21.01.2018  Handball Europameisterschaft

EM-Tag 10: Deutschland unterliegt Dänemark denkbar knapp

Wie nicht anders zu erwarten, hielt die EM in Kroatien heute den nächsten Handball-Krimi der BadBoys bereit. Gegen Olympiasieger Dänemark zeigte sich das Team von Bundestrainer Prokop stark verbessert, musste sich nach 60 äußerst intensiven Minuten jedoch trotzdem geschlagen geben. Im zweiten Spiel des Tages ließen die Spanier Mazedonien nicht den Hauch einer Chance.

Hauptgruppe II:

Deutschland vs. Dänemark (Stimmen zum Spiel, Quelle: DHB)

Christian Prokop (Bundestrainer): „Glückwunsch an die Dänen, für die es ein richtig wichtiger Sieg war. Wir sind enttäuscht, denn wir haben eine starke kämpferische Leistung und Abwehrleistung geboten. Dieser Kampf wurde nicht belohnt. Der Schlüssel für Dänemark war der siebte Feldspieler. Wir sind zum Beispiel gegen Mikkel Hansen nicht mehr aggressiv genug herausgetreten. Wir haben allerdings nie aufgesteckt, machen aber in der entscheidenden Phase zu viele leichte technische Fehler. Der Teamgeist stimmt auf jeden Fall, entscheidend waren Kleinigkeiten. Das müssen wir verarbeiten, dann geht es weiter. Es ist nur bitter, dass wir das Halbfinale nicht mehr in den eigenen Händen haben.“

Nikolaj Jacobsen (Nationaltrainer Dänemark): „Dieses enge Spiel war bis zum Schluss absolut ausgeglichen und hochspannend. In der ersten Hälfte hatten beide Seiten Probleme im Angriff. Weil sich zudem alle so gut kennen, war die Partie immer auf Messers Schneide. Am Ende machen wir zwei Fehler weniger als Deutschland und freuen uns über zwei Punkte.“

Steffen Weinhold (Rückraum rechts): „Es war ein hartes Spiel, in dem wir die bessere Abwehr hatten. Der Grund für die Niederlage waren die vielen technischen Fehler in der zweiten Halbzeit. Ich hoffe, dass Dänemark nun auch Mazedonien schlägt, das wäre gut für uns.“

Rune Dahmke (Linksaußen): „Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen sprachlos. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass wir es wirklich packen können. Wir haben alles reingelegt und viel richtig gemacht. Ich finde, wir waren wieder auch schwer auszurechnen, jeder Part wurde erfüllt. Nur wenn es einfach wie es leider das gesamte Turnier über schon war, nicht so richtig läuft, dann fehlt einem im Spiel auch ein bisschen dieses Quäntchen Glück. Eine Überzahlsituation verlieren wir 0:2 und gehen so in den Rückstand. Trotz Aufholjagd konnten wir das Spiel leider nicht mehr drehen. Aber jeder hat das Kämpferherz am richtigen Fleck, das hat man heute auch gesehen. Auf der anderen Seite stand heute der Olympiasieger, das darf man auch nicht vergessen, die mit Weltklassespielern gespickt sind und das haben sie auch in den entscheidenden Situationen gezeigt und hatten dann am Ende auch das Quäntchen Glück.“

Julius Kühn (mit sechs Treffern bester DHB-Torschütze): „Die Enttäuschung ist riesig. Wir wollten heute einfach das Spiel gewinnen, haben es aber nicht geschafft, weil wir uns in der zweiten Halbzeit nicht clever genug angestellt haben. Wir hatten in der Defensive nicht mehr so den Zugriff wie in der ersten Halbzeit. Vorne haben wir leider in den entscheidenden Situationen die falschen Entscheidungen getroffen. So haben wir die Dänen zu leichten Toren eingeladen. Wir waren in den letzten Minuten einfach nicht konsequent genug. Wir haben sie in der Abwehr zu nah rankommen lassen, dann macht Mikkel Hansen ein paar entscheidende Tore, weil wir nicht wir nicht genug Druck ausgeübt haben. So war es schwierig, den Rückstand aufzuholen und das Spiel zu drehen.“

Deutschland - Dänemark 25:26 (9:8)
Deutschland: Wolff (1), Heinevetter  - Kühn (6), Weinhold (5), Dahmke (4), Wiencek (3), Häfner (2), Fäth (2), Gensheimer (1), Reichmann (1/1), Kohlbacher, Weber, Drux, Groetzki, Pekeler, Lemke
Dänemark: N. Landin, Green - Lindberg (9/4), Hansen (5), Olsen (3), Mortensen (3), Lauge (2), Damgaard (2), R. Toft Hansen (1), H. Toft Hansen (1), M. Landin, Svan, Mollgaard, Mensah, Balling, Zachariassen.

Schiedsrichter: Gubica/Milosevic (Kroatien) - Zeitstrafen: 3:1 -  Siebenmeter: 2/1:4/4 - Zuschauer in Varazdin: 3000

21.01.2018 - Handball Europameisterschaft

25:26 - Deutschland verliert Hauptrundenkrimi!

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr zweites Hauptrundenspiel bei der Europameisterschaft in Kroatien verloren. Gegen Dänemark unterlag das DHB-Team mit 25:26 und muss nun weiter um den Einzug ins Halbfinale zittern. Bester Werfer auf deutscher Seite war Julius Kühn mit sechs Treffern.

Mazedonien vs. Spanien

Ex-Weltmeister Spanien hat bei der Handball-EM in Kroatien das Halbfinale fest im Visier. Der Vize-Europameister kam in der Hauptrundengruppe II in Varazdin zu einem souveränen 31:20 (15:6) gegen Mazedonien und schob sich hinter Olympiasieger Dänemark (sechs Punkte) und vor dem punktgleichen Titelverteidiger Deutschland mit vier Zählern auf Platz zwei. Zudem haben die Iberer ein Spiel weniger ausgetragen. Bester Werfer der Spanier war Eduardo Gurbindo mit sechs Toren. Mazedonien (3 Punkte) hat trotz der Niederlage ebenfalls noch Chancen aufs Halbfinale. Gegen die starken Spanier hatte der WM-15., der schon ab Mitte der ersten Halbzeit verletzungsbedingt auf seinen Superstar Kiril Lazarov verzichten musste, nie eine echte Chance. Spanien baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus und geriet zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Zur Ergebnisübersicht sowie dem aktuellen Tabellenstand der Gruppe II geht es hier.

Foto: Klahn

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