06.10.2017  2. Handball-Bundesliga

Vorschau Freitagabend - Hamm, Elbflorenz und Hagen mit Heimspielen

Freitagabend - Anwurf in drei Heimspielstätten der 2. Handball-Bundesliga. Der Tabellendritte SG BBM Bietigheim gastiert heute um 19:15 Uhr mit erst zwei Minuspunkten in der laufenden Saison beim ASV Hamm-Westfalen. Der selbstbetitelte Außenseiter HC Elbflorenz 2006 empfängt den HC Coburg, der mit vier Verlustpunkten aktuell hinter seinen Ambitionen bleibt. Tabellenschlusslicht VfL Eintracht Hagen hat die HC Rhein-Vikings aus Düsseldorf zu Gast. Der Ball fliegt ab 19:30 Uhr. Ein Überblick:

ASV Hamm-Westf. vs. SG BBM Bietigheim: 19:15 Uhr

Nach den Duellen gegen die zu dem Zeitpunkt erst- und zweitplatzierten Mannschaften der 2. Handball-Bundesliga steht der ASV Hamm-Westfalen erneut vor einer ganz schwierigen Aufgabe. Mit der SG BBM Bietigheim ist um 19:15 Uhr der Tabellendritte in der WESTPRESS arena zu Gast.

Wie stark der kommende Gegner des ASV ist belegen die jüngsten Ergebnisse: Vier der bisherigen sechs Siege gelangen mit zehn oder mehr Toren Differenz. Nur beim Erstligaabsteiger HSC Coburg unterlag die SG am 2. Spieltag mit 33:27. „Das wird wieder ein schwieriges Spiel für uns. Aber wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen. Und natürlich die Fehler der letzten Spiele abstellen“, sieht ASV-Coach Kay Rothenpieler dennoch Ansätze, wie das Heimspiel erfolgreich zu bestreiten ist. Denn trotz der zuletzt drei Niederlagen gibt es Gründe für die Westfalen, das Heimspiel mit Selbstbewusstsein anzugehen. „Wir haben in dieser Saison ja schon gezeigt, dass wir auch gegen Favoriten auf Augenhöhe spielen können. In Rimpar haben wir gewonnen und auch in Emsdetten fehlte nur ganz wenig“, so Rothenpieler. Insbesondere in der Offensive gab es in den zurückliegenden Partien Verbesserungspotenzial. Entsprechend wurde bei den Westfalen unter der Woche vor allem an der Abschlussqualität gearbeitet. Dabei bezieht Kapitän Jakob Schwabe im Gespräch mit dem Westfälischen Anzeiger alle Mannschaftsteile ein: „In den vergangenen beiden Begegnungen haben wir insgesamt zu viele Bälle verworfen. Daher haben wir versucht, im Training darauf hinzuarbeiten, die Stationen für gute Abschlüsse besser zu finden. Damit wir nicht gezwungen sind, schwierige Bälle aus der zweiten Reihe zu nehmen. Wir müssen insgesamt effektiver werden – dann können wir auch gegen die oberen Teams gewinnen.“

Personell wird Kay Rothenpieler voraussichtlich wieder alle Alternativen zur Verfügung haben. Zumindest zeichnete sich das vor dem Abschlusstraining am Donnerstagnachmittag ab. Karten für die Partie gegen den Tabellendritten sind noch an der Abendkasse erhältlich, die um 17:45 Uhr öffnet. Zudem wird das Spiel auch wieder per TV-Livestream übertragen, der kostenfrei direkt bei YouTube oder über www.live.asv-hamm-westfalen.de zu finden ist.

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HC Elbflorenz 2006 vs. HSC Coburg 2000: 19:30 Uhr

Es gibt kaum Vereine in der 2. Liga, mit denen der HC Elbflorenz eine Vorgeschichte hat. Beim kommenden Gegner, dem HSC 2000 Coburg, gibt es eine. Sie resultiert aus der Drittligaspielzeit 2012/2013, denn da trafen beide Teams schon einmal aufeinander.

In dieser Saison zählt der HSC neben dem BHC und Balingen zu den Favoriten für den Aufstieg. Die Mannschaft von Trainer Jan Gorr spielte in der letzten Saison noch in der 1. Bundesliga, stieg aber letztendlich klar ab. Trotzdem verfügen die Oberfranken über keinen normalen Zweitligakader. Die in weiten Teilen erfahrene Mannschaft ist auf jeder Position super besetzt und eingespielt. Da wäre bspw. mit Rechtsaußen Florian Billek der wahrscheinlich beste Spieler auf dieser Position in Liga 2. Er war in der letzten Saison einer der besten Feldtorschützen der 1. Bundesliga.

Nach einem etwas holprigen Start hat sich der HSC mittlerweile gefangen und zeigt warum er Anwärter auf einen Aufstiegsplatz ist. Bis jetzt haben die Coburger 10:4 Punkte gesammelt und rangieren auf Platz 7. Die letzten Spiele wurden meist allesamt klar gewonnen. Nur im letzten Spiel am Dienstag, gegen den bis dahin lediglich mit 2 Punkten ausgestatteten TUSEM aus Essen, taten sich die Männer von Jan Gorr schwer. Am Ende musste sich der HSC sogar äußerst überraschend mit einem Remis (25:25) in eigner Halle begnügen. Kurzum, der HSC ist in Dresden klarer Favorit. Es ist damit zu rechnen, dass einige der reisefreudigen Coburger-Fans den Weg in die BallsportARENA finden werden. Um die Stimmungshoheit zu behalten, hoffen die Dresdner auf eine gut gefüllte Halle. (Den ausführlichen Bericht zum Gegner gibt es wie immer im Hallenheft „Beutezug“).

