12.03.2018  DKB Handball-Bundesliga

SC Magdeburg sichert Platz fünf dank Gala gegen THW Kiel

Der SC Magdeburg hat den THW Kiel mit einer konzentrierten Leistung in die Schranken gewiesen. Vor heimischer Kulisse zeigte der SCM wenige Tage nach dem Sieg im Viertelfinale des DHB-Pokals in Berlin eine mannschaftlich geschlossene Leistung aus der Matthias Musche als bester Schütze und der im zweiten Abschnitt glänzende Jannick Green im Tor noch herausragten. Durch den 31:26 (16:13) Erfolg festigt der SCM den fünften Tabellenplatz und hält den Druck auf das Spitzenquartett aufrecht.

Der SC Magdeburg ging mit breiter Brust in die Partie, wettbewerbsübergreifend ist der SCM seit dreizehn Spielen ungeschlagen und trumpfte zuletzt im DHB-Pokal in Berlin mit dem 30:29 auf das das Ticket für das Final Four im DHB-Pokal löste. In Hamburg wird der THW Kiel fehlen, nach dem Unentschieden in Paris in der Champions League stiegen allerdings die Hoffnungen es in der europäischen Königsklasse bis zur Endrunde nach Köln zu schaffen. In der Liga liegen beide Clubs unterdessen in Lauerstellung hinter den Top4, im Kampf um den Platz im internationalen Wettbewerb und insbesondere die Chance auf die Champions League, waren beide Teams unter Zugzwang.

Die Kieler waren dabei mit zahlreichen Ausfällen angereist, auf dem Spielberichtsbogen stand allerdings wieder Domagoj Duvnjak, wurde aber ebenso nicht eingesetzt wie Michael Damgaard, der beim SC Magdeburg auf der Bank Platz genommen hatte. Von dort sah er zunächst Fehlwürfe auf beiden Seiten, bevor Mads Christiansen den ersten Treffer der Partie erzielte. Die Führung wechselte allerdings schnell wieder: Christian Dissinger, Niclas Ekberg von der Siebenmeterlinie und Patrick Wiencek aus der Nahdistanz sorgten aus SCM-Sicht für ein 1:3 auf der Anzeigetafel. Mit einem Doppelschlag glichen Zeljko Musa und Lukas Mertens allerdings umgehend aus.

Nach einem Ballgewinn in der Deckung bot sich Robert Weber im Gegenstoß die Chance auf den Führungswechsel, doch der in der Anfangsphase starke Andreas Wolff wehrte diese mit einer spektakulären Glanztat ab. Kiel legte so zunächst weiter vor, die jeweiligen Führungstreffer erzielten Wiencek, Santos und Vujin - der SCM aber zog jeweils umgehend nach, wie beim 6:6 durch Matthias Musche. Und der Außen, der nach dem Pokalspiel in Berlin mit seiner Leistung gehadert hatte, legte nach: Nach einer Parade von Dario Quenstedt setzte er den Ball in das in Unterzahl verwaiste Tor des Gegners. Nun legte der SCM vor, der THW zog nach - bis zum 10:8, da hatte Musche aus dem Tempo heraus für die erste Zwei-Tore-Führung des SCM gesorgt.

Der THW kam nach einem Gewaltwurf von Christian Dissinger beim 11:11 noch einmal zum Ausgleich, verlor dann aber im Angriff etwas den Faden gegen die weiterhin aufmerksame SCM-Deckung. Die Hausherren starteten durch Treffer von Robert Weber, Marko Bezjak und Piotr Chrapkowski eine kleine Serie und so lagen beim 14:11 erstmals drei Tore zwischen den Konkurrenten. Beim THW schlichen sich Fehler ein, ein Ballverlust oder ein Pass ins Seitenaus zeigten, dass der Rekordmeister in der aufgrund der Personalsituation ungewohnten Formation etwas die Übersicht verloren hatte.

Magdeburg nutzte die sich bietenden Chancen, wie beim 15:12 durch Musche im Gegenstoß oder dem sich anschließenden Durchbruch von Marko Bezjak. Ungüngstig für die Kieler, Ole Rahmel kassierte in dieser Aktion seine zweite Zeitstrafe, fünf Minuten nach Wiederbeginn sollte dann die dritte und somit die Rote Karte für den Außen folgen. Im ersten Abschnitt gelang Kiel zumindest noch ein positiver Abschluss: Christian Dissinger fand auf der Gegenseite dann allerdings den eingelaufenen Raul Santos und da Zelko Musa mit dem letzten Wurf nur die Latte traf und der von den heimischen Fans erhoffte Pfiff zum Siebenmeter ausblieb, ging es mit einem 16:13 für das Team von Bennet Wiegert in die Kabinen.

Kiel setzte nach Wiederbeginn seine Aufholjagd fort, Patrick Wiencek und Christian Dissinger sorgten für den Anschluss - Mads Christiansen und Piotr Chrapkowski sorgten aber umgehend für die Antwort zum 18:15. Um diese drei Treffer sollte der Abstand auch in der Folge pendeln, auch wenn sich beim Stand von 22:20 Kiel trotz Unterzahl die Chance auf den Anschlusstreffer bieten sollte - der Versuch von Vujin wurde aber von der Latte und dem eingewechselten Jannick Green entschärft, auf der Gegenseite stand mit Niklas Landin nun ebenfalls ein Däne im Tor und hatte bereits die ersten Paraden verbucht, beim 23:20 durch Matthias Musche war er aber chancenlos. Green hingegen parierte die nächsten beiden Versuche der Kieler und so konnten Robert Weber und Zeljko Musa mit dem 25:20 erstmals auf fünf Tore erhöhen.

Eine Viertelstunde vor Spielende griff Alfred Gislason zur Auszeit, während "Hier regiert der SCM" Sprechchöre durch die Arena hallten. Green parierte erneut, allerdings stand ein Magdeburger Abwehrspieler im Kreis und den daraus resultierenden Siebenmeter nutzte Niclas Ekberg. Der stark aufspielende Marko Bezjak sorgte auf der Gegenseite allerdings mit dem 26:21 umgehend für die Antwort. Und ein Faktor blieb auch Green, der erneut zur Stelle war. Allerdings kam dann ein Anspiel des SCM an den Kreis nicht an, Raul Santos konnte in den Gegenstoß starten und wieder für etwas Hoffnung bei den Kielern sorgen.

Nach weiteren Paraden von Landin verkürzte in der Folge erst Lukas Nilsson und bot sich dem Rekordmeister dann die Chance den Abstand auf zwei Treffer zu reduzieren - dies verhinderte allerdings Green mit einer Glanztat, stattdessen sorgte dann Christian O`Sullivan von der Siebenmeterlinie für das 27:23. Magdeburg hatte das erste Kieler Aufbäumen abgewehrt, in Überzahl konnte Matthias Musche mit einem sehenswerten Treffer zum 28:23 dann acht Minuten vor dem Ende endgültig die Weichen zum Heimsieg stellen. Kiel hatte sich aufgerieben, der Siebenmeter zum 30:24, den O`Sullivan im Nachwurf verwandelte, bedeutete fünf Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung auf dem Weg zum Magdeburger 31:26-Erfolg.

Quelle: SC Magdeburg

Foto: Popova