03.12.2017  DKB Handball-Bundesliga

Löwen brüllen wieder!

Strahlende Gesichter beim Kindertag der Rhein-Neckar Löwen: Mit dem 33:22 (16:12) über den HC Erlangen hat sich der Deutsche Meister nach sechs Spielen ohne Sieg den ersten Punkte-Doppelpack seit Anfang November gesichert und in der DKB Handball-Bundesliga rechtzeitig zurück in die Spur gefunden. Mit weiterhin -6 Punkten belegen die Mannen von Trainer Jacobsen Tabellenplatz 3.

Nach einer zerfahrenen ersten Viertelstunde mit zahlreichen Fehlwürfen und einem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand brachte eine taktische Umstellung von Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen die Wende zum Guten. Mit Hendrik Pekeler auf der Spitze einer offensiven 5:1-Formation in der Abwehr bekamen die Gelben den lange vermissten Zugriff auf Erlangens Angriff. Den Grundstein zum wichtigen Heimsieg vor rund 8000 Zuschauern legten die Mannheimer zwischen der 27. und 35. Minute, als sie von 13:12 auf 19:12 davonzogen. Von dem 6:0-Lauf erholten sich die Franken nicht mehr, auch weil beide Torhüter einen äußerst schwachen Tag erwischten sowie die Abwehr gegen das variable Angriffsspiel der Löwen keine Lösungen mehr fand. Erfolgreichster Werfer bei den Gastgebern war Gudjon Valur Sigurdsson mit elf Toren. Für Erlangen traf Nikolai Link fünfmal.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft“, sagte Löwen-Trainer Jacobsen nach der Partie. „Wir haben auch am Anfang Vieles richtiggemacht, uns dann aber von einigen Fehlwürfen auch in der Abwehr verunsichern lassen.“ Vor allem von der Offensivabteilung zeigte sich der dänische Meistercoach angetan: „Ich finde, da haben wir richtig gute Lösungen gefunden.“ Der Sportliche Leiter Oliver Roggisch schwärmte von der Stimmung in der SAP Arena, die passend zum Kindertag auf bedingungslose Unterstützung ausgelegt war. „Das hat uns vor allem in der schweren Phase in den ersten 20 Minuten sehr geholfen und unheimlich getragen“, meinte Roggisch. Löwen-Kapitän Andy Schmid freute sich über einen wichtigen Heimsieg, aus dem man für sich als Mannschaft ziehen könne, dass man es nach den weniger erfolgreichen Auftritten der vergangenen Wochen doch noch draufhat. „Wir haben den Dezember jetzt mit einem Sieg gestartet und wollen, wenn möglich, genauso weitermachen. Ich denke, dass wir jetzt schon ein gutes Stück befreiter sind und mit einem guten Gefühl in die nächsten Spiele gehen können.“ Adalsteinn Eyjolfsson, Trainer des HCE, gratulierte den Löwen zu einem „souveränen und verdienten Sieg“ und ergänzte: „Das waren zunächst vielleicht die besten 20 Minuten, seitdem ich hier Trainer bin. Nach der taktischen Umstellung der Löwen sind wir aber komplett eingebrochen – erklären kann ich mir das erst einmal nicht.“

Die Highlights der Partie

Tatsächlich gehörte die Anfangsphase eher zu den dunkleren Kapiteln der aktuellen Löwen-Saison. Zwar gehen die Gelben durch Alexander Petersson mit 1:0 auf die Anzeigetafel. So weit, so gut. Was danach folgt, ist eine ganz, ganz zähe Angelegenheit. Dabei profitiert Erlangen von unheimlich vielen Konzentrationsfehlern auf Seiten des Deutschen Meisters, bei dem es vor allem im Abschluss hakt. Die Franken nutzen das erstaunlich konsequent und immer wieder über die schnelle Mitte oder eine extrem entschlossene erste Welle. Über 1:2 und 2:4 zieht der HCE gar auf 5:9 weg (16.). Löwen-Trainer Jacobsen, der während der ersten Auszeit mit hochrotem Kopf auf seine Spieler einredet, sieht eine richtig miserable erste Viertelstunde. Erst als er Mads Mensah in der Abwehr eine Pause gönnt und Filip Taleski übernimmt, zudem Hendrik Pekeler vorgezogen wird, bekommen die Mannheimer besseren Zugriff auf den Gäste-Angriff. Tor um Tor spielen sich die Löwen nun heran, vor allem Andy Schmid geht als Kapitän kompromisslos auf die Lücken und steuert bis zum Halbzeitpfiff vier Treffer bei. Gudjon Valur Sigurdsson beendet seine Pechsträhne aus dem Feld und bringt die Löwen beim 12:11 erstmals seit dem 1:0 wieder in Front (24.). Die Szene der ersten Halbzeit liefern dann auch die Gelben: Palickas langer Pass zum Gegenstoß wird von Sigurdsson mit einem Hechtsprung vor dem Kreis in die Mitte gebracht, dort hebt Pekeler rechtzeitig ab und verwandelt per Kempa zum 15:12. Als der Schlaks kurz darauf einen „Steal“ landet und quasi mit der Pausensirene das 16:12 erzielt, ist die Partie gedreht und die Löwen – endlich – auf dem Weg zum Pflichtsieg.

Quelle: Rhein-Neckar Löwen

Foto: Binder

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