vor der Winterpause gegen die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, Saarlouis und Aue, gefordert: „Es muss noch gepunktet werden.“ Auf der Platte hat man zudem einen ganz Erfahrenen zurückgeholt: Kreisspieler Nicolai Hansen, der sich zum Ende der letzten Saison nach fünf Jahren aus Eisenach verabschiedet hatte. Der 35jährige soll vor allem in der Abwehr mit seiner Erfahrung und seinem Können für mehr Stabilität sorgen. Nicht spielen wird bei Eisenach am Freitag der Ex-Saarlouiser Ibai Meoki. Der Mittelmann ist verletzt. Bei der HGS fehlt nach seiner Kreuzband-OP weiterhin Peter Walz.

Quelle: HG Saarlouis

VfL Eintrach Hagen vs. EHF Aue

Mit zwei Kracherspielen endet das Jahr für die Handballer des VfL Eintracht Hagen in der 2. Bundesliga, ehe es für die Mannschaft von Trainer Niels Pfannenschmidt in die Europameisterschaftspause geht, und der Spielbetrieb bis Anfang Februar ruht. Zunächst treffen die Grün-Gelben auf den direkten Tabellennachbarn EHV Aue, ehe am zweiten Weihnachtstag der TV Emsdetten zum Auftakt der Rückrunde in der Arena am Ischeland gastiert.

Der EHV Aue erlebte in dieser Spielzeit etliche Höhen und Tiefen – vom 14. bis 16. Spieltag belegte die Mannschaft von Trainer Stephan Swat den letzten Tabellenplatz, ehe sie eine Serie von drei Siegen sie auf den 17. Rang und bis auf zwei Punkte an den VfL heranführte. Während die Eintracht in den vergangenen neun Begegnungen 10:8 Punkte sammelte, kam die Mannschaft aus dem Erzgebirge in dieser Zeitspanne auf 6:12 Zähler. Auswärts gelang den Sachsen bisher nur ein Erfolg – am vorletzten Spieltag, ausgerechnet im Ost-Duell mit dem Dessau-Roßlauer HV.

„Aue ist seit der Rückkehr von Spielmacher Eric Meinhardt und dem Halblinken Janar Mägi wieder im Aufwind. Sie haben spätestens mit dem Sieg gegen den HC Elbflorenz die Wende geschafft, haben das Momentum auf ihrer Seite. Sie kommen mit breiter Brust nach Hagen“, analysiert Pfannenschmidt. Viel wichtiger ist dem Ostwestfalen aber der Blick auf die eigene Mannschaft. Das Spiel bei der DJK Wölfe Rimpar ist analysiert, besprochen und abgehakt („Der Gegner hat gut gespielt, das muss man auch mal akzeptieren“), nun gilt es sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren.

„Wir haben zuhause in dieser Saison sehr stabil gespielt, brauchen uns nicht zu verstecken. Vielmehr gehen wir mit viel Selbstvertrauen ins Spiel und wollen wir unsere Serie von 10:2 Punkten in der Arena am Ischeland ausbauen“, betont der 43-Jährige. Das Ziel ist daher ganz klar formuliert: „Wir besinnen uns auf unsere Stärke – und wollen mit einem Sieg den Abstand auf einen direkten Konkurrenten vergrößern.“

Die Vorzüge der Gäste sieht Pfannenschmidt im physischen Bereich: „Sie sind sehr stabil, stellen eine körperlich sehr starke Mannschaft.“ Neben Meinhardt und Mägi gilt es den dritten Rückraumspieler Gregor Remke zu beachten, der genau wie Kreisläufer Phillip Jungmann der Leipziger Nachwuchsschmiede entstammt.

Wie beinahe alle Mannschaften zu diesem Zeitpunkt der Saison gehen auch die Grün-Gelben auf dem Zahnfleisch und haben mit einigen Blessuren oder Trainingsausfällen zu kämpfen. Generell sagt Pfannenschmidt mit Blick auf sein Personal dennoch: „Soweit alles gut.“ Verständlich, stehen ihm mit der Rückkehr von Tim Lindner (Kehlkopfverletzung) und Jan König (Einsatz in der zweiten Mannschaft) abgesehen vom Langzeitverletzten Jan-Lars Gaubatz voraussichtlich wieder alle Akteure zur Verfügung.

Quelle: VfL Eintracht Hagen

ASV Hamm-Westfalen vs. HSG Nordhorn-Lingen

 

 

HSG Konstanz stimmt sich auf DRHV und ASV Hamm-Westf. ein

Alle lagen sie sich in den Armen bei der HSG Konstanz, auf der Tribüne und auf dem Spielfeld sowieso. Nach dem zweiten Sieg in Folge war die Freude über den Coup gegen den zuvor sieben Spiele ungeschlagenen TUSEM Essen riesengroß. Doch so groß der Jubel auch war, genauso schnell wurde zur Tagesordnung übergangen. Schließlich wartet auf die HSG Konstanz über Weihnachten eine so wohl einmalige Belastung. Am Freitag wird in Dessau gespielt, am Dienstag in Hamm. Macht 2600 Kilometer im Mannschaftsbus für Spieler und Verantwortliche über das „Fest der Familie“.

Kurios dabei: Manche Vereine genießen an den zuschauerträchtigsten Spielterminen über die Weihnachstage – das Christmas-Game in Konstanz lockte im vergangenen Dezember über 1600 Fans – zweimal Heimrecht, andere zumindest einmal, während andere wiederum zweimal auf Reisen sind, die im Konstanzer Fall auch noch sehr weit sind. „Wir nehmen das hin wie es kommt“, möchte sich HSG-Präsident Otto Eblen trotz des kuriosen Spielplans mit dem letzten Hinrunden- und ersten Rückrundenspiel dennoch nicht beschweren. „Das einzige, was wir tun können und was wirklich zählt ist gewinnen – auch wenn das keiner erwartet.“ Schließlich, so sagt sein Sohn und HSG-Cheftrainer Daniel Eblen „viel schwerer als in Dessau und in Hamm geht es nicht.“

Etappe eins in Anhalt führt die HSG mit Abfahrt am Donnerstagmittag zum Überraschungsteam der Saison. Dessau, im letzten Jahr wie die HSG in die 2. Bundesliga aufgestiegen, spielt „eine riesen Saison“, wie Tom Wolf zusammenfasst. Daniel Eblen nötigt vor allem die hervorragende Arbeit von Trainer Uwe Jungandreas, der zuvor den rumreichen SC Magdeburg in der 1. Bundesliga betreut hatte, größten Respekt ab. „Wenn es eine Tabelle gäbe, wer aus den Voraussetzungen das Beste macht, wäre Dessau sicher ganz vorne.“ Zudem hat sich der DRHV zu dieser Saison gut verstärkt, hat nun mittlerweile sechs Tschechen im Team, mit Neuzugang Libor Hanisch am Kreis und Linksaußen Marek Vanco sogar zwei aktuelle A-Nationalspieler. Dazu kommen viele ehemalige Spieler der im weiteren Umkreis liegenden Erstligisten SC Magdeburg, SC DHfK Leipzig und den Füchsen Berlin. Aktuell sind es alleine acht Spieler, die zuletzt für einen den drei Bundesligisten aufliefen, einige mehr haben über eine Zwischenstation den Weg nach Dessau gefunden.

„Sie spielen eine sehr aggressive Abwehr und haben mit Philip Ambrosius einen guten Torwart“, warnt der HSG-Coach. „Aber auch der Kreis ist mit Hanisch, die Spielmacherposition mit Vincent Sohmann gut besetzt. Sie haben einen ganz dichten Kader.“ Damit mischt Dessau derzeit die 2. Bundesliga auf und ärgert die Spitzenteams der Liga, zu denen der DRHV selbst längst zählt. Bis auf Platz fünf schob sich der traditionsreiche Ex-Erstligist, der mittlerweile seine 22. Saison in Liga zwei absolviert. Bei den beiden schweren Aufgaben über Weihnachten muss Konstanz dabei auf Toptorschütze Paul Kaletsch – viertbester Torschütze der 2. Bundesliga – verzichten, der ebenso wie Stefan Hanemann, Michael Oehler, Benjamin Schweda, Samuel Wendel und Sebastian Bösing verletzt ausfällt. Mathias Riedel ist zwar weiter angeschlagen, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung.

