06.10.2017  DKB Handball-Bundesliga

Hart umkämpfte Punkte - Berlin siegt in Leipzig

Am vergangenen Donnerstagabend kam es zur knappen Begegnung zwischen dem SC DHfK Leipzig und den Füchsen Berlin. Dabei behielten abermals die Füchse die Oberhand und bleiben damit punktverlustfrei. Die Leipziger boten ihnen dennoch bis zur Schlusssekunde Paroli, konnten die Niederlage in der DKB Handball-Bundesliga jedoch nicht abwehren.

Es entwickelte sich eine spannende Begegnung auf Augenhöhe. Das verdeutlichen die verschiedenen Zwischenstände bis zum Seitenwechsel: 3:1, 6:3, 7:7, 10:8, 11:11, 12:14. Die grün-weißen Gastgeber legten tatsächlich ein Höllentempo vor. „Wir wollten zwar eine viel bessere Abwehr auf die Platte bringen, doch haben das Ganze durch unsere offensive Leistung kompensiert“, stellte Trainer André Haber fest. Erst trafen Niclas Pieczkowski und Andreas Rojewski, dann Philipp Weber aus dem Rückraum in den gegnerischen Kasten.

Die Berliner aus dem nordwestlichen Stadtteil Reinickendorf hielten hauptsächlich durch die individuell sehr starken Steffen Fäth und Fabian Wiede dagegen. Obendrein verwandelte der schwedische Nationalspieler Hans Lindberg (242 Ländersspiele) seine Chancen von Außen oder vom Siebenmeterpunkt sicher. Auch Silvio Heinevetter hatte seinen Anteil an der Halbzeitführung der Gäste. Der deutsche Nationaltorwart, der einst die Sportschule in Leipzig besucht hatte, konnte gleich mehrere Versuche der Einheimischen von Außen parieren.

 

Der knappe Pausenvorsprung der Berliner war ruckzuck wieder weg. Auch in der zweiten Halbzeit konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Dank der blitzschnellen Schlagwürfe von Steffen Fäth durch die Leipziger Deckung, dank der umgehenden Antworten von Philipp Weber. 14:15, 17:19, 21:21, 24:23, 26:27, 30:30. Von dieser knappen Auseinandersetzung profitierten vor allem die Zuschauer in der proppevollen Arena. Sie sahen ein tolles Bundesligaspiel, wurden ständig von den Sitzen gerissen und standen schließlich die letzten Minuten des Matches durch. Als wieder mal Steffen Fäth getroffen und Philipp Weber – vierzig Sekunden vor dem Schlusspfiff – ausgeglichen hatte, rechneten die meisten Handballfans mit einem gerechten Remis.

Die körperkulturellen Handballer hatten sich todesmutig in die allerletzten Aktion der Berliner geworfen, ihr temperamentvoller Trainer Velimir Petkovic forderte einen Siebenmeter, er kriegte allerdings „nur“ einen Freiwurf und eine rote Karte wegen wilden Reklamierens. Diesen – dann direkten – Freiwurf hämmerte der raffinierte Steffen Fäth nach der Schlusssirene zum umjubelten 30:31-Endstand ins Leipziger Tor. Daraufhin war Andrè Haber sichtlich enttäuscht: „Durch einen direkten Freiwurf, einer sehr geringen Chance nach dem Schlusspfiff zu verlieren, ist bitter.“ Anders als Velimir Petkovic auf der Gegenseite: „Das erste Mal in meiner Karriere ich haben getanzt!“

 

Trainer Velimir Petkovic (Füchse Berlin):

„Meine Mannschaft hat heute sehr gut gespielt und gekämpft, gegen eine richtig, richtig gute Leipziger Mannschaft. Glückwunsch an André für den guten Job, der hier gemacht wird und die erfolgreiche Fortsetzung der Arbeit von Christian Prokop. Ich habe meiner Mannschaft vor dem Spiel gesagt, wir müssen uns hier die zwei Punkte über 60 Minuten erkämpfen. 30 Sekunden vor Schluss muss es einen klaren Siebenmeter geben. Dieser Pfiff muss kommen, doch er kam nicht. Ich habe die komplette Spielzeit mit meiner Mannschaft gezittert und gekämpft, darum bin ich stolz auf meine rote Karte, denn wir wurden ungerecht behandelt. Nach dem Siegtor habe ich zum ersten Mal in meiner Karriere getanzt.“

 

Trainer André Haber (SC DHfK Leipzig):

„Glückwunsch an die Füchse zum Sieg und danke für die Komplimente. Meine Mannschaft und ich sind heute nach dem Spiel niedergeschlagen. Auch wir haben heute 60 Minuten gekämpft. Ein direkter Freiwurf ist die wohl geringste Chance auf ein Gegentor – und trotzdem geht so ein Ball manchmal rein. So zu verlieren ist extrem ärgerlich, doch das muss jetzt schnell abgehakt werden, denn am Sonntag steht gegen Lübbecke bereits das nächste Heimspiel an. Unsere Abwehr war heute nicht so stark, wie wir es uns vorgenommen hatten, doch das haben wir durch ein überragendes Tempospiel kompensiert und sind verdient in eine spannende Schlussphase gekommen. Leider wurden wir dafür nicht belohnt, auf die bitterste Art, die im Handball möglich ist.“

Statistik:

SC DHfK Leipzig gegen Füchse Berlin 30:31 (12:14)

Torschützen SC DHfK: Weber 11/5, Rojewski 6, Pieczkowski 4, Milosevic 3, Roscheck 2, Strosack 2, Binder 1, Kunkel 1

Torschützen Füchse Berlin: Fäth 9, Lindberg 5/2, Wiede 5, Elisson 4, Nenadic 4, Schmidt 2, Drux 1, Gojun 1

Schiedsrichter: Wild/ Baumgart

Zuschauer: 4132 Handballfans in der ARENA Leipzig

Siebenmeter: Leipzig 5/5, Füchse 2/2

Strafminuten: Leipzig 6 Min, Füchse 8 Min

Rote Karte: Petkovic (Trainer Füchse Berlin, 60. Min)

Foto: Justen

Quelle: SC DHfK Leipzig

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