Den Dresdner Fans ist nach mittlerweile 7 Spieltagen der 2. Liga sicher klar, es gibt in dieser Liga keine leichten Gegner. Im Normalfall müssen sich die Dresdner jeden Punkt hart erarbeiten. Leider hatten die Sachsen zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen und die Personalsituation spitzt sich zu. Neben dem schon länger verletzten Nils Kretschmer, traf es zuletzt Schlüsselspieler Sebastian Greß. Des Weiteren müssen die Dresdner auf Daniel Zele verzichten. Der Halblinke wurde am Mittwoch näher untersucht. Ein großes Fragezeichen steht außerdem hinter Rechtsaußen René Boese. Für die Dresdner heißt es jetzt noch enger zusammenzurücken. Mental ist die Ausgangsposition für die Dresdner am Freitag eigentlich einfach, denn sie sind der klare Außenseiter. Natürlich wir das Team um seine Kapitäne Arseniy Buschmann und Mario Huhnstock alles versuchen, um es den Coburgern so schwer wie möglich zu machen. Kreisspieler Henning Quade gibt dann auch die Richtung für das Heimspiel vor: „Wir als Aufsteiger sind klarer Außenseiter und müssen schauen, dass wir trotz unserer derzeitigen personellen Lage unsere Chance nutzen. Wir können bei diesem Spiel nur gewinnen und hoffen, dass mit unseren tollen Fans im Rücken etwas möglich ist. Wir werden 60 Minuten kämpfen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.“

Trainer Christian Pöhler sagte vor dem Spiel: „Wir haben uns aufgrund der neuen Lage entschieden, jetzt mehr von Spiel zu Spiel zu denken. Mit dem HSC kommt natürlich ein klasse Team zu uns. Aufgrund der Ausfälle müssen nun halt noch mehr die jungen Wilden zeigen, was sie können. Teilweise haben sie schon gute Ansätze gezeigt. Wir hoffen, dass sich die Breite unseres Kaders hier auszahlt. Wir sind natürlich am Freitag Außenseiter. Aber man hat auch gesehen, dass in dieser Liga viel möglich ist.“

VfL Eintracht Hagen vs. HC Rhein Vikings: 19:30 Uhr

Mit dem Heimspiel am Freitag gegen die HC Rhein Vikings, in der Vorsaison noch als Neusser HV Meister der 3. Liga West, endet für die Handballer des VfL Eintracht Hagen die Serie von Gegnern, die sich an der Tabellenspitze wiederfinden – nach sieben absolvierten Runden belegen die bisherigen Kontrahenten der Grün-Gelben die ersten sieben Plätze im Klassement. Die Gäste, die seit dieser Spielzeit mit der ART Düsseldorf eine Spielgemeinschaft bilden und im Düsseldorfer Castello ihre Heimspiele austragen, sind etwas besser in die Saison gestartet, setzten sich gegen die HSG Konstanz und beim TuSEM Essen durch. Mit 4:10 Zählern rangieren sie auf Tabellenplatz 15. Trotz der Differenz von vier Punkten sprechen Hagens Trainer Niels Pfannenschmidt und sein Gegenüber Ceven Klatt von einem „Duell auf Augenhöhe“, ein Erfolg in diesem Nachbarschaftsduell würde der Eintracht auch direkt den Anschluss an das Tabellenmittelfeld bescheren – und einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt nicht davoneilen lassen. Ein klassisches Vier-Punkte-Spiel also.

Bei den Gästen fand vor der Spielzeit ein ähnlicher Umbruch wie bei den Hausherren statt. Fünf Neuzugänge stehen hier sieben Abgängen gegenüber. Die fünf Neuzugänge spielten in der vergangenen Spielzeit allesamt in der ersten (Alexander Oelze, Nils Artmann, Christian Hoße, Teo Coric) oder zweiten (Andreas Bornemann) Bundesliga. Oelze, der bereits während der vergangenen Spielzeit zu den Wikingern wechselte, nimmt in der Offensive im Rückraum eine Schlüsselrolle ein, ist extrem torgefährlich. Hoße und Coric sind hingegen auch in der Abwehr essentielle Komponenten, zudem stellte Linksaußen Hoße bislang nicht nur aus der Ecke, sondern auch von der Siebenmeter-Marke seine Treffsicherheit unter Beweis und ist mit 34 Treffern bester Torschütze des HC.

„Es geht für beide Mannschaft um extrem viel, es steht einiges auf dem Spiel“, betont Pfannenschmidt, der als Trumpf erneut auf die Zuschauer setzt: „Wir brauchen einfach die Kulisse, damit es mit dem ersten Sieg klappt. Wir wollen unbedingt die Punkte einfahren.“ Personell sieht sich der Ostwestfale indes mit einigen Fragzeichen konfrontiert: Etliche Spieler sind angeschlagen, die medizinische Abteilung um Mannschaftsarzt Ralf Wünnemann vom evangelischen Krankenhaus Hagen-Haspe und Physiotherapeutin Sarah Meier von Physiomed Steffen Barth arbeitet auf Hochtouren, um bis zum Wochenende alle Akteure einsatzfähig zu bekommen. Improvisationstalent könnte also wieder gefragt sein – auch bei den Gästen. Denn Klatt muss mit Oelze und Felix Handschke voraussichtlich auf zwei Stützen verzichten, kündigte aber bereits an, sich etwas einfallen zu lassen.

Quellen: ASV Hamm-Westf., HC Elbflorenz 2016, VfL Eintracht Hagen

Foto: ASV Hamm-Westf.

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