Doch Daniel Eblens Freude am vergangen Samstag nach dem Spiel gegen Essen war auch deshalb so groß, weil die bislang weniger zum Einsatz gekommenen Tom Wolf und Max Schwarz mit neun und acht Toren ihr großes Potenzial unter Beweis stellten, Max Wolf hatte schließlich schon in Dresden für Furore gesorgt. „Die zwei Punkte waren wichtig, auch, dass wir endlich ein knappes Spiel für uns entschieden haben“, meint der A-Lizenzinhaber und fügt an: „Aber toll war auch, dass und wie die Jungs das in dieser Formation geholt haben. Die Jungs kennen jetzt unsere Abläufe.“

Nach der Abreise am Donnerstag und der Rückkehr am Samstagmorgen bleibt immerhin noch der „Heilige Abend“ für die Familie, während am 25. Dezember schon die nächste Fahrt Richtung Hamm zum Spiel am Dienstag ansteht, von der die HSG schließlich am Mittwochmorgen zurückkehren wird. Eine immense Belastung, da über die Feiertage noch die Nachbereitung der ersten und die Vorbereitung auf die zweite Partie ansteht. Vor allem für Trainer Eblen ein Fulltime-Job. „Beide Hallen werden über Weihnachten sicher voll sein, darauf freuen wir uns“, lächelt er, obwohl er auch gerne eine Partie vor eigenem Publikum ausgetragen hätte.

In Hamm erwartet ihn stattdessen ein weiterer Ex-Erstligist, der als Tabellenvierter aussichtsreich im Kampf um den Aufstieg platziert ist. Seit fünf Spielen ist der ASV Hamm ungeschlagen und verfügt – wie zuletzt Essen – über ein riesengroßes Selbstvertrauen. Die Nordrhein-Westfalen gelten als eines der heimstärksten Teams der 2. Bundesliga, das daheim nicht nur 15:3 Punkte aufzuweisen hat, sondern sogar Topteams wie Erstligaabsteiger Balingen (39:28) und den Tabellenzweiten Bietigheim (35:19) regelrecht aus der Halle gefegt hat. Tortorschütze ist der letztjährige Zweitliga-Toptorjäger Vyron Papadopoulos, dazu sind der österreichische Nationalspieler Christoph Neuhold und der aus der ersten Liga verpflichtete Julian Krieg brandgefährlich.

„Das ist mit die schwerste Aufgabe, die es auswärts in dieser Liga gibt“, zeigt Eblen trotz des knappen 24:21-Erfolges von Hamm im Hinspiel auf, als die Gäste erst in den letzten Minuten den Sieg sicherstellen konnten. Mit Blick auf die Leistungsexplosion bei Tom und Max Wolf sowie Max Schwarz bekennt er: „Vom Trainer wird erwartet, für jedes Spiel die optimale Lösung zu finden. Das ist nicht immer einfach. Ich hoffe, dass wir uns jetzt mit drei Spielern auf Halblinks und vier auf Halbrechts so stabilisieren, dass wir immer entsprechend reagieren können – zur Not auch ohne unseren Toptorschützen.“ Diese zuletzt als Mannschaft schon gegen die fünf Topteams der Liga gezeigte Stabilität, die dort trotz guter Leistung noch nicht mit Punkten belohnt wurde, möchte der 43-Jährige nun dauerhaft konservieren und hofft, dass damit nun „stabil Punkte geholt werden.“ Denn die Wünsche zum Fest und Jahresausklang sind klar: „Wenn wir noch etwas Zählbares holen, wäre das richtig stark. Und wenn wir uns daneben auf Halbrechts auch ohne Paul auf hohem Niveau stabilisieren, haben wir unabhängig davon auf jeden Fall etwas gewonnen.“

Quelle: HSG Konstanz

Wilhelmshaver HV vs. TUSEM Essen

Jahresendspurt in der 2. Handball-Bundesliga: Vier Punkte sind in den kommenden Tagen noch zu vergeben und mit weniger wollen sich Spieler und Verantwortliche des Wilhelmshavener HV auch nicht zufrieden geben. Die ersten zwei Zähler peilt Trainer Christian Köhrman mit seinem Team heute Abend (20 Uhr, Nordfrost-Arena) im Heimspiel gegen TuSEM Essen an.

"Wir haben gegen Saarlouis 50 Minuten lang sehr guten Handball gespielt", blickt Köhrmann auf den jüngsten Heimauftritt und den 31:26 Erfolg über die Saarländer zurück. "Gegen Essen müssen wir allerdings noch eine Schippe drauflegen, weil der Gegner über noch mehr individuelle Qualität verfügt. Da kommt jede Menge Arbeit auf uns zu."

