04.06.2018  DKB Handball-Bundesliga

Magdeburg dreht in den Schlussminuten auf und das Spiel

Mit einem Kraftakt in den letzten fünf Minuten hat der SC Magdeburg vor 6.800 Zuschauer das letzte Saisonspiel gegen die MT Melsungen noch gedreht, aus einem 28:30 wurde ein 33:31-Erfolg mit dem der SCM auch den vierten Tabellenplatz vor dem THW Kiel verteidigte. Julius Kühn erzielte zwölf Tore, diese reichten aber nicht, um Casper Mortensen vom Thron der Torschützenliste zu stoßen. Für die Gastgeber erzielte Michael Damgaard acht Treffer.

Eine Zielsetzung, die auf dem Zettel der MT Melsungen stand, wurde bereits im ersten Angriff deutlich. Die Magdeburger Deckung hatte Felix Danner auf Kosten eines Siebenmeters gebremst und zur Linie schritt Julius Kühn, der im Fernduell mit Casper Mortensen die Krone in der Torschützenliste erringen wollte. Der Rückraumspieler zeigte sich beim Strafwurf sicher, erzielte den ersten Treffer. Es folgten im Spielverlauf noch elf weitere, da sein Konkurrent aus Hannover aber vierzehn Tore erzielte, blieb am Ende dennoch lediglich der zweite Platz in dieser Wertung sowie das Prädikat "Bester Feldschütze". 

Aus dem Spiel heraus beantwortete Julius Kühn den Doppelschlag, mit dem der SCM sich kurzfristig in Führung geworfen hatte. Beim 3:2 durch Tobias Reichmann lagen wieder die Gäste vorn, die von einigen Fehlwürfen des SCM profitierten. Ein Gegenstoß von Reichmann und ein Treffer von Danner, beim 5:2 führte die MT nach acht Minuten mit drei Treffern. Ein Schlüssel dabei war die 5:1-Formation der Melsunger, in der der ehemalige Magdeburger Finn Lemke auf der vordersten Position agierte. Hinzu kamen einige Glanztaten von Torhüter Johan Sjöstrand. Der Abstand blieb zunächst konstant, nach einer Viertelstunde legte Michael Müller mit dem 10:6 erstmals vier Tore zwischen die Konkurrenten.

Magdeburg hatte bereits eine Auszeit genommen, vor allem mit der Deckungsleistung seines Teams war Bennet Wiegert alles andere als einverstanden. Doch die Melsunger spielten weiterhin druckvoll im Angriff, kamen immer wieder in gute Wurfposition und behaupteten ihre Führung. Als nach seiner Einwechslung Gabor Langhans zum 12:7 traf, führten die Gäste sogar mit fünf Toren. Magdeburg mühte sich, konnte aber nicht verkürzen. Beim 15:10 waren es weiterhin fünf Tore Vorsprung für die MT. Magdeburg kam in den letzten Minuten aber auf, der für Jannick Green eingewechselte Dario Quenstedt verbuchte wichtige Paraden und in der Offensive wurden nun die sich bietenden Chancen genutzt - auch die letzte des ersten Abschnitts, Mads Christiansen setzte den Anschlusstreffer. Mit dem 17:16 nahm die MT nur ein knappes Polster mit in die Kabinen. 

Robert Weber sorgte nach Wiederbeginn für den Ausgleich, Julius Kühn warf die Gäste allerdings wieder in Vorlage. Diesen Rhythmus hielt das Spiel bis zum 20:20, dann sorgte nach der neuerlichen Führung durch Tobias Reichmann, Julius Kühn, der zudem einen Wurf des SCM in der Deckung blockte, mit zwei verwandelten Siebenmetern für das 23:20. Der SCM haderte in dieser Phase mit den eigenen Fehlern und einigen Entscheidungen der Schiedsrichter, für zu heftiges Reklamieren kassierte auch Trainer Bennet Wiegert in dieser Phase eine Hinausstellung. Melsungen verpasste es in teils doppelter Überzahl weiter davonzuziehen, bei numerischer Gleichzahl verkürzte Robert Weber wieder auf zwei Treffer.

Trotz des eigentlich entspannten Saisonausklangs für beide Teams hatte sich ein hitziger Schlagabtausch entwickelt, die MT Melsungen behauptete dabei aber zunächst die Führung. Robert Weber und Nemanja Zelenovic führten den SCM beim 24:25 wieder auf ein Tor heran, doch Melsungen verhinderte den Ausgleichstreffer, legte immer wieder zwei Treffer vor. Der SCM lag auch beim 28:30 fünf Minuten vor dem Ende noch mit zwei Toren zurück, setzte dann aber zum finalen Kraftakt an: Michael Damgaard sorgte für den Anschluss und Matthias Musche mit einem Gegenstoß für den Ausgleich. Marko Bezjak warf den SCM nach dem 2:1 erneut in Vorlage. 

Julius Kühn hatte unterdessen nach seinem zwölften Treffer das Wurfglück verlassen, sein nächster Versuch krachte an die Latte. Heiko Grimm nahm eine Auszeit und versuchte es mit einem zweiten Kreisläufer, doch die Schiedsrichter sahen einen Offensivfoul. Auf der Gegenseite wurde der Weg über den Kreis erfolgreich gesucht, Zeljko Musa sorgte für das 32:30. Melsungen konnte dem Magdeburger Druck nun nicht mehr stand halten, ein weiterer Ballverlust, den Christian O`Sullivan zum fünften Magdeburger Treffer in Serie nutzte, bedeutete das 33:30 und die Entscheidung. Neunzig Sekunden vor dem Ende kassierte erst Timm Schneider eine Zeitstrafe, dann folgte nach einer unübersichtlichen Übersituation sogar noch eine blaue Karte gegen Marko Bezjak. Am Sieg des SCM änderte dies aber nichts mehr, nach dem letzten Reichmann-Treffer stand ein 33:31-Endstand auf der Anzeigetafel.

Statistiken zum Spiel

SC Magdeburg: Green (4 Paraden), Quenstedt (11 P.) – Musa 3, Chrapkowski 1, Musche 6/2, Kluge, Pettersson, De La Pena, Molina, Christiansen 1, O’Sullivan 4, Bezjak 2, Weber 6/1, Kalarasch, Damgaard 8, Zelenovic 2 – Trainer: Bennet Wiegert

MT Melsungen: Sjöstrand (10 Paraden), Meyfarth (n.e.) – Maric 3, Kühn 12/6, Lemke, Golla, Reichmann 6, Mikkelsen (n.e.), Danner 2, P. Müller, Boomhouwer 2, Schneider 2, Allendorf, M. Müller 1, Haenen, Langhans 3 – Trainer: Heiko Grimm

Schiedsrichter: Nils Blümel (Berlin) / Jörg Loppaschewski (Berlin)

Zeitstrafen: 10 – 6 Minuten (Musche 2x O’Sullivan, 2x Bezjak plus Blaue Karte – Maric, Kühn, Schneider)

Strafwürfe: 3/3 – 6/7 (Kühn scheitert an Quenstedt, 19. Min.)

Zuschauer: 6.800 (ausverkauft), GETEC Arena, Magdeburg

Quelle: SC Magdeburg

Foto: Popova