11.03.2018  DKB Handball-Bundesliga

Melsungen nach holpriger Anfangsphase zum sicheren Sieg

Die MT Melsungen brauchte etwas Anlaufzeit, zeigte sich dann aber in der zweiten Halbzeit gegen GWD Minden als die bessere Mannschaft und fuhr den 31:27-Sieg ein. MT-Trainer Michael Roth zur Partie: "Erst in der zweiten Halbzeit haben wir mehr Zugriff auf den Gegner bekommen und ihn unter Druck gesetzt."

Sie nahmen kein Ende, die Hiobsbotschaften für die MT Melsungen vor Anpfiff der Partie gegen Minden. Zuletzt erwischte es auch noch Johan Sjöstrand sowie Julius Kühn, die beide im Aufgebot fehlten. Der Rest der Rekonvaleszenten, inklusive Nebojsa Simic, stand zwar immerhin wieder mit auf dem Spielberichtsbogen, im Vollbesitz der Kräfte waren indes die wenigsten. Entsprechend wild ging es vor allem in der Deckung zu, wo Mathias Lenz zu seinem ersten Einsatz in der Start-Sieben kam. Vor ihm bildete der zurückgekehrte Finn Lemke den Innenblock zusammen mit Philipp Müller, der im Vorwärtsgang auch die Kühn-Position besetzte. Und der aus Sicht der Einheimischen durchaus Akzente zu setzen wusste. Der Haken dabei: es waren nur Reaktionen. Auf das forsche Tempo der Gäste nämlich, die angesichts der personellen Lage des Gastgebers ihre Chance witterten und von Beginn an mächtig aufs Tempo drückten.

So führten die Weserstädter nach sieben Minuten schon mit 5:2 und schickten sich an, die Rothenbach-Halle im Sturm zu nehmen. Erst allmählich vermochten sich die Nordhessen zusammenzufinden und wenigstens in der Bewegung nach vorn etwas mehr Struktur in die eigenen Reihen zu bringen. Was ganz klar Philipp Müller zuzuschreiben war. Der ackerte unermüdlich, tauchte mitunter sogar halbrechts am Kreis auf und fand die Muße, seinen Bruder Michael bei dessen 6:8 per Kempa-Anspiel zu bedienen (13.). Den 8:9-Anschluss besorgte er selbst, für den erstmaligen Ausgleich zum 9:9 zeichnete Michael Allendorf verantwortlich (19.). GWD-Trainer Frank Carstens reagierte, brachte Kim Sonne-Hansen für den bis dahin weitgehend glücklosen Espen Christensen zwischen die Pfosten. Ein Wechsel mit Wirkung, denn der parierte gleich mehrfach und war Wegbereiter für die nächste Drangphase der Gäste. Zweimal Luka Zvizej und Anton Mansson stellten auf 11:14 (28.). Felix Danner unter härtester Bedrängnis per Rückhand traf, die letzte Möglichkeit vor der Pause bekam Timm Schneider mit einem Freiwurf bei bereits abgelaufener Uhr. Und er nutzte sie! Links an der GWD-Abwehrmauer und per Aufsetzer an Kim Sonne-Hansen vorbei ins entlegene, linke Eck. Ein echtes Sahnestück zum Abschluss einer spielerisch nicht hochklassigen, aber dafür immer unterhaltsamen Partie.

Es war ein Treffer mit Tiefenwirkung. Denn aus der Kabine kam eine MT mit völlig veränderter Körpersprache. Die Abwehr, wie zu Beginn wieder mit Finn Lemke und Philipp Müller im Innenblock, packte ganz anders zu, die Zusammenarbeit mit Mathias Lenz klappte weitaus besser als vor der Pause. Auch der Zug zum Tor war ein ganz anderer. Philipp Müller drehte mächtig auf, Marino Maric war am Kreis kaum mehr zu kontrollieren. Viermal Müller, dreimal Maric und Melsungen führte plötzlich mit 21:17 (43.). Eine Vorentscheidung war das jedoch noch nicht. Carstens wechselte erneut die Torhüter, diesmal zurück auf Christensen. Erneut mit Fortune, denn der blieb gleich einmal im Siebenmeterduell gegen Tobias Reichmann der Sieger. Und auch mit der Hereinnahme von Nenad Bilbija bewies der GWD-Coach ein glückliches Händchen. Dreimal jagte der 2,08m-Hüne das Leder ins Netz, Minden war wieder dran auf 23:21 (48.).

Nicht lange allerdings, weil Melsungen inzwischen seine Linie gefunden hatte. Zweimal Maric vom Kreis und der alte Abstand war wieder hergestellt (25:21, 50.). Boomhouwer kam und traf ebenfalls sofort zweimal zum 29:25 (55.). Wie überhaupt auffiel im Spiel der Rot-Weißen: das Flügelspiel klappte streckenweise endlich wieder. Sowohl Allendorf als auch Tobias Reichmann trafen im ersten Durchgang über die Außenpositionen als auch Boomhouwer im zweiten. Am Ende brauchte es dann kein Husarenstück der Marke Schneider mehr. Kapitän Michael Müller machte höchstpersönlich mit zwei Toren in der Schlussminute den Deckel drauf, Nenad Bilbija konnte mit der Schlusssirene lediglich noch Ergebniskosmetik betreiben.

MT Melsungen: Lenz (13 Paraden / 27 Gegentore), Simic (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 0 G.), Meyfarth (n. e.); Maric 5, Lemke, Golla, Reichmann 5/2, Mikkelsen, Danner 1, P. Müller 8, Boomhouwer 2, Schneider 2, Allendorf 2, M. Müller 6, Haenen, Langhans - Trainer Michael Roth.

GWD Minden: Christensen (6 P. / 19 G.), Sonne-Hansen (7 P. / 12 G.); Mansson 2, Rambo 4, Korte, Südmeier 2, Pusica 1, Gullerud 3, Michalczik 3, Svitlica 2, Staar, Bilbija 4, Zvizej 6/1 – Trainer: Frank Carstens.

Quelle: Mt Melsungen

Bild: Kaesler

Socialstream

Fanshop