Die Westfalen sorgten zuletzt mit einer Serie von sieben ungeschlagenen Spielen in Folge für Furore, verloren aber am vergangenen Wochenende knapp bei der HSG Konstanz. "Die Aggressivität in der Abwehr hat uns über weite Strecken gefehlt", sagte TuSEM-Coach Jaron Siewert. "Auch der WHV verfügt über einen sehr beweglichen Rückraum. Wir müssen die Zweikämpfe wieder mit mehr Biss führen, wenn wir gewinnen wollen."

Auch Köhrmann setzt im Duell mit den Essenern auf eine stabile Defensive. "Im Vergleich zu Saarlouis müssen wir noch ein paar Bälle mehr gewinnen. Auch die Torhüterparaden dürfen natürlich nicht fehlen." Hinter dem Einsatz von Tobias Schwolow steht noch ein Fragezeichen, auch Rutger ten Velde ist angeschlagen, wird aber wohl spielen können. Zum letzten Spiel des Jahres reisen die Jadestädter dann am kommenden Dienstag, 26. Dezember, zu Aufsteiger Eintracht Hildesheim.

Quelle: WHV

HSC Coburg fokussiert Weihnachtsgegner

Coburg – Bergischer HC, VfL Lübeck-Schwartau, SG BBM Bietigheim – diese nächsten drei Spiele gegen die derzeitige Nummer Eins, drei und zwei der Liga werden eine Vorentscheidung bringen. Kann der HSC 2000 Coburg weiter um die Vergabe der beiden Aufstiegsplätze mitreden oder bleibt der verletzungsgebeutelten Mannschaft von Jan Gorr in der am Dienstag beginnenden Rückrunde nur die Zuschauerrolle bei der Vergabe. Dabei hat der Spielplan ein ganz besonderes „Weihnachts-Schmankerl“ für die Fans in der Region Coburg parat. Am heutigen Freitagabend (Anwurf um 20 Uhr) gastiert mit dem BHC der souveräne Spitzenreiter (34:2 Punkte) in der Vestestadt, am 2. Weihnachtsfeiertag (Anwurf um 17 Uhr) kommt Lübeck (26:10 Punkte). Nach Bietigheim (27:9 Punkte) muss Coburg zum Auftakt 2018 Anfang Februar nach der Europameisterschaftspause.

Nach der, weil mit vielen Ausfällen behafteten, durchwachsenen Hinrunde scheint der BHC für Coburg derzeit ein übermächtiger Gegner. Zumal noch nicht klar ist, ob Tobias Varvne und Romas Kirveliavicius nach ihrem Fehlen in Emsdetten aufgrund von muskulären Problemen diese überwunden haben und zur Verfügung stehen werden. Doch die Mannschaft hat gezeigt, dass sie beißen kann.

Beim Bergischen HC deutet alles darauf hin, dass der „Betriebsunfall“ Abstieg sofort wieder wettgemacht werden kann. Nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem VfL Gummersbach mussten die Bergischen Löwen nach einer tollen Rückrunde und vier Jahren in der ersten Liga wieder runter. Bereits 2012/2013 gelang der sofortiger Wiederaufstieg. Mit acht Punkten Abstand auf einen Nichtaufstiegsplatz ist der BHC drauf und dran, das zu wiederholen. In knappen Spielen gerade zu Saisonbeginn hatte die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze, die sich da erst noch richtig finden musste, neben dem Können auch das nötige Glück. Hinzu kommt, dass der BHC im Trainingsablauf und Umfeld den gleichen Aufwand betreibt wie in der ersten Liga, bei weiten Aufwärtsfahrten am Vortag anreist. Hinzu kommen die namhaften Verpflichtungen von Erstligaspielern mit Bastian Rutschmann (aus Göppingen) im Tor, Csaba Szücs auf der Mittelposition von Hannover-Burgdorf, dazu weitere Neuzugänge mit internationaler Erfahrung und der Stamm aus dem vergangenen Jahr. Somit stellt sich derzeit nur die Frage, nicht ob aufgestiegen wird, sondern wann, da sich die Teams dahinter in regelmäßiger Folge die Punkte gegenseitig abnehmen.

