19.10.2017  DHB-Pokal

Die Recken bereiten den Zebras Pokal-Aus

Am vergangenen Mittwochabend fanden die Achtelfinals im DHB-Pokal statt. In einem regelrechten Handballkrimi, konnte sich die TSV Hannover-Burgdorf gegen Altmeister THW Kiel durchsetzen. Neben der guten Leistung, die die Recken in der DKB Handball-Bundesliga an den Tag legen, konnten sie nun auch im Pokal überzeugen.

Die TSV Hannover-Burgdorf hat zum zweiten Mal in der Saison 2017/18 gegen den THW Kiel gewonnen. DIE RECKEN stehen nach dem 24:22 (13:10) Sieg über den Rekordpokalsieger und Rekordmeister im Viertelfinale des DHB-Pokals. „Das ist schon etwas Besonderes, wenn man zwei Mal hintereinander gegen den THW Kiel gewinnt. Kompliment an die Mannschaft und das Trainerteam für diesen Auftritt“, freute sich Geschäftsführer Benjamin Chatton. „Wir sind sehr glücklich. Es war ein unglaubliches Match und ein Wechselbad der Gefühle“, analysierte RECKEN-Trainer Carlos Ortega.

Die 5.607 Zuschauer in der sehr gut gefüllten TUI Arena sahen ein Pokalspiel, das an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten war. Dies lag nicht nur an der hervorragenden Kulisse, sondern vor allem auch am Spielverlauf. Den RECKEN hatte der Sieg gegen die Füchse Berlin am vergangenen Sonntag offenbar gehörigen Rückenwind gegeben, denn Kapitän Kai Häfner und Co. spielten sich direkt in einen kleinen Rausch und überrollten den THW in der Anfangsphase. Die meisten Zuschauer konnten es ebenfalls kaum glauben, denn nach 11. Minuten lagen DIE RECKEN mit 8:0 in Front. „Das war ein Traumstart von uns“, lobte Ortega seine Schützlinge.

Bis dahin hatte Kiels Trainer Alfred Gislason schon fast seine komplette erste Sieben ausgetauscht, unter anderem rückte Nationaltorhüter Andreas Wolff für den in den letzten Spielen ausgezeichnet haltenden Niklas Landin zwischen die Pfosten. Dieser Schachzug, gepaart mit der Abwehrumstellung auf ein offensiv ausgerichtetes 3:2:1 System, sollte sich mit zunehmender Spieldauer bezahlt machen. 

Der RECKEN-Motor kam etwas ins Stocken, die Fehleranzahl im Angriff erhöhte sich und die Gäste fanden immer stärker in die Partie. Obwohl die Abwehr der Niedersachsen inklusive Torhüter Martin Ziemer weiterhin präsent war, konnten sich die Kieler, vor allem durch Routinier Christian Zeitz verstärkt in Szene setzen. Dadurch schmolz der Vorsprung nach dem 9:1 über die Stationen 9:6 bis zur Pause auf 13:10 dahin. 

Nach dem Seitenwechsel hatte der THW Kiel den besseren Start. Beim 13:13 war die Partie ausgeglichen, beim 15:17 (44.) der Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. In dieser Phase scheiterten DIE RECKEN immer wieder an Andreas Wolff, der mehr du mehr zum Faktor wurde. Carlos Ortega war früh gezwungen, seine letzte Auszeit zu nehmen. In dieser fand der 46-Jährige nicht nur die richtigen Worte, sondern auch den entscheidenden taktischen Schachzug.

Fortan griffen DIE RECKEN konsequent mit dem siebten Feldspieler an. Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic rückten gemeinsam an den Kreis und im Rückraum versuchten Mait Patrail, Morten Olsen und Kai Häfner die richtigen Entscheidungen zu treffen. Olsen und Patrail glichen postwendend zum 17:17 aus und fortan entwickelte sich ein absoluter Thriller. 

Der THW legte bis zum 20:20 vor, doch acht Minuten vor Spielende gelang Olsen mit einem Rückraumkracher wieder die erste RECKEN-Führung. Kiel konterte durch Ekberg und schob sich wieder auf 21:22 (56.) vorbei, doch DIE RECKEN blieben im Angriff konzentriert und konnten sich in dieser Phase in der Abwehr auch auf den eingewechselten Malte Semisch verlassen. Dieser ließ bis zum Schlusspfiff keinen weiteren Gegentreffer mehr zu und wehrte reihenweise die Würfe des Rekordpokalsiegers ab.

Der erneut stark aufspielende Casper Mortensen besorgte nicht nur den 22:22 Ausgleich, sondern markierte auch per Siebenmeter die umjubelte 23:22 Führung. Nach einem Ballgewinn der RECKEN war es Kapitän Häfner vergönnt, die 24:22 Entscheidung per Schlagwurf zu erzielen und seinem Team somit den Weg ins Viertelfinale zu ebnen. „Wahnsinn, dass wir das heute geschafft haben“, freute sich Häfner über den Einzug in die Runde der letzten Acht. „Ich glaube, dass uns die Entscheidung mit dem siebten Feldspieler nicht nur wieder ins Spiel, sondern heute auch den Sieg gebracht hat“, erklärte Trainer Ortega.

Die Auslosung für das Viertelfinale findet am Rahmen des Ligaspiels zwischen dem SC DHfK Leipzig und der MT Melsungen am 5. November statt. Die Paarungen im Viertelfinale werden dann am 6. und 7. März 2018 ausgetragen.

Foto: Hartung

Quelle: TSV Hannover-Burgdorf

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