11.03.2018  DKB Handball-Bundesliga

Emotionales Derby und fantastische Kulisse bei Magdeburg-Sieg: Das war der Sonntag

Der SC Magdeburg hat den THW Kiel vor einer tollen Kulissen in der heimischen GETEC ARENA mit einer konzentrierten Leistung in die Schranken gewiesen. Das Team um "Benno" Wiegert, das sich erst vor wenigen Tagen für das REWE Final Four 2018 qualifizierte, gewann mit 31:26 gegen den Rekordmeister aus Kiel. Parallel zur Partie in Magdeburg waren vier weitere Aufeinandertreffen in der DKB Handball-Bundesliga Sonntags-Konferenz live auf Sky zu verfolgen. Gastgeber des Topspiels um 15 Uhr war der TV Hüttenberg.

Die DKB Handball-Bundesliga am Sonntag

SC Magdeburg vs. THW Kiel

Vor heimischer Kulisse zeigte der SCM wenige Tage nach dem Sieg im Viertelfinale des DHB-Pokals in Berlin eine mannschaftlich geschlossene Leistung aus der Matthias Musche als bester Schütze und der im zweiten Abschnitt glänzende Jannick Green im Tor noch herausragten. Der personell geschwächte Rekordmeister vergab beim Stand von 22:20 die Chance auf den Anschluss und verlor diesen in der Folge. Durch den 31:26 (16:13) Erfolg festigt der SCM den fünften Tabellenplatz und hält den Druck auf das Spitzenquartett aufrecht.

Eine Viertelstunde vor Spielende griff Alfred Gislason zur Auszeit, während "Hier regiert der SCM" Sprechchöre durch die Arena hallten. Green parierte erneut, allerdings stand ein Magdeburger Abwehrspieler im Kreis und den daraus resultierenden Siebenmeter nutzte Niclas Ekberg. Der stark aufspielende Marko Bezjak sorgte auf der Gegenseite allerdings mit dem 26:21 umgehend für die Antwort. Und ein Faktor blieb auch Green, der erneut zur Stelle war. Allerdings kam dann ein Anspiel des SCM an den Kreis nicht an, Raul Santos konnte in den Gegenstoß starten und wieder für etwas Hoffnung bei den Kielern sorgen.

Nach weiteren Paraden von Landin verkürzte in der Folge erst Lukas Nilsson und bot sich dem Rekordmeister dann die Chance den Abstand auf zwei Treffer zu reduzieren - dies verhinderte allerdings Green mit einer Glanztat, stattdessen sorgte dann Christian O`Sullivan von der Siebenmeterlinie für das 27:23. Magdeburg hatte das erste Kieler Aufbäumen abgewehrt, in Überzahl konnte Matthias Musche mit einem sehenswerten Treffer zum 28:23 dann acht Minuten vor dem Ende endgültig die Weichen zum Heimsieg stellen. (SC Madgeburg)

Füchse Berlin vs. VfL Gummersbach

Drei Spiele in einer Woche: Die Füchse hatten in dieser Woche ein echtes Mammut-Programm zu absolvieren. Erst am Mittwoch waren die Berliner im Pokal gegen Magdeburg gefordert – und verpassten den Einzug ins Final Four. Diese Niederlage schien den Füchsen noch in den Knochen zu stecken, denn gegen Gummersbach taten sie sich schwer. In einer zähen Anfangsphase gab es keine zwingenden Chancen. Schnelle Vorstöße der Füchse verhinderten die Gummersbacher und zogen sich immer wieder schnell zurück. Nach zehn Minuten traf Hans Lindberg per Siebenmeter zum 3:3-Ausgleich für die Berliner.

