12.03.2018  DKB Handball-Bundesliga

SC DHfK Leipzig dreht kurioses Spiel gegen TBV Lemgo

Sowohl die Handballfans als auch Experten hatten ein spannendes Bundesligaspiel mit einem stets knappen Ergebnis erwartet. Immerhin befinden sich beide Kontrahenten in puncto Saisonhaushalt, Spielstärke und Saisonverlauf (fast) auf Augenhöhe. Die Sachsen siegten schließlich mit 26:19 Toren. Allerdings spiegelt das Endergebnis das wechselvolle, teilweise schon kuriose Geschehen in der Arena an der Jahnallee kaum wider.

Denn die Gäste aus Südostwestfalen legten eine fantastische Startphase hin. „Wir wollten aggressiv verteidigen, die Angreifer unter Druck setzen, das schnelle Zusammenspiel der Leipziger unterbinden“, erklärte Florian Kehrmann, der frühere Weltmeister und aktuelle Trainer des Tabellenzehnten, die Strategie. Er konnte mit der Leistung seiner Männer insbesondere im ersten Drittel des Spieles hoch zufrieden sein. Hinten ließen Christian Klimek im Mittelblock und Piotr Wyszomirski im Kasten nichts anbrennen, vorn markierten Isaias Guardiola und Patrick Zieker den einen oder anderen Wirkungstreffer. Sie lagen folgerichtig mit sechs Toren vorn.     

Naja. Das kannten die Zuschauer aus den vergangenen Spielen schon. Die Angriffe wurden ohne Präzision vorgetragen und etliche hochkarätige Chancen, darunter ein Siebenmeter und ein Konter, verschenkt. Trainer Michael Biegler musste seine Mannschaft noch mal wachrütteln, nahm hintereinander zwei Auszeiten, wollte mehr Mut und Entschlossenheit fordern. Aber auch dieses taktische Mittel verpuffte. Der Zwischenstand auf der Anzeigetafel lautete 2:8 beziehungsweise 3:9. Da musste mehr passieren.

Am Anfang des zweiten Drittel der Auseinandersetzung kamen die einheimischen Handballfans ins Spiel. Trotz der Minusleistung – jede sechs Minuten ein einziger Treffer – waren keine Pfiffe, sondern nur lautstarke Anfeuerung zu hören. Das gab den Spielern das erforderliche Selbstvertrauen zurück. Maximilian Janke, Andreas Rojewski und Philipp Weber erzielten vier Treffer in Folge und brachten die körperkulturellen Handballer auf 7:9 Tore heran. Dann markierte Philipp Weber das Anschlusstor. Tatsächlich: Die Sachsen waren unmittelbar vor dem Seitenwechsel wieder auf Schlagdistanz. Der Halbzeitstand lautete 12:13.

Unmittelbar nach der Pause warfen Andreas Rojewski und Lucas Krzikalla die Gastgeber erstmals in Führung. 14:13. Sie spielten jetzt schneller und sicherer und besaßen mit Milos Putera einen tollen Torwart, der unter anderem einen Siebenmeter meisterte. Sie brachten mit einem siebten Feldspieler mehr Stabilität in die Offensive und boten dem Gegner nur noch wenig Gestaltungsraum. Er musste sich jede Chance erkämpfen und obendrein noch Christian Klimek und Tim Suton (nach seiner dritten Zeitstrafe) ersetzen. Sie blieben zehn Minuten ohne eigenes Tor. So zogen die Leipziger eingangs des letzten Drittels mit fünf Wirkungstreffern hintereinander auf 20:16 davon. Die Gastgeber ließen in der zweiten Halbzeit nur noch sechs Gegentreffer zu.

Philipp Weber erzielte in dem verrückten Handballspiel insgesamt neun Tore. Auch Lukas Binder und Lucas Krzikalla konnten mit zunehmender Spieldauer von den Außenpositionen gefährlich werden. Letztendlich bejubelten 3922 Zuschauer (elf Schlachtenbummler waren aus Lemgo gekommen) ein scheinbar sicheres 26:19. Das hatte allerdings im ersten Drittel des „völlig verrückten“ Matches ganz anders ausgesehen.

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Putera - Rojewski 4/1, Jurdzs, Krzikalla 3, Binder 3, Janke 2, Pieczkowski 3, Kunkel, Roscheck, Weber 9/1, Rivesjö, Strosack, Remke 1, Meschke, Milosevic 1

TBV Lemgo: Wyszomirski, Johannesson - Kogut 2, Villaplana 2, Ebner, van Olphen 1, Theuerkauf 1, Hornke 5/1, Hangstein, Hübscher, Suton 1, Engelhardt, Bartók 1, Klimek 2, Zieker 4, Rose

Quelle: SC DHfK Leipzig

Foto: Justen

Socialstream

Fanshop