05.10.2017  DKB Handball-Bundesliga

Die Spiele am Donnerstag im Überblick - Melsungen empfängt Recken

Am Donnerstag wird in sechs Hallen der DKB Handball-Bundesliga gespielt. Während der THW Kiel sich gegen Erlangen keinen weiteren Ausrutscher erlauben darf, stehen die SG Flensburg-Handewitt sowie die Rhein-Neckar Löwen vor vermeintlichen Pflichtaufgaben. Minden reist zu den Aufsteigern aus Ludwigshafen und die Recken aus Hannover wollen gegen die MT Melsungen zurück in die Erfolgsspur.

Die Vorberichte zu den Spielen am Donnerstag

19:00 Uhr: MT Melsungen vs. TSV Hannover-Burgdorf

Autsch. Das tat weh. Die TSV Hannover-Burgdorf wurde am vergangenen Dienstag von den Rhein-Neckar Löwen mit einer wahren Machtdemonstration auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bei der 23:35-Klatsche in Mannheim funktionierte beim amtierenden Deutschen Meisters nahezu alles - während die Recken aus Hannover es gerade im Angriff nicht schafften an die bisher überragenden Leistungen in dieser Saison anzuknüpfen. Doch auch in einem solchen Spiel werden nur zwei Punkte vergeben - und mit der MT Melsungen steht schon das nächste schwere Kaliber bereit, auf welches es sich jetzt voll zu konzentrieren gilt. Denn auch die herbe Niederlage gegen die Löwen ändert nichts daran, dass die Recken noch immer eine der positiven Überraschungen der Saison sind.

Überraschendes stellt MT-Coach Roth zur Zeit im Angriff fest. Dort findet sich die aufgrund des Fehlens der Müller-Zwillinge und Timm Schneider neu zusammengestellte Formation “Julius Kühn - Lasse Mikkelsen - Dener Jaanimaa” immer besser. Das ist aufgrund der noch fehlenden Feinabstimmung nicht selbstverständlich. Woraufhin Michael Roth dieses Trio nach dem 30:26-Auswärtssieg am Sonntag in Minden auch besonders gelobt hat. “Den schwierigsten Part hat dabei Lasse Mikkelsen. Ein Regisseur kann seine Fähigkeiten eigentlich erst dann so richtig entfalten, wenn er sich quasi blind mit seinen Nebenleuten versteht. Was aber in dieser kurzen Zeit, in der die drei zusammenspielen, noch gar nicht gegeben sein kann.”

Die Zuschauer in der Rothenbach-Halle dürfen sich am Donnerstagabend auf ein kämpferisches Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe freuen - denn beide Teams wollen sich mit einem Sieg weiter in der breiten Spitzengruppe der Liga halten. Eine Favoritenrolle ist einer Mannschaft am Donnerstagabend nur schwer zuzuschreiben.

19:00 Uhr: SC DHfK Leipzig vs. Füchse Berlin

Favoritenschreck Leipzig möchte zu Hause dem nächsten "Großen" ein Bein stellen. Doch diesmal geht es gegen keinen geringeren als die Füchse Berlin. Der Hauptstadtclub ist die einzige Mannschaft in der DKB Handball-Bundesliga, die in dieser Saison noch keinen Punkt abgeben musste. Erschwert wird die Aufgabe durch mehrere angeschlagene Akteure. Der Einsatz von Nationalspieler Philipp Weber ist weiterhin ungewiss. Der Torjäger laboriert an einer starken Bänderdehnung, die er sich beim Auswärtsspiel in Wetzlar zugezogen hatte. Auch Benjamin Meschke ging mit einem leichten Infekt in die Trainingswoche. Die medizinische Abteilung des SC DHfK ist aber zuversichtlich, dass der Kreisläufer am Donnerstag auflaufen kann.

SC DHfK-Trainer Andre Haber ist aber trotzdem zuversichtlich: "Wir stehen am Donnerstag vor dem dritten Heimspiel in Folge gegen eine Top-Mannschaft. Die Füchse haben bisher noch nicht verloren, verfügen über viele intelligente Spieler und stellen eine variable Abwehr. Wir werden uns umfangreich vorbereiten, um von ihrem Spiel nicht überrascht zu werden. Wenn man bei den Füchsen über individuelle Klasse redet, weiß man gar nicht wo man anfangen soll, denn sie sind auf allen Positionen mit namhaften Leuten besetzt."

Gäste-Trainer Velimir Petkovic weiß um die Stärke seiner Mannschaft: "Wir wollen unsere Siegesserie fortsetzen. Aber wir können natürlich nichts garantieren und uns nie sicher sein. Klar ist, dass wir in Leipzig unsere beste Leistung zeigen wollen. Wir kommen mit fünf Siegen aus fünf Spielen und damit mit einer breiten Brust. Unsere Qualität ist riesig. Auch wenn es verdammt schwer wird, wissen wir, dass wir bestehen können."

19:00 Uhr: FRISCH AUF! Göppingen vs. SG Flensburg-Handewitt

Die SG Flensburg-Handewitt muss am Donnerstagabend in die EWS Arena nach Göppingen. Gegen FRISCH AUF! sind die Flensburger sicher favorisiert, von einem Selbstläufer ist allerdings trotz des überragenden Sieges in der VELUX EHF Champions League gegen das Star-Ensemble aus Paris nicht auszugehen.

Vor allem darf man gespannt sein, ob die Göppinger nach der Beurlaubung von Trainer Magnus Andersson unter der Leitung von Dr. Rolf Brack zurück in die Erfolgsspur finden werden. SG-Coach Maik Machulla weiß um die Grundstärke der Gastgeber, die bei Abruf ihrer Qualitäten jede Mannschaft vor Probleme stellen können. „Göppingen ist viel besser, als es der Tabellenplatz aussagt“, lässt er sich nicht blenden. „Sie werden in eigener Halle sicherlich über die Emotionen kommen. Außerdem haben sie schon richtig gute Spiele gezeigt. Sie haben in Minden mit fünf Toren geführt und am Ende nur unentschieden gespielt. Ähnlich lief es zu Hause gegen den TBV Lemgo.“ Seine Mannschaft geht nicht erst nach der angesprochenen Gala gegen Paris Saint-Germain HB mit gehörigem Selbstvertrauen in das Spiel in Göppingen. „Wir dürfen jetzt aber nicht selbstzufrieden werden, sondern müssen den positiven Schwung dieses Spieles mitnehmen und die Stimmung hochhalten“, erklärt Maik Machulla. „Denn auch in Göppingen gilt es, sich aufs Neue zu beweisen.“ 

Nichtsdestotrotz hinken die Göppinger - mit einer Punktebilanz von 5:7 auf Tabellenplatz 12 rangierend - den eigenen Ansprüchen hinterher. Gerade das unnötige Unentschieden gegen die Aufsteiger des TV Hüttenberg wirkt bei FRISCH AUF! noch immer nach. Lief der Angriffsmotor in der ersten Halbzeit noch sehr gut, musste das Team in der zweiten Halbzeit in einem enger und hektischer werdenden Spiel einen Punkt in Gießen lassen. Ein Sieg gegen die Titelaspiranten aus Flensburg wäre sicherlich einer dieser Momente, der einen bisherigen, eher suboptimalen Start in die Saison ins Positive umkehren könnte.

19:00 Uhr: Rhein-Neckar Löwen vs. TV 05/07 Hüttenberg

Vom TV Hüttenberg wird das kommende Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar Löwen wohl recht passend mit „David gegen Goliath“ betitelt. TVH-Cheftrainer Aðalsteinn Eyjólfsson beschreibt die Ausgangslage daher eindeutig: „Die Rollen werden am Donnerstagabend klarer verteilt sein, als je zuvor in dieser Saison. Sie sind das Team, welches momentan den vielleicht besten Handball der Liga spielt.“ Alles andere als ein klarer Sieg der Löwen wäre eine faustdicke Überraschung.

Für Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen ist das allerdings kein Grund, den Liga-Neuling auf die leichte Schulter zu nehmen. Respekt hat er vor dem hohen Tempo, das er als taktisches Mittel der Hüttenberger vor allem im Angriff erwartet, sowie vor der 3:2:1-Abwehr, die so in der Liga von keinem anderen Team praktiziert wird. Nach dem grandiosen 35:23-Erfolg über die TSV Hannover-Burgdorf am Dienstag hat der Coach der Löwen daher eine taktische Trainingseinheit angesetzt. Ansonsten heißt die Devise in der „Monsterwoche“ Regeneration auf allen Ebenen: „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie jede Stunde, die sie extra für Schlaf investieren können, auch dafür nutzen sollen.“

In dem hohen Spielpensum der Rhein-Neckar-Löwen sieht Eyjólfsson auf der anderen Seite allerdings auch Chancen für seine Hüttenberger Mannschaft. „Wir haben sicherlich auch konditionelle Möglichkeiten, die wir ausschöpfen wollen“, analysiert der TVH-Trainer. Das Hüttenberg die großen Vereine der Liga ärgern kann, haben die Mittelhessen bereits gegen die Füchse Berlin und den SC DHfK Leipzig eindrucksvoll bewiesen. Der Champions-League-Teilnehmer bleibt dennoch ein anderes Kaliber.

19:00 Uhr: Die Eulen Ludwigshafen vs. TSV GWD Minden

Der Sieg der Eulen Ludwigshafen gegen den VfL Gummersbach am vergangenen Sonntag ist abgehakt. Denn mit GWD Minden kommt der nächste direkte Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt in die Friedrich-Ebert-Halle. 

„Es geht wieder von Null los. Wir wollen gewinnen, aber wir wissen, dass wieder einfach alles passen muss. Da dürfen wir uns keinen Durchhänger leisten", weiß Eulen-Spielmacher Alexander Feld. Helfen soll ihnen einmal mehr die Tatsache, vor heimischer Kulisse zu spielen - denn die beiden bisherigen Siege gegen Lemgo sowie Gummersbach feierten die Eulen in eigener Halle. Mit einem weiteren Heimsieg wollen sie nun diese positive Bilanz ausbauen. 

Doch auch Minden sieht sich vor dem Auswärtsspiel gegen die Aufsteiger in der Pflicht. So meint Frank von Behren, sportlicher Leiter der Grün-Weißen trocken: „Wir haben ein Ziel und das lautet Sieg.“ Gemeinsam mit Trainer Frank Carstens habe er die knappe Heimniederlage gegen Melsungen analysiert und Fehler entdeckt, die es nun abzustellen gibt. „Vieles lief schon sehr gut – vor allem im Angriff. Positiv war, dass die Mannschaft bereits die Lehren aus den Spielen zuvor gezogen hat“, freut sich Carstens. Ihm ist jedoch bewusst, dass noch nicht alles Gold ist, was glänzt: „Wir müssen die Disziplinlosigkeiten, die uns zwei Strafen eingebracht haben, unbedingt abstellen und an unserer individuellen Qualität arbeiten.“ Vor dem kommenden Gegner zeigt man auch auf Mindener Seite Respekt - die Marschrichtung ist dennoch klar. „Ludwigshafen hat das bislang in der Saison sehr gut gemacht. Dennoch brauchen wir sie nicht stärker reden, als sie sind. Wir wollen gewinnen“, fordert von Behren und Carstens pflichtet ihm bei: „Bei allem Respekt vor Ludwigshafen. Spielen wir so wie gegen Melsungen, werden wir das Spiel gewinnen.“

So geht GWD Minden leicht favorisiert in die Partie gegen die Aufsteiger aus Ludwigshafen. Mit einem Sieg könnten die Eulen allerdings einen echten Big Point im Abstiegskampf landen und erst einmal einen großen Schritt weg von den Abstiegsplätzen machen.

20:30 Uhr: HC Erlangen vs. THW Kiel

Wenn man nach sieben Spieltagen bereits von Schadensbegrenzung in Bezug auf die gesamte Saison spricht, ist das sicherlich etwas sehr gewagt. Doch die Ansprüche eines THW Kiels sind nun einmal Titel. Und nach der Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen am vergangenen Sonntag verabschieden sich die Zebras zumindest vorerst einmal aus dem Rennen um die Meisterschaft. Mit 6:8 Punkten und einer Tordifferenz von +1, steht der Rekordmeister aktuell auf dem zehnten Platz der DKB Handball-Bundesliga. Davon war vor der Saison sicher nicht auszugehen. 

So kommt für die Kieler im Spiel gegen den HC Erlangen alles andere außer einem Sieg nicht in Frage. Die Franken auf der anderen Seite sind derzeit vom Verletzungspech gebeutelt: Neben Kreisläufer Jonas Thümmler muss der HCE am Donnerstag auch Neuzugang Johannes Sellin, der von der MT Melsungen kam, ersetzen. Der Rechtsaußen hatte sich im September den Ringfinger der Wurf-Hand gebrochen. Nach Sellins Verletzung verpflichtete der HCE kurzfristig den 30-jährigen schwedischen Ex-Nationalspieler Marcus Enström, der im Sommer bei Alingsas HK seine Karriere beendet hatte. "Nach dem Ausfall von Johannes verblieben uns nur noch drei Linkshänder im Bundesligakader. Auf diese Situation wollten wir reagieren und eine Absicherung finden", kommentierte HCE-Geschäftsführer Rene Selke den Transfer. Zuletzt erwischte es dann auch noch den ehemaligen Kieler Nikolas Katsigiannis, der sich beim 26:26-Unentschieden gegen den TV Hüttenberg einen Muskelbündelriss in der Rückseite des rechten Oberschenkels zuzog. Neben dem erfahrenen, 188-fachen slowenischen Nationaltorwart Gorazd Skof, der vor der Saison vom französischen Ausnahmeclub Paris Saint-Germain zum HCE wechselte, wird der 21-jährige Michael Hassferter am Donnerstag das Tor hüten.

Alle Spiele im Überblick

Do., 05.10. 19:00 Uhr FRISCH AUF! Göppingen : SG Flensburg-Handewitt -:-
Do., 05.10. 19:00 Uhr MT Melsungen : TSV Hannover-Burgdorf -:-
Do., 05.10. 19:00 Uhr Die Eulen Ludwigshafen : TSV GWD Minden -:-
Do., 05.10. 19:00 Uhr Rhein-Neckar Löwen : TV 05/07 Hüttenberg -:-
Do., 05.10. 20:30 Uhr HC Erlangen : THW Kiel -:-

Foto: Hartung

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