15.05.2017  DKB Handball-Bundesliga

Der THW Kiel verteidigt Platz 3 gegen die Verfolger aus Berlin

In einem hart umkämpften Match kann der THW Kiel seinen dritten Platz in der DKB Handball-Bundesliga gegen den direkten Konkurrenten aus Berlin verteidigen. In einer emotional geführten Partie behielten die Zebras die Oberhand und ließen die Füchse auch in der Schlussphase nicht mehr herankommen. Die Berliner müssen nicht nur die Niederlage verdauen, sondern auch um Leistungsträger Nenadic bangen, der sich am Knöchel verletzte.

Das erste Tor der Partie gehörte dem THW, nachdem das Team von Alfred Gislason Patrick Wiencek am Kreis fand. Doch anschließend trafen Bjarki Elisson und Petar Nenadic zum 4:2 aus Berliner Sicht, außerdem steuerte Silvio Heinevetter im Tor mehrere hervorragende Paraden bei. Der Auftakt war gelungen, die Hauptstädter spielten sehr selbstbewusst auf.

Auch im Anschluss wirkten die Berliner Angriffe strukturierter, der THW spielte eher mit Kampfkraft. So fand der Rückraum um Fabian Wiede, Paul Drux und Petar Nenadic häufig die Lücke oder den freien Mann. Kiel profitierte mehrmals von Abprallern, wie beispielsweise Marko Vujin in der 7. Minute.

Während Petar Nenadic in der 16. Minute bereits fünf Tore erzielt hatte, bekam der THW immer mehr Chancen, vor allem in Form von Kontergegenstößen. Die Fehleranzahl im Angriff der Berliner erhöhte sich, wodurch die Kieler im dritten Versuch schließlich den Ausgleich zum 9:9 (17.) erzielten. Die immer aggressiver agierende Abwehr der Gastgeber provozierte, bis Rune Dahmke sogar zum 10:9 für Kiel einnetzte.

Einen kurzen Schockmoment gab es acht Minuten von Halbzeitpfiff, als Paul Drux Niclas Ekberg mit der Schulter am Kopf erwischte und dieser kurzzeitig bewusstlos liegenblieb. Stürmerfoul. Einen Angriff später erhielten die Gäste einen Siebenmeter wegen Wiedes Abwehraktion im Kreis. Die Chance auf die 13:11-Führung vereitelte Heinevetter zunächst, jedoch setzte Steffen Weinhold dem Abpraller nach und traf schließlich doch.

Zur Halbzeit stand es 18:15, vor allem unnötige Ballverluste erlaubten den Kielern immer mehr Kontergegenstöße, auch wenn Heinevetter einige davon herausfischte. Obwohl Berlin nicht die schlechtere Mannschaft im ersten Durchgang war und die erste Viertelstunde sogar deutlich stärker, mussten die Füchse mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Kabine gehen.

Nach Wiederanpfiff musste Berlin aufpassen, nicht den Kontakt zu Kiel zu verlieren, Niclas Ekberg traf nach wenigen Sekunden zum 19:15. Doch Hans Lindberg drehte nach einem Pass von Fabian Wiede zum 19:16 aus Sicht der Gastgeber in die Maschen hinter Andreas Wolff.

Durch zwei genutzte Abpraller sowie einen gehaltenen Siebenmeter von Heinevetter blieben die Berliner auf drei Tore dran, belohnten sich im Gegenzug jedoch nicht in der 38. Minute frei vor dem gegnerischen Tor. Stattdessen erzielte Marco Vujin mit viel Glück – sein Wurf wurde abgefälscht – in der 39. Minute die erneute Vier-Tore-Führung. Direkt danach hatte Kiel sogar eine weitere 100-prozentige Chance, doch der Konter scheiterte wie bereits häufig zuvor am Berliner Torhüter.

Dass die Hauptstädter durchaus in der Lage waren, konsequenten Handball zu spielen, bewiesen sie in Minute 41 und 42. Erst spielte Paul Drux einen guten Pass auf Linksaußen zu Elisson, der genauso wie der im Anschluss durch die Abwehr sprintende Fabian Wiede traf.

Elf Minuten vor Spielende scheiterte Drasko Nenadic frei an Wolff, zudem kassierte Jakov Gojun seine dritte Zeitstrafe – höchst umstritten – und damit die rote Karte. Nikola Bylik verwandelte seinen Siebenmeter zum 26:23. Dies war der Anfang vom Ende.