Der VfL Lübeck-Schwartau, das einzige Team das dem Bergischen HC bislang bezwingen konnte, liegt in dem Bereich, in dem sie sich erwartet haben. Für den HSC wird es darauf ankommen, die Kreise von Oliver Milde im Rückraum einzuschränken um sich für die Hinspielniederlage zu revanchieren. Im Spitzenspiel vor zwei Wochen in Bietigheim gelangen Milde 14 der 28 Lübecker Treffer, trotzdem zu wenig für einen Erfolg. Das bestätigt das, was Trainer Torge Greve festgestellt hat: „So ein bisschen fehlt uns noch die Konstanz, die Schwankungen sind einfach zu groß.“ Dies war aber auch beim HSC der Fall, oftmals jedoch ausfallbedingt. Auch in den letzten Spielen wird mit TW Oliver Krechel ein wichtiger Akteur fehlen, ob Tobias Varvne und Romas Kirveliavicius zurückkehren, entscheidet sich kurzfristig. „Aufgrund der Zeitschiene ist damit eher am Dienstag als am Freitag zu rechnen, aber Stand heute, Mittwoch ist alles offen“, so Gorr. Der wird sein Team aber auf jeden Fall darauf eingestellt haben, dass Lübeck gerne mit dem siebten Feldspieler agiert. Denn diese taktische Variante war die Basis für den Sieg über den BHC.

Quelle: HSC Coburg 2000

 

Eintracht Hildesheim vs. DJK Rimpar Wölfe

Mit dem Heimspiel gegen die DJK Rimpar Wölfe geht die Hinrunde der diesjährigen Zweitligasaison zu Ende und Eintracht Hildesheim kann mit der aktuellen Position auf einem Nichtabstiegsplatz durchaus zufrieden sein. Wenn es zuletzt in Aue in der ersten Halbzeit leider einen leistungsmäßigen Totalausfall gab, so ist die Mannschaft um Kapitän Robin John in keiner schlechten Ausgangsposition. Um aber in der Januar-Pause tatsächlich auch ein kleines Polster auf die Abstiegsplätze zu haben, muss es in den verbleibenden beiden Spielen des Jahres 2017 möglichst zwei, im besten Fall vier Punkte geben. Doch der nächste Gegner aus Rimpar hat bislang die Erwartungen voll erfüllen können und steht nach einer starken Hinrunde auf einem guten sechsten Platz. „Die Rimparer Wölfe gehören sicher zu den eingespieltesten und souveränsten Mannschaften dieser 2. Liga“ weiß auch Eintracht-Trainer Gerald Oberbeck. Seine Mannschaft trifft am Samstagabend in der Volksbank-Arena auf das Team aus Unterfranken.

Ihre Qualität hat die DJK auch in diesem Jahr schon häufig gezeigt, denn auch gegen die Topteams der Liga konnte Rimpar gut bestehen. Gegen Bietigheim und Balingen gab es jeweils einen Punkt, in Lübeck und zu Hause gegen Coburg gab es Siege, gegen den Ligaprimus Bergischer HC verloren die Wölfe nur ganz knapp mit 24:25. Im vergangenen Sommer verpasste die DJK-Mannschaft mit Platz vier nur ganz knapp den Aufstieg in die DKB-Handball-Bundesliga. Daher soll auch in diesem Jahr ein Platz im oberen Drittel her, für den Aufstieg wird es aber wohl bei der Besetzung der Liga wieder schwer, obwohl sich der Kader seit dem letzten Jahr kaum verändert hat. Aus ihren finanziellen Möglichkeiten machen die Wölfe das Optimum, soviel kann man sicher feststellen. Es hat sich in Rimpar eine homogene Truppe gefunden, die stark eingespielt auftritt und sich selten eine Blöße gibt. Die Rückraumspieler Patrick Schmidt, Steffen Kaufmann und Benedikt Brielmeier sind die torgefährlichsten Rimparer Werfer. Insbesondere aber Torhüter Max Brustmann ist ein enorm starker Rückhalt und gehört zu den besten Torhütern der 2. Liga.

