18.03.2017  Intern

Gute Stimmung vor Premiere

Am heutigen Samstag ist es soweit. Der neue Trainer der Deutschen Nationalmannschaft wird sein erstes Länderspiel als Trainer an der Seitenlinie leiten. Die Stimmung könnte nicht besser sein, auch wenn einige Stars in den deutschen Reihen fehlen. Nicht nur deshalb sind am Wochenende wohl alle Augen auf Prokop gerichtet.

Die Auftaktpartie verlief so gar nicht nach dem Geschmack von Christian Prokop. Dass der neue Bundestrainer kurz vor dem Ende des Mannschaftsabends noch vom Team-Physio überholt wurde, habe den Senkrechtstarter "sehr gewurmt", verriet Keeper Silvio Heinevetter mit einem breiten Grinsen: "Er hat mich mit seinen Bowling-Qualitäten jetzt nicht so sehr beeindrucken können."

Die Stimmung bei den deutschen Handballern vor Prokops Länderspiel-Premiere gegen Schweden ist ausgezeichnet. Den 90-minütigen Bowling-Spaß während des DHB-Lehrgangs in Hamburg bezeichnete Prokop als "schöne Abwechslung" zum Kennenlernen, richtete den Fokus aber gleich auf das Wesentliche: seine erste Bewährungsprobe am Wochenende. Auch weil beim doppelten Länderspiel-Klassiker viele Stars fehlen, werden alle Augen auf den Nachfolger von Dagur Sigurdsson gerichtet sein.

"Es kribbelt natürlich, die Aufregung ist spürbar vor dem ersten gemeinsamen Spiel", sagte Prokop vor seinem Einstand an der Seitenlinie am Samstag in Göteborg. Beim Tag des Handballs wird der 38-Jährige dann am Sonntag (17.30 Uhr/Sky Sport News HD) vor über 10.000 Zuschauern sein Heimdebüt als Bundestrainer geben.

Weil Spieler wie Kapitän Uwe Gensheimer oder EM-Held Andreas Wolff aus Rücksicht auf ihre Klubs geschont werden, nutzt Prokop seine ersten Länderspiele vor allem zum Kader-Casting. "Hundertprozentig", sagte Prokop: "Die Spieler, die dabei sind, sollen ihre Chance nutzen. Das machen sie bis hierher sehr gut. Von daher wird man sehen, wie die Kaderzusammenstellung für die Zukunft ist."

 

Die nächsten Pflichtspiele stehen Anfang Mai mit der EM-Qualifikation gegen den WM-Dritten Slowenien auf dem Programm. Die ganz großen Ziele sind dann eine Medaille bei der Heim-WM 2019 und Olympiagold 2020.

Prokop, von einigen Beobachtern schon als "Julian Nagelsmann des Handballs" bezeichnet, kommt mit seiner unaufgeregten Art und der klaren Ansprache an bei seinen Spielern. Abseits des Feldes sei er "ein sehr lockerer Typ" mit dem man "auch über das Private quatschen kann", sagt Niclas Pieczkowski, der von Prokop auch beim SC DHfK Leipzig trainiert wird.

Anders ist das auf dem Handballfeld. Da erinnert Prokop an seinen isländischen Vorgänger, ist extrem ehrgeizig und überlässt nichts dem Zufall - schon gar nicht im Training. Immer wieder unterbricht er die Übungen und gibt den Spielern kurze, präzise Anweisungen. "Er ist ein Taktik-Fuchs, möchte, dass jedes Detail perfekt ausgeübt wird", sagt Rückraumspieler Julius Kühn. Und Spielmacher Paul Drux meint: "Er ist sehr akribisch und redet viel mit uns."

Knapp acht Wochen nach dem Achtelfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft in Frankreich freut sich auch die Verbandsspitze auf den Start in eine neue Zeitrechung. "Ich habe das sehr gute Gefühl, dass wir eine sehr gute Entscheidung getroffen haben", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Nun müsse man den Mut haben, neue Akzente zu setzen. "Wenn man Dinge verändern will, um noch erfolgreicher zu werden, dann braucht das seine Zeit. Und die hat Christian trotz des Drucks und der immens hohen Zielsetzung."

Quelle: Deutscher Handballbund

Foto: Sascha Klahn

Socialstream

Fanshop