Als Steffen Weinhold Petar Nenadic im Gesicht erwischte, musste auch der THW Kiel in Unterzahl agieren. Doch Andreas Wolff war mittlerweile richtig stark, parierte ebenso viele Würfe wie Silvio Heinevetter. Besonders unglücklich, vor allem, da Kent Tönnesen gerade erst auf zwei Tore verkürzt hatte, war die Zeitstrafe für Drasko Nenadic, denn wegen Meckerns erhielt auch dessen Bruder Petar eine Auszeit auf der Bank. Und um das noch zu toppen, erhielt auch die Berliner Bank eine Zeitstrafe, wenige Sekunden danach. So mussten die Berliner ab der 55. Minute in dreifacher Unterzahl agieren. Drei gegen sechs. Das Spiel war so gut wie gelaufen.

Um das Unglück aber noch zu erweitern, knickte Petar Nenadic ohne Gegnerbeteiligung mit seinem linken Fuß um – Daumendrücken für die entscheidende, noch anstehende EHF-Pokal-Phase ist angesagt aus Sicht der Berliner. Am Ende stand ein 32:28 für den Hausherren aus Kiel auf der Anzeigetafel, womit der Kampf um Platz drei der Liga-Tabelle aller Wahrscheinlichkeit nach zugunsten des THW entschieden ist.

„Wir haben richtig gekämpft, aber sicher nicht das höchste Niveau im Angriff erreicht. Mit diesen Schiris war es außerdem echt schwierig in Kiel. Besonders kurz vor Schluss, als wir die drei Zeitstrafen bei minus zwei Toren bekommen haben. Das war dann leider die Entscheidung. Ich bin aber stolz auf Team, wir haben bis zur letzten Minute gekämpft und zusammengestanden, wir werden so weitermachen wie bisher, damit wir auch irgendwann mal so einen Bonus bekommen“, sagte Füchse-Coach Velimir Petkovic nach der Partie.

Quelle: Füchse Berlin

Foto: Klahn

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Tabelle

PL Team Spiele Pkt
1 Rhein-Neckar LöwenRhein-Neckar Löwen 30 55:5
2 SG Flensburg-HandewittSG Flensburg-Handewitt 30 54:6
3 THW KielTHW Kiel 30 47:13
4 Füchse BerlinFüchse Berlin 30 45:15
5 SC MagdeburgSC Magdeburg 30 44:16
6 HSG WetzlarHSG Wetzlar 30 37:23
7 SC DHfK LeipzigSC DHfK Leipzig 31 34:28
8 MT MelsungenMT Melsungen 30 32:28
9 HC ErlangenHC Erlangen 31 28:34
10 TSV GWD MindenTSV GWD Minden 30 24:36
11 TSV Hannover-BurgdorfTSV Hannover-Burgdorf 31 23:39
12 FRISCH AUF! GöppingenFRISCH AUF! Göppingen 30 21:39
13 VfL GummersbachVfL Gummersbach 30 19:41
14 TVB 1898 StuttgartTVB 1898 Stuttgart 30 18:42
15 Bergischer HCBergischer HC 30 18:42
16 TBV LemgoTBV Lemgo 30 17:43
17 HBW Balingen-WeilstettenHBW Balingen-Weilstetten 31 17:45
18 HSC 2000 CoburgHSC 2000 Coburg 30 11:49
Gesamte Tabelle anzeigen

Spielplan

Uhrzeit Heim Erg. Gast
02.04.
15:00
THW KielTHW 25:24 TVB 1898 StuttgartTVB
15.04.
19:00
TBV LemgoLEM 34:30 THW KielTHW
19.04.
19:00
THW KielTHW 23:23 TSV GWD MindenGWD
26.04.
20:15
FRISCH AUF! GöppingenFAG 27:31 THW KielTHW
14.05.
15:00
THW KielTHW 32:28 Füchse BerlinFUX
17.05.
20:45
SC DHfK LeipzigLEI 34:25 THW KielTHW
28.05.
17:15
THW KielTHW - : - HSC 2000 CoburgHSC
31.05.
20:45
Rhein-Neckar LöwenRNL - : - THW KielTHW
03.06.
19:00
THW KielTHW - : - HC ErlangenERL
10.06.
16:00
HBW Balingen-WeilstettenHBW - : - THW KielTHW