10.11.2017  DKB Handball-Bundesliga

Widerstand war zwecklos - Kiel findet in Stuttgart alte Stärke zurück

Der THW Kiel hat am vergangenen Donnerstagabend in der DKB Handball-Bundesliga gegen den TVB 1898 Stuttgart zu alter Stärke zurückgefunden. Bereits neun Minuspunkte stehen auf dem Negativseite der Kieler, jedoch war davon am vergangenen Spieltag nichts zu spüren. Den Stuttgarter Widerstand durchbrachen sie nach 15 Minuten und gewannen das Spiel deutlich.

Weil etliche Zuschauer im abendlichen Stuttgarter Verkehrschaos stecken geblieben waren, wurde das Spiel mit zwölf Minuten Verspätung angepfiffen. Es war eine gute Entscheidung, denn so verpassten die Fans nicht die beste Phase ihres TVB. Die Bittenfelder scheiterten zwar in den ersten sieben Minuten gleich dreimal am überragenden THW-Keeper Niklas Landin, doch der Favorit spielte seine Konterchancen mit zu wenig Präzision. So brachte Stefan Salger den Außenseiter mit seinem zweiten Treffer mit 3:2 in Führung (7.).

Es war allerdings bereits die letzte des TVB im Spiel. Viel zu umständlich und mit zu wenig Zug zum Tor agierte das Heimteam, die oft halbherzigen Würfe aus dem Rückraum waren leichte Beute Landins. Den Zebras genügte in den ersten 30 Minuten eine solide Leistung, um rasch für klare Verhältnisse zu sorgen. Nach zwölf Minuten hatten sie das Spiel zum 7:4 gedreht. Manuel Späth verkürzte auf 5:7, und nach einer Parade des guten Johannes Bitter vergab der TVB die Chance auf den Anschluss.

 

Die Kieler nutzten hernach vor allem die Löcher auf der rechten Abwehrseite des TVB. Rune Dahmke und Nikola Bilyk waren in ihrem Tatendrang kaum zu bremsen: Am Ende gingen insgesamt 13 Tore auf das Konto der beiden. Beim 7:10 (21.) war der TVB noch einigermaßen dran, mit vier Toren in Folge erhöhten die Gäste auf 14:7 (27.) und gingen mit der beruhigenden 16:9-Führung in die Pause. 14 Fehlwürfe und vier technische Fehler leistete sich der TVB im ersten Spielabschnitt – da wird’s nicht nur gegen den Rekordmeister schwierig.

Es blieb die leise Hoffnung, dass die termingestressten Kieler nach der Pause den Fuß ein wenig vom Gaspedal nehmen könnten. Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason hatte jedoch längst Spaß am Spiel gefunden. Um den Rückstand im Rahmen zu halten, agierte der TVB nun über weite Strecken mit dem siebten Feldspieler. Im Positionsangriff in Gleichzahl waren die Bittenfelder im ersten Abschnitt immer wieder nahe am Zeitspiel. Die taktische Maßnahme funktionierte auch hin und wieder – vor allem dann, wenn die Mitspieler Marian Orlowski in Position brachten. In seinem zweiten Spiel nach seiner Verletzungspause avancierte der Rückraumspieler mit sieben Toren nicht nur zum erfolgreichsten TVB-Werfer, er überzeugte auch durch seinen Mut im Abschluss.

 

Die Hoffnung, das Resultat etwas erträglicher zu gestalten, musste das Team von Trainer Markus Baur schnell begraben. Es kam sogar noch heftiger: Erstens, weil der THW im Angriff nun mit mehr Tempo spielte. Und zweitens, weil die TVB-Deckung ungewöhnlich viele Lücken offenbarte. Über 18:10 (34.) und 21:13 (40.) setzten sich die Gäste auf 24:15 (43.) ab. Es bahnte sich eine Klatsche an. Beim 28:18 durch Marko Vujin betrug die Differenz zwölf Minuten vor dem Ende erstmals zehn Tore. Zwei kamen noch hinzu, Sebastian Firnhaber setzte den Schlusspunkt zum 36:24-Sieg der Zebras, die ihre Serie auf 9:1 Punkte ausbauten. Das Polster des TVB auf die Abstiegsränge ist auf vier Punkte geschrumpft. Und die ordentliche Toredifferenz ist dahin.

TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Maier; Häfner, Salger (5), Weiß (3), Schagen (4/3), Schweikardt, Späth (2), Röthlisberger (1), Burmeister (1), Kretschmer (1), Orlowski (7), Pfattheicher.
THW Kiel: Landin, Wolff; Toft Hansen (3), Firnhaber (1), Weinhold, Dissinger, Wienczek (3), Ekberg (6/4), Zeitz, Frend-Ofors, Rahmel, Dahmke (6), Zarabec (1), Vujin (5), Bilyk (7), Nilsson (2).

Foto: Potthoff

Quelle: TVB 1898 Stuttgart

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