27.12.2017  DKB Handball-Bundesliga

Der THW will seinen Lauf gegen Lübbecke fortsetzen

Mittwoch nach dem Fest, 19 Uhr in der ausverkauften Sparkassen-Arena: Die letzten 60 von insgesamt 3.600 Handball-Minuten 2017 stehen auf dem Programm des THW Kiel. Die Partie gegen den Aufsteiger TuS N-Lübbecke beschließt ein Jahr, das zeitweise einer Achterbahnfahrt glich - und das mit dem insgesamt zehnten Pokalsieg der "Zebras" seinen großen Höhepunkt hatte.

EIN DANKESCHÖN AN DIE THW-FANS

Die "Zebras" bestreiten am Mittwoch das letzte von insgesamt 60 Spielen im Jahr 2017. Ein guter Zeitpunkt, einmal mehr Dank zu sagen für die großartige Unterstützung von den Rängen: "Wir freuen uns auf jedes Heimspiel. Ich bedanke mich im Namen der Mannschaft bei jedem einzelnen unserer Fans", sagt THW Kapitän Domagoj Duvnjak, der nach der Partie gegen Lübbecke zum Interview in der Fan-Arena erwartet wird. "Ihr wart auch in diesem Jahr wieder großartig. Ich hoffe sehr, dass das auch so bleibt. Wir freuen uns auf eure Unterstützung gegen Lübbecke - und auch schon sehr auf die Rückrunde!" Kolossal ist der Zuspruch der schwarz-weißen Anhänger auch für das letzte Heimspiel des Jahres: Seit Wochen ist die Partie restlos ausverkauft. Auch "Dules" Teamkollege Marko Vujin weiß um die Bedeutung der Fans: "Jedes Heimspiel vor dieser Kulisse zu spielen, ist ein Traum. Ganz ehrlich: Wir haben uns diese Unterstützung in dieser Saison nicht in jedem Spiel zu einhundert Prozent verdient. Aber gerade deswegen müssen wir immer weitermachen, und das geht viel besser mit unseren Zuschauern. Sie sind der Wind in unserem Rücken, mit dem vieles einfacher wird."

LÜBBECKE HOLTE AUSWÄRTS MEHR PUNKTE

Zur Saisonhalbzeit stand der TuS N-Lübbecke am Tabellenende. Ein Schicksal, das in den vergangenen Jahren schon andere Aufsteiger teilten. Mit den Unentschieden beim SC DHfK Leipzig (26:26), den Eulen Ludwigshafen (23:23), HC Erlangen (22:22) und dem 29:28-Auswärtssieg beim TVB Stuttgart holte das Team aus Nordrhein-Westfalen fünf Punkte in fremden Hallen. Zuhause allerdings zahlten die Ostwestfalen oftmals Lehrgeld: Lediglich einen Punktgewinn beim 25:25 gegen Göppingen konnten die Fans in der Merkur-Arena bejubeln - bis zum "Derby" am vergangenen Donnerstag gegen GWD Minden. Da feierten 3040 Fans den klaren 29:22-Erfolg und den ersten Heimsieg der Spielzeit. Durch diesen verabschiedeten sich die Lübbecker vom letzten Tabellenplatz: Jetzt will der TuS N-Lübbecke im Kampf um den Klassenerhalt richtig durchstarten.

KIELER JUNG AN DER LÜBBECKER SEITENLINIE

Garant für den Klassenerhalt soll ein "Kieler Jung" werden: TuS-Trainer Aaron Ziercke, in Kaltenkirchen geboren, kam schon in der Jugend zum THW, und Trainer Holger Oertel machte ihn 1990 zum Bundesligaspieler. Ziercke spielte mit Magnus Wislander und Wolfgang Schwenke im Rückraum, stand mit Rune Dahmkes Vater Frank in einem Team. Drei Jahre später verließ der Rechtshänder Kiel und spielte noch bis 2004 in der Ersten Liga. VfL Bad Schwartau, SG Flensburg-Handewitt, VfL Gummersbach und GWD Minden hießen seine weiteren Stationen in der höchsten deutschen Spielklasse. In 333 Bundesligaeinsätzen warf er 727 Tore. Wenn sich also einer im Oberhaus auskennt, dann ist das der heute 45-Jährige. Im Sommer 2016 übernahm Ziercke bei seiner vierten Trainerstation den TuS N-Lübbecke. Der Bundesliga-Abstieg wurde flugs repariert. Aus dem Team, das damals den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten musste, sind heute nur noch Jens Bechtloff, der mit 58 Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft ist, und Tim Remer mit von der Partie. Somit stehen am Mittwoch auch nur noch zwei Akteure, die beim letzten TuS-Gastspiel 2016 in Kiel dabei waren, auf der Platte.

MANNSCHAFT IM UMBRUCH

Zeichen eines großen Umbruchs, der den Traditionsverein in eine starke Zukunft führen soll. Die Gegenwart sieht die Ostwestfalen aber im Kampf um jeden Punkt, damit im kommenden Sommer der TuS noch immer im Oberhaus spielt. Zu den auffälligsten Spielern der TuS-Mannschaft, die wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorgestellt hatten, zählen neben dem 31-jährigen Bechtloff noch  Marko Bagaric sowie der Schwede Pontus Zetterman. Erfahrendster Bundesligaspieler im Team ist der Niederländer Tim Remer, der am Mittwoch sein 291. Spiel in der ersten Liga bestreitet. Große Freude herrscht bei den Lübbeckern darüber, TuS darüber, dass Mittelmann Kenji Hövels nach einem Spiralbruch der rechten Wurfhand dem Team im Abstiegskampf wieder helfen kann.

Foto: Weber

Quelle: THW Kiel

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