11.05.2018  DKB Handball-Bundesliga

Auch Magdeburg kann die Löwen nicht aufhalten

Die Rhein-Neckar Löwen sind auf ihrem Weg zur erneuten Titelverteidigung in der DKB Handball-Bundesliga ein gutes Stück weiter. Am Donnerstagabend besiegten sie vor 11.018 Zuschauern in der SAP Arena den SC Magdeburg mit 34:29 (18:14) und bescherten ihren Fans damit eine rauschende Pokalparty. Bester Löwen-Schütze war der auch in der Abwehr überragende Kim Ekdahl Du Rietz mit neun Toren. Beim SCM trafen Marko Bezjak und Michael Damgaard je sechsmal.

„Es war extrem schwer. Wir hatten extrem schwere Beine und irgendwie hat sich auch der Kopf voll angefühlt“, sagte Löwen-Kapitän Andy Schmid, der wie schon im Pokalfinale acht Tore zum Löwen-Sieg beisteuerte und ein Riesenspiel ablieferte. Als Schlüssel zum Erfolg machte er „puren Willen“ aus. Sein Trainer sagte: „Ich war sehr nervös vor dem Spiel heute. Wir hatten viele Verletzte und Kranke in dieser Woche, eigentlich keine echte Trainingseinheit. Geholfen haben uns eine fantastische Halle und ein großer Wille. Nachdem wir schwierig reingekommen sind, uns Bezjak wehgetan hat, konnte uns Andreas Palicka mit ein paar gehaltenen Bällen helfen. Die Halbzeitführung hat uns Ruhe gegeben. Am Schluss haben wir dann auch verdient gewonnen“, analysierte Löwen-Erfolgscoach Nikolaj Jacobsen. Bennet Wiegert sprach von einem „verdienten Ergebnis“ und zeigte „vollen Respekt vor der Arbeit, die hier geleistet wird“. Ansonsten zeigte sich der Coach des SC Magdeburg enttäuscht, dass man die gute Leistung der ersten Viertelstunde nicht hatte aufrechthalten können und am Ende keine Chance mehr hatte, um mindestens einen Punkt zu kämpfen.

Palicka, Schmid und Ekdahl Du Rietz drehen auf

Auf der Platte legen beide Teams los wie die Feuerwehr. Nach nicht einmal fünf Minuten steht es 3:3, die Protagonisten heißen zunächst Marko Bezjak und Kim Ekdahl Du Rietz. Zwei der ersten drei Tore seiner Farben erzielt Spielmacher Bezjak. Auf der anderen Seite zeigt sich „Kimi“ in Bestform und schlägt ebenfalls zweimal zu. Überhaupt wird Treffsicherheit großgeschrieben. Den ersten Fehlwurf setzt Magdeburgs Christian O’Sullivan ab, was Löwen-Kapitän Andy Schmid postwendend zur ersten Führung des Pokalsiegers nutzt (4:3). Für Schmid heißt es jetzt, auf Dauerjubel zu stellen. Der Spielmacher wird von Minute zu Minute stärker, erzielt unter anderem das 5:4, das 10:8 und das 11:8. Der Final-Four-MVP scheint nichts von seiner Galaform im zweiten Durchgang des Pokalfinales eingebüßt zu haben. Dasselbe gilt übrigens für seinen Trainer.

Nikolaj Jacobsen reagiert auf das wilde Scheibenschießen zu Spielbeginn mit der ersten Auszeit nach elf Minuten. Gegen den zunächst überragenden SCM-Rückraum stellt er Patrick Groetzki auf die Spitze einer 5:1-Abwehr. In Kombination mit dem Wechsel im Tor von Mikael Appelgren zu Andreas Palicka bringt das die entscheidenden Extraprozent. „Palle“ nimmt direkt einen Siebenmeter von Robert Weber weg, Groetzki stört den Spielfluss im SCM-Rückraum nachhaltig. Während also die Löwen in der Abwehr zulegen, ein paar empfindliche Blöcke setzen und einfache Ballgewinne verzeichnen, schaffen es die Magdeburger nicht, ihre Defensive zu stabilisieren. So ziehen die Löwen beim 14:10 (22.) erstmals auf vier Tore davon, vor allem, weil Ekdahl Du Rietz und Schmid fast nach Belieben treffen. Zur Halbzeit steht es 18:14 – der so wichtige Heimsieg scheint auf dem besten Weg.

