16.03.2017  DKB Handball-Bundesliga

Mark Schober: "Tag des Handballs ganz bewusst kein Hochglanzprodukt, sondern ein Erlebnistag für die Familie"

Dem Deutschen Handballbund steht ein spannendes Jahr 2017 mit vielen Highlights bevor. Los geht es schon am 19. März mit dem Tag des Handballs, doch auch der Bundestag 2017 und die Heim-WM der Ladies (1. bis 17. Dezember) ist nicht mehr allzu fern. Mark Schober, Generalsekretär des Deutschen Handballbundes, stellt im Interview den "Tag des Handballs" näher vor, erklärt die Mitmach-Kampagne "Handball - Es lebe der Sport" und blickt mit "Hochspannung" in die nahe Zukunft.

Herr Schober, was erwarten Sie vom Tag des Handballs?

Mark Schober: Drei Länderspiele, Mitmachaktionen für Kinder und Jugendliche, Nähe zu unseren Ladies und Bad Boys – kurz: einen begeisternden Tag für die ganze Familie, der ganz im Zeichen des Handballs steht und die Vielfalt unseres Sports erlebbar macht. 

Einen Tag des Handballs gab es bereits 2015…

Mark Schober: Stimmt. Die Rhein-Neckar Löwen halten mit 44.189 Zuschauern beim Spiel gegen den HSV Handball in der Frankfurter Commerzbank Arena den Zuschauer-Weltrekord. Diesen Anspruch hat unser Tag des Handballs nicht. Das Spektrum von gleich drei Länderspielen an einem Tag ist unsere Stärke. Jedes Spiel erzählt seine eigene Geschichte, gemeinsam bieten die Länderspiele unserer Jugend, der Frauen und der Männer das ideale Programm für einen sonntäglichen Ausflug in die Barclaycard Arena, bei dem die ganze Familie auf ihre Kosten kommt. Eine besondere Bedeutung bekommt dieser Tag des Handballs durch den ersten Auftritt unseres Bundestrainers Christian Prokop. Wir freuen uns auf diese Premiere, weil wir überzeugt sind, fachlich und menschlich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Jetzt herrscht Planungssicherheit - auch mit Blick auf unser großes Ziel, Gold bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio zu gewinnen. Dafür haben wir auf und neben dem Spielfeld ein starkes Team.

Welche Perspektive haben Konzepte wie der Tag des Handballs?

Mark Schober: Basis des Erfolges ist die Spielstärