11.06.2017  DKB Handball-Bundesliga

HBW verlässt DKB Handball-Bundesliga mit Standing Ovationen

Wie bereits vor einer Woche gegen die SG Flensburg-Handewitt zeigten die Gallier von Alb gegen den deutschen Rekordmeister nochmals eine ganz starke Leistung. Am Ende war es aber dann vor allem die individuelle Klasse die dem THW Kiel zum Saisonabschluss einen verdienten 22:25(13:10)-Erfolg bescherte. Mit dem Schlusspfiff im Spiel gegen den THW Kiel beendeten die Balinger nicht nur die Saison sondern auch das elfjährige Abenteuer in der ersten Handball-Bundesliga.

Im letzten Saisonspiel ging es für die Gallier von der Alb grundsätzlich um nichts mehr. Der Abstieg war besiegelt und auch an der Abschlussplatzierung in der Tabelle konnte sich nichts mehr verändern. Trotzdem wollten die Jungs von Trainer Rúnar Sigtryggsson nochmals alles zeigen. „Die Fans haben es einfach verdient, dass wir uns den Allerwertesten aufreißen und ihnen für ihre Unterstützung und Treue ein geiles Handballspiel zeigen“, hatte sich die Mannschaft für das letzte Saisonspiel auf ihre Fahnen geschrieben und Strobel und Co. haben Wort gehalten. Es ging zwar etwas holprig los und nach zwei Fahrkarten führte der haushohe Favorit mit 3:1 aber die Schwaben ließen sich nicht einschüchtern und nicht aus dem Konzept bringen. Die Abwehr stand richtig gut und im Tor lief der Schwede Peter Johannesson zur Höchstform auf. Als Felix König in der elften Spielminute die erste Führung erzielte, war die „Hölle Süd“ auf Temperaturen. Die Fans waren begeistert und auf der Platte sah man zwischen dem deutschen Rekordmeister und dem Absteiger keinen Unterschied.

Ganz im Gegenteil. Die Kieler konnten in Überzahl – Tobias Wagner saß für zwei Minuten auf der Bank – den Spielstand zwar wieder drehen, aber kaum wieder vollzählig rissen die Hausherren das Spiel an sich. Beim Stande von 5:7 für Kiel nagelte Johannesson seine Kasten regelrecht zu und Jannik Hausmann besorgte per Hattrick die erneute Führung (8:7) für den Außenseiter. Eine weitere Zeitstrafe überstanden die Balinger dank Johannesson, der unter anderem auch eine Strafwurf abwehrte, ohne Gegentreffer und kaum wieder vollzählig legte Srdjan Predragovic in Überzahl das 9:7 nach. Als der Balinger Linkshänder das 10:7 folgen ließ, hatte THW-Trainer Gislason genug gesehen. Mit einer Auszeit wollte er den Balinger Lauf unterbrechen. Seine Worte fanden nur wenig Gehör. Tim Nothdurft und Tobias Wagner erhöhten auf 12:8 und Gislason nahm nur drei Minuten nach seiner ersten auch seine zweite Auszeit. Besser wurde das Spiel der Kieler dadurch nicht, aber sie besannen sich auf ihre individuellen Stärken und so ging es mit 13:10 für die Hausherren in die Kabinen.

Abschied nehmen

Die Kabinenansprache von Kiels Trainer hat dann aber doch Wirkung gezeigt. Vor allem Torhüter Niklas Landin, der bis dahin schon nicht schlecht gehalten hatte, steigerte sich in eine absolute Weltklasseform, wie man sie in Balingen selten gesehen hat. „Wir haben nach der Pause auch nicht schlecht gespielt, aber da stand dann halt ein Landin im Kasten“, erklärte HBW-Trainer Rúnar Sigtryggsson die zehn Minuten nach der Pause, die so etwas wie eine Vorentscheidung zu Gunsten des Favoriten waren. Sieben Würfe und es waren nicht die schlechtesten, fischte Landin mit sieben Parade von der Linie. Nach zehn Minuten war das Spiel gedreht und der deutsche Rekordmeister führte mit 13:15. Höchste Zeit für den HBW, den Kieler Lauf mit einer Auszeit zu unterbrechen. Sigtryggsson wechselte auch das Personal auf der Platte und seine Umstellungen hatten Erfolg. Julian Krieg und Pascal Hens schafften nochmals den Ausgleich, aber trotz aller Bemühungen gelang es dem HBW nicht mehr, selber in Führung zu gehen.

Beim 20:22 durch Felix König in der 54. Minute war zwar noch alles offen, aber Marko Vujin mit zwei Treffern und Jung-Star Nikola Bylik mit einem, machten den Sack endgültig zu und beendeten alle Hoffnungen auf einen dritten HBW-Sieg gegen den THW Kiel. Felix König und Yves Kunkel konnten mit ihren Treffern zum 21:25 und 22:25 zwar noch etwas Ergebniskosmetik betreiben, aber mehr ließ der Favorit in den Schlussminuten nicht mehr zu.

Quelle: HBW Balingen-Weilstetten

Foto: Moschkon

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Tabelle

PL Team Spiele Pkt
1 Rhein-Neckar LöwenRhein-Neckar Löwen 34 61:7
2 SG Flensburg-HandewittSG Flensburg-Handewitt 34 58:10
3 THW KielTHW Kiel 34 53:15
4 Füchse BerlinFüchse Berlin 34 51:17
5 SC MagdeburgSC Magdeburg 34 51:17
6 HSG WetzlarHSG Wetzlar 34 41:27
7 MT MelsungenMT Melsungen 34 38:30
8 SC DHfK LeipzigSC DHfK Leipzig 34 35:33
9 HC ErlangenHC Erlangen 34 28:40
10 FRISCH AUF! GöppingenFRISCH AUF! Göppingen 34 27:41
11 TSV Hannover-BurgdorfTSV Hannover-Burgdorf 34 24:44
12 TSV GWD MindenTSV GWD Minden 34 24:44
13 TBV LemgoTBV Lemgo 34 23:45
14 TVB 1898 StuttgartTVB 1898 Stuttgart 34 23:45
15 VfL GummersbachVfL Gummersbach 34 22:46
16 Bergischer HCBergischer HC 34 22:46
17 HBW Balingen-WeilstettenHBW Balingen-Weilstetten 34 17:51
18 HSC 2000 CoburgHSC 2000 Coburg 34 14:54
Gesamte Tabelle anzeigen

Spielplan

Uhrzeit Heim Erg. Gast
29.03.
20:15
HBW Balingen-WeilstettenHBW 30:35 Füchse BerlinFUX
15.04.
19:00
TSV GWD MindenGWD 25:22 HBW Balingen-WeilstettenHBW
22.04.
19:00
HBW Balingen-WeilstettenHBW 27:27 TBV LemgoLEM
29.04.
19:00
Bergischer HCBHC 23:22 HBW Balingen-WeilstettenHBW
13.05.
19:00
HBW Balingen-WeilstettenHBW 28:23 SC DHfK LeipzigLEI
20.05.
19:00
Rhein-Neckar LöwenRNL 33:23 HBW Balingen-WeilstettenHBW
24.05.
19:00
HC ErlangenERL 33:25 HBW Balingen-WeilstettenHBW
27.05.
19:00
HBW Balingen-WeilstettenHBW 29:36 FRISCH AUF! GöppingenFAG
04.06.
15:00
HBW Balingen-WeilstettenHBW 24:26 SG Flensburg-HandewittFLE
10.06.
16:00
HBW Balingen-WeilstettenHBW 22:25 THW KielTHW