Eintracht wird gegen diesen starken Gegner in eigener Halle nur bestehen können, wenn die Mannschaft ganz anders zu Werke geht, als zuletzt gegen den EHV Aue. „Wir wissen genau, wo unsere Fehler in Aue lagen“ sagt Kapitän Robin John. „Aber wir sind auch nach anderen Rückschlägen wieder aufgestanden und wir werden auch in den nächsten beiden Heimspielen ganz anders auftreten.“ Das Team will wieder zu den eigenen Stärken finden, wobei der gute Teamgeist dabei eine wichtige Rolle spielt. Die Stimmung ist gut vor den beiden Weihnachtsheimspielen. Deswegen wollen die Hildesheimer trotz des letzten Rückschlags selbstbewusst auftreten. „Wir müssen wieder aus einer kompakten Deckung heraus agieren und uns dann im Angriff die Tore erarbeiten“ sagt Trainer Gerald Oberbeck. „Wenn wir unsere Chancen wieder besser nutzen, werden wir auch gegen Rimpar gewinnen können.“ Der Hildesheimer Coach hofft dann auch auf einen Einsatz von Niko Tzoufras, der gegen Ende der Woche wieder ins Training einsteigen soll. Auch sonst werden wohl alle Spieler rechtzeitig zur Partie vor dem Heiligabend fit. Unter dem Weihnachtsbaum will das Eintracht-Team dann auch zwei Punkte feiern können.

Quelle: Eintracht Hildesheim

Rhein Vikings mit zwei Spielen zu Weihnachten

Nein, die beiden Heimspiele, die auf Handball-Zweitligist HC Rhein Vikings (Foto: Wort & Lichtbild) rund um die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage warten, dürften – um im Bild zu bleiben – alles andere als besinnlich werden. Immerhin geben im heimischen Castello dicht aufeinandergefolgt der Tabellendritte sowie der Zweite ihr Stelldichein: So gastiert am Freitag, 22. Dezember, zunächst um 20 Uhr der VfL Lübeck-Schwartau beim Team von Vikings-Trainer Ceven Klatt, bevor seine Schützlinge es am zweiten Weihnachtsfeiertag mit der SG BBM Bietigheim zu tun bekommen. „Beide Mannschaften sind absolute Top-Teams der Liga und haben eine eindrucksvolle Hinrunde gespielt. Wir sind in diesen schwierigen Spielen sicher eindeutig in der Außenseiterrolle“, sagt Klatt.

So sei Schwartau-Lübeck nach Siegen gegen die beiden Erstliga-Absteiger Balingen-Weilstetten und Bergischer HC praktisch die „Mannschaft der Stunde“, die in Oliver Milde über den derzeit wohl formstärksten Rückraumlinken der Liga verfüge. „Dazu stellt der VfL insgesamt eine körperlich sehr starke Mannschaft, die sich in Dennis Klockmann zudem noch auf einen sehr starken Torhüter verlassen kann“, weiß Klatt.

Ein wenig anders, aber nicht minder hochwertig kommt der Vikings-Gegner des 26. Dezembers daher: Auch die Partie gegen Bietigheim, die zudem das erste Spiel der Rückrunde ist, „ist extrem schwierig. Das haben wir schon bei unserer 20:30-Niederlage bei unserem ersten Zweitliga-Spiel zu spüren bekommen“. Natürlich hofft Klatt, „dass wir uns vor heimischem Publikum gegen den Gegner, der eine „unglaubliche Breite im Kader hat“, besser aus der Affäre ziehen. Wenn dies gelingen soll, müsse vor allem das Tempospiel inklusive erster und zweiter Welle in den Griff bekommen werden.

Bange ist dem Aufsteiger trotz der schwierigen Aufgaben jedoch nicht. „Wir spielen zu Hause, wollen den Zuschauern schöne Heimspiele liefern und werden alles reinwerfen, was wir können“, kündigt Klatt an. Zu was das letztlich führen kann, haben die Vikings in der Vergangenheit unter anderem bei ihren Heimsiegen gegen Top-Teams wie den TV Emsdetten oder den ASV Hamm eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Um trotz des Weihnachtsfestes, welches zwischen dem Heimspiel-Doppelpack wartet, halbwegs im Rhythmus zu bleiben, werden die Vikings am 23. Dezember sowie am ersten Weihnachtsfeiertag Trainingseinheiten einschieben. Wie sich der Kader in den beiden Heimspielen zusammensetzt, ist punktuell noch offen. „Die Bedingungen sind nicht die besten, aber das sind wir ja beinahe schon gewohnt. Wir haben einige kranke und angeschlagene Spieler. Da müssen wir abwarten, wer wann einsatzfähig ist“, verrät der Vikings-Coach.

Quelle: HC Rhein Vikings

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