Trainer Petkovic fehlte die Kraft im Spiel seiner Mannschaft – und das gab er seinen Spielern in der Auszeit auch klar zu verstehen. Die Gummersbacher kamen immer wieder zu leicht an der Füchse-Abwehr vorbei. Nach der Auszeit übernahm Zachrisson die Spielmacherposition – und mit ihm kehrte wieder mehr Leben ins Spiel der Füchse. Dennoch gingen die Berliner mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Pause. Um ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden, mussten sich die Berliner in der zweiten Halbzeit deutlich steigern - und das taten sie auch. Wie verwandelt kamen sie aus der Kabine. Deutlich aggressiver in der Abwehr und mit vielen starken Paraden von Torhüter Silvio Heinevetter kamen die Berliner zu vielen schnellen Angriffen.

Nach 40 Minuten brachte Kevin Struck die Gastgeber wieder mit 19:18 in Führung. Mit einem folgenden 5:1-Lauf konnten sich die Füchse dann erstmalig absetzen und der Widerstand der Gummersbacher war gebrochen. Am Ende bejubelten 6.121 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle einen deutlichen 31:24-Sieg, den sich die Berliner jedoch hart erarbeiten mussten. (rbb24)

 

TSV Hannover-Burgdorf vs. TuS N-Lübbecke

Die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf sind ihrer Favoritenrolle am 24. Bundesliga-Spieltag gerecht geworden. Der Final-Four-Teilnehmer bezwang am Sonntagmittag den abstiegsgefährdeten TuS N-Lübbecke mit 28:26 (14:12) und behauptete damit den vierten Tabellenplatz. Wie bereits im Hinrunden-Duell (25:21) sowie dem Erstrundenspiel im DHB-Pokal (26:24) hatten die "Recken" mit den Westfalen allerdings einige Mühe. Erfolgreichster Schütze für die Niedersachsen war Mait Patrail mit acht Toren. Für die Gäste traf Jens Bechtloff (5) am häufigsten.

"Es war kein gutes Spiel insgesamt. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", resümierte TSV-Keeper Martin Ziemer im "Sky"-Interview. "Es war das dritte Spiel in sieben Tagen. Wir sind es vielleicht auch nicht gewohnt, immer in dieser Favoritenrolle zu sein. Es hat ein bisschen der Punch gefehlt", sagte Hannovers Rückraum-Ass Fabian Böhm, der sein 250. Bundesliga-Spiel bestritt. (ndr)

SC DHfK Leipzig vs. TBV Lemgo

Der SC DHfK Leipzig hat in der Handball-Bundesliga sein Heimspiel gegen den TBV Lemgo nach einer deutlichen Steigerung mit 26:19 (12:13) klar gewonnen. In der Anfangsphase sah allerdings wenig nach diesem Erfolg aus. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit freigeschwommen“, sagte DHfK-Coach Michael Biegler.

Was waren das denn für erste 19 Minuten vom SC DHfK? Die Gastgeber kamen gegen Lemgo überhaupt nichts ins Spiel. Wie schon in den vergangenen Partien blieb die Offensive ohne Glück und Durchschlagskraft. Coach Michael Biegler erkannte die Defizite sofort und reagierte schon nach fünf Minuten mit der ersten Auszeit. „Ich habe da zu mehr Mut und Entschlossenheit aufgefordert“, so der Übungsleiter. Die Gesprächsrunde blieb zunächst ohne Wirkung. Lemgo spulte sein Programm herunter und lag nach zwölf Minuten mit 5:2 in Führung.

Als niemand damit rechnete, begann plötzlich die furiose Aufholjagd. Innerhalb von dreieinhalb Minuten war der SC DHfK mit vier Toren in Folge zurück im Spiel. Mit dem 7:9 in der 23. Minute hatte das Team seinen Gegner wieder auf Schlagdistanz. Mutig, schön und vor allem erfolgreich: Andreas Rojewski bediente in der 28. Minute Philipp Weber, der per Kempa-Trick zum 10:11 vollendete. Mit einem Tor Rückstand für die Leipziger endete auch die erste Hälfte.

