12.11.2017  DKB Handball-Bundesliga

Torwart Simic überragt bei Melsunger Derbysieg

Der Sieg im zum 25. Male ausgetragenen Bundesliga-Hessenderby zwischen der MT Melsungen und der HSG Wetzlar ging mit 29:22 (14:11) an die Nordhessen, die ihren Platz im oberen Drittel der Tabelle damit weiter festigten. Vor 4.300 Zuschauern in der wieder ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle vermöchten die Gäste nur 20 Minuten mitzuhalten, gerieten dann in Rückstand und liefen diesem bis zum Ende hinterher. Mit 20 Paraden war Nebojsa Simic einer der Garanten für den Derbysieg. Bester MT-Schütze war Michael Allendorf mit 7 Toren, davon ein Siebenmeter. Für den unterlegenen Gast war Maximilian Holst sechsmal erfolgreich.

Mit Volldampf starteten beide Mannschaften in dieses brisante Duell. Was vor allem für die Abwehrreihen galt, die beide sehr sicher standen, aber auch mit hoher Intensität arbeiten mussten. Denn sowohl die MT, für die der überraschend an Stelle von Tobias Reichmann in der Startformation stehende Rechtsaußen Arjan Haenen den Part übernahm, als auch die HSG mit Kasper Kvist setzten jeweils auf einen einlaufenden Flügelspieler als zweiten Kreisläufer. Mit der Folge, dass in Richtung der Tore nicht viel durchkam. Erfolgserlebnisse für die Schützen waren also zunächst Mangelware.

Den Gästen gelang es zuerst, den Riegel zu knacken. Es dauerte allerdings vier Minuten, bis Kristian Björnsen das erste Mal jubeln durfte. Noch zwei mehr, bis Finn Lemke wieder ausgleichen konnte. So zäh ging es auch weiter, ohne dass die Partie dadurch langweilig gewesen wäre. Wetzlar legte jeweils einen vor, Melsungen zog nach. Bis Nebojsa Simic gegen Kasper Kvist im Tempogegenstoß Sieger blieb und Dener Jaanimaa ansatzlos zum 4:3 und der ersten Gastgeber-Führung traf (11.).

Die baute Julius Kühn kurz darauf sogar auf 6:4 aus, als Jannik Kohlbacher eine Strafe absaß. Eher das MT-Spiel einen kleinen Bruch erfuhr. Zwei technische Fehler, zwei gehaltene Bälle von Nikolai Weber und die Mittehessen lagen ihrerseits mit 8:6 vorn – profitierend von zwei Minuten gegen Dener Jaanimaa (19.). Wobei auch das nur eine Momentaufnahme darstellte. So schnell wie die Linie weg war, so schnell fand sie Melsungen wieder. Basierend auf einer fabelhaften Leistung von Nebojsa Simic, der Parade um Parade auspackte und zum Schreckgespenst der HSG wurde.

Einzig Alexander Hermann vermochte den Montenegriner noch einmal zu bezwingen, dann scheiterten er und seine Mannschaftskollegen viermal in Folge am MT-Zerberus. Während auf der gegenüberliegenden Seite je zweimal Finn Lemke über die stark gespielte zweite Welle und Michael Müller trafen. Johannes Golla legte sogar noch einen drauf und die Nordhessen führten nach einem 5:0-Lauf mit 12:9 (26.). Ein Vorsprung, der bis zur Halbzeit hielt.

Mit Glück und einem unhaltbar abgefälschten Ball von Alexander Hermann starteten die Mittelhessen in den zweiten Durchgang. Den zweiten Versuch versenkte Philipp Pöter bei angezeigtem passivem Spiel zum Anschluss. Ehe Olle Forsell Schaefvert nach seinem Gesichtstreffer bei Jaanimaa auf die Strafbank musste und Michael Allendorf, Johannes Golla sowie Julius Kühn das sofort nutzten, den alten Abstand wieder herzustellen (16:13, 35.).

Wetzlar blieb jedoch dran, verkürzte immer wieder bis auf einen, um dann doch wieder zurückzufallen. Auch Kuriositäten gab es zu sehen. Wie Webers langen Gegenstoßpass auf Björnsen zum vermeintlichen 20:19. Der jedoch nach hinten losging, weil der Wetzlarer mit Blick zurück auf den Ball den Schiedsrichter umrannte, die MT das Leder sicherte und im Gegenzug durch Michael Allendorf das 21:18 machte (42.). Nur kurz darauf betrat Johan Sjöstrand beim anstehenden Siebenmeter von Max Holst erstmals das Parkett, parierte und leitete damit das 22:18 durch Julius Kühn ein (44.).

Es waren die wohl entscheidenden Szenen, denn von diesen beiden Rückschlägen erholten sich die Gäste nicht mehr. Mit dem nun beruhigenderen Vorsprung im Rücken nahm die MT auch die immer offensivere Deckung der HSG mit der nötigen Gelassenheit, suchte und fand die jeweils richtigen und Erfolg bringenden Lösungen. Ausgehend immer wieder vom umsichtigen Lasse Mikkelsen, der das Spiel seiner Mannschaft zu steuern wusste. Wenn es drauf ankam, übernahm er auch Verantwortung und schloss selbst ab, so wie beim 28:22, als die Arme der Referees oben waren und Zeitspiel drohte (56.). Die verbleibende Spielzeit verging mit Feiergesängen der längst geschlossenen stehenden Fans für Nebojsa Simic, der mit seinen Glanztaten den letztlich ebenso klaren wie überzeugenden Derbysieg möglich gemacht hatte.

Text: MT Melsungen

Bild: Kaesler

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