Tollbring und Pekeler glänzen

Dass das auch so bleibt, dafür sorgt unter anderem Andreas Palicka. Der Löwen-Hexer setzt direkt wieder seine erste Parade, so dass Jerry Tollbring auf 19:14 erhöhen kann. Der schon gegen Ende des ersten Durchgangs auftrumpfende Nemanja Zelenovic hält die Magdeburger zunächst im Spiel, verkürzt nach einem weiteren Schmid-Treffer auf 20:16. Als Palicka seinen zweiten Siebenmeter gegen Robert Weber hält, fliegt Patrick Groetzki zum 23:17 – die Sechs-Tore-Führung für die Löwen (38.). Palle legt die nächste Parade nach, Petersson demonstriert gegen den Riesen Zeljko Musa schiere Bärenkräfte: Die Löwen sind 20 Minuten vor Schluss voll auf Kurs. Daran ändern auch die beiden schnellen Treffer von O’Sullivan und Damgaard nichts, die gemeinsam auf 23:19 verkürzen. Ein Traumpass von Petersson zu Pekeler bringt das 24:19 und zwei Minuten gegen den SCM. Mensah mit einem tollen Ballgewinn leitet den nächsten Pekeler-Treffer ein, Palle nimmt einen Freien von Damgaard weg, so dass Ekdahl Du Rietz auf 27:21 erhöhen kann (46.).

In der Schlussviertelstunde lassen die Löwen nichts mehr anbrennen. Auch wenn sich Damgaard als Linksaußen nichts zu Schulden kommen lässt und die verletzten Musche und Mertens toll vertritt. Für den SCM geht es nicht mehr näher heran als auf fünf Tore beim 30:25 (54.). Nachdem Tollbring und Pekeler den ersten Teil von Durchgang zwei bestimmt haben, ist nun wieder Andy Schmid da: Sein Zauberpass auf Pekeler bringt das 33:26 – da stehen die Fans in der SAP Arena bereits und singen – wie schon zuletzt in Hamburg beim Final Four – „Oh, wie ist das schön“. Nach 60 Minuten steht es 34:29 und die Löwen haben einen weiteren Schritt Richtung Titel-Hattrick gemacht.

Statistiken zum Spiel

Löwen: Appelgren, Palicka; Schmid (8), Bliznac, Sigurdsson, Radivojevic, Baena, Tollbring (4), Mensah, Pekeler (7), Groetzki (3), Reinkind, Taleski, Petersson (3), Ekdahl Du Rietz (9)

Magdeburg: Quenstedt, Green; Musa (2), Chrapkowski, Musche, Pettersson (1), de la Pena, Molina Cosano, Christiansen (4), Mertens, O’Sullivan (4), Bezjak (6), Weber, Kalarash (1), Damgaard (6), Zelenovic (5)

Trainer: Nikolaj Jacobsen – Bennet Wiegert

Schiedsrichter:  Christoph Immel / Ronald Klein

Zeitstrafen: 2 – 2

Strafminuten: Mensah (2), Reinkind (2) – Chrapkowski (2), Zelenovic (2)

Siebenmeter: / - 0/2

Magdeburg: Robert Weber scheitert zweimal mit Siebenmeter an Palicka (16./38.)

Zuschauer: 11.018

Spielfilm: 0:1, 1:1, 2:2, 3:3, 4:3, 5:4, 6:5, 6:7, 8:7, 9:8, 11:8, 11:9, 13:10, 15:12, 18:14 (HZ), 19:14, 21:16, 22:17, 23:18, 25:19, 25:21, 27:21, 28:22, 29:24, 30:25, 32:26, 33:27, 34:29 (EN)

Quelle: Rhein-Neckar Löwen

Foto: Binder

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