Hellwach ging es in die zweite Halbzeit. Rojewski und Lucas Krzikalla warfen die Gastgeber beim 14:13 erstmals in Führung. Es blieb spannend an diesem Sonntagmittag vor 3933 Zuschauern: Ein Tor hier, ein Treffer auf der anderen Seite. Die Entscheidung fiel zehn Minuten vor Schluss: Weber und Lukas Binder erhöhten mit einem Doppelschlag auf 20:16. Hinten vernagelte Torhüter Milos Putera seinen Kasten. „Wir wollten unbedingt ein Zeichen setzen, es spricht für unsere Moral, wir haben uns zurückgekämpft“, so der DHfK-Keeper. (lvz.de)

 

Eulen Ludwigshafen vs. SG Flensburg-Handewitt

Die SG Flensburg-Handewitt ist für das Spitzenspiel am kommenden Donnerstag gegen die Füchse Berlin gerüstet. Sie gewann am Sonntagmittag bei den Eulen Ludwigshafen mit 30:24 (15:9) und verteidigte damit ihren dritten Platz in der DKB Handball-Bundesliga. „Ich hatte einen gehörigen Respekt vor dieser unangenehmen Partie“, gestand SG Coach Maik Machulla später. „Die Mannschaft hat die Aufgabe zum Glück professionell gelöst: Einstellung und Fokus waren von Anfang an richtig.“

Ein kleiner Schock musste noch verdaut werden: Maximilian Haider traf Holger Glandorf bei einer Abwehr-Aktion voll im Gesicht. Der Sünder kassierte den roten Karton. Holger Glandorf konnte nach einer Behandlungspause weiterspielen – mit deutlich gerötetem Gesicht. Trotzdem hagelten auf ihn Pfiffe des Heimpublikums ein. Der Weltmeister von 2007 hatte die richtige Antwort parat: Zunächst schloss er selbst ab, dann bediente er erneut Lasse Svan, der mit seinem zehnten Tor das 21:28 markierte. Holger Glandorf setzte sich kurz darauf wieder auf der Bank. Jetzt fehlen ihm nur noch drei Treffer, um zum erfolgreichsten Feldtorschützen der Bundesliga-Historie zu werden. (SG Flensburg-Handewitt)

 

TV Hüttenberg vs. HSG Wetzlar

Was für ein Mittelhessen-Derby! In einem packenden Duell haben sich die Bundesliga-Handballer des TV Hüttenberg gegen die HSG Wetzlar überraschend einen Punkt erkämpft. In der Gießener Osthalle stand ein 22:22 (11:12)-Remis zu Buche.
Der Außenseiter aus Hochelheim und Hörnsheim verkaufte sich vor 2600 Zuschauern prächtig: Nach 13 Minuten leuchtete der Hüttenberger 4:4-Ausgleich auf der Anzeigetafel auf. Bis zur Halbzeit lag Wetzlar mehrfach hauchdünn in Führung. Als TVH-Spielmacher Dominik Mappes mit der Pausensirene einnetzte, hatte die HSG aber nur mit 12:11 die Nase vorne.

Hüttenberg kam spektakulär aus der Kabine: Rechtsaußen Christian Rompf warf den Aufsteiger nach vier Minuten mit 14:12 in Führung. Doch Wetzlar fand zurück ins Spiel und schien nach einem Treffer von Joao Ferraz in der 52. Minute zum 21:18 auf die Siegerstraße einzubiegen.

Nicht mit dem TV Hüttenberg: 200 Sekunden vor Schluss brachte Jannik Hofmann die Blau-Roten wieder mit 22:21 in Führung. Wetzlars Maximilian Holst sicherte der HSG per Siebenmeter (60.) dann aber doch noch einen Punkt. (mittelhessen.de)

 

 

Die 2. Handball-Bundesliga am Sonntag

Ausführliche Berichte und Fotos zu den Partien der DKB Handball-Bundesliga sowie der 2. Handball-Bundesliga folgen in Kürze.

Foto: Foto Lächler

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