22.01.2018  Handball Europameisterschaft

Baurs EM-Kolumne (6): Spanien-Spiel wird echtes Endspiel

Markus Baur ist der EM-Experte der DKB Handball-Bundesliga. In seiner sechsten Kolumne blickt der Europameister von 2004 und Weltmeister von 2007 schon voraus auf den Hauptrunden-Abschluss gegen Spanien und verrät, wo er das DHB-Team im Vorteil sieht.

Liebe Handballfans,

wir haben uns gegen Dänemark im Vergleich zu den Spielen davor auf jeden Fall gesteigert. Aber es hat eben nicht gereicht. In der entscheidenden Phase waren die Dänen besser, überzeugter. Nuancen haben den Unterschied ausgemacht. Vor allem in den 7-gegen-6-Situationen haben wir zum Schluss in der Abwehr keine Antworten mehr gefunden.

Trotzdem: Auf diese Leistung lässt sich aufbauen. Das Angriffsspiel war flüssiger. Rune Dahmke hat gleich gezündet. Er ist einfach einer, der sich immer voll rein haut. Außerdem war die Trefferquote aus dem Rückraum, vor allem bei Julius Kühn und Steffen Weinhold, besser. Umso bitterer war der Ausfall von Paul Drux. Er war ein wichtiger Mann in Christian Prokops System, hatte viele Spielanteile. Dass er nicht mehr auf dem Feld stand, hat sich schon gleich gegen die Dänen bemerkbar gemacht und wird auch zum großen Hauptrunden-Finale gegen Spanien weh tun.

Zumal ich glaube, dass das Spiel gegen die Spanier tatsächlich zum echten Endspiel ums Halbfinale werden wird. Da fehlt ein kampfstarker Spieler wie Drux natürlich. Die Spanier stellen eine unangenehme Deckung und spielen auch vorne eher ungewöhnlich, suchen viele Eins-gegen-Eins-Situationen und spielen gerne über den Kreis. Aber trotzdem: Wir haben genügend Qualität in der Mannschaft, sind in der Kombination aus Deckung und Torwartspiel wahrscheinlich noch ein Quäntchen besser als die Spanier und haben ja gute Erfahrungen mit Endspielen gegen Spanien bei einer EM.

21.01.2018 - Handball Europameisterschaft

25:26 - Deutschland verliert Hauptrundenkrimi!

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr zweites Hauptrundenspiel bei der Europameisterschaft in Kroatien verloren. Gegen Dänemark unterlag das DHB-Team mit 25:26 und muss nun weiter um den Einzug ins Halbfinale zittern. Bester Werfer auf deutscher Seite war Julius Kühn mit sechs Treffern.

Die Dänen haben jetzt eine äußerst komfortable Ausgangssituation, können schon fast mit dem Halbfinale planen. Gegen Mazedonien reicht ihnen im abschließenden Spiel ein Punkt, um auf Nummer sich zu gehen. Das werden sie sich nicht nehmen lassen, zumal von Mazedonien nach dem Ausfall von Kiril Lazarov keine allzu große Gefahr mehr ausgehen dürfte.

Noch ein Blick in die andere Hauptrundengruppe: Die Kroaten haben sich nach dem Sieg gegen Norwegen wieder Oberwasser verschafft. Diese Mannschaft funktioniert einfach immer dann besonders gut, wenn sie mit dem Rücken zur Wand steht. Zum Abschluss kommt es am Mittwoch zum Kracher gegen Frankreich. Wenn die Kroaten Glück haben, sind die Franzosen dann schon fürs Halbfinale qualifiziert und schonen einige Topstars.

Euer Schorsch

Der zweimalige Handballer des Jahres Markus „Schorsch“ Baur ist einer der erfolgreichsten Spielmacher in der deutschen Handball-Geschichte. In 228 Länderspielen erzielte er 712 Tore, wurde 2004 Europameister und Olympia-Zweiter und krönte seine Karriere 2007 mit dem Titel bei der Heim-WM. Mit dem TBV Lemgo feierte Baur 2003 die deutsche Meisterschaft. Die Ostwestfalen waren nach der aktiven Karriere auch Baurs erste Trainerstation in der DKB Handball-Bundesliga. Nach Engagements in Lübbecke, Schaffhausen und als DHB-Juniorenbundestrainer betreut Baur seit der Saison 2016/17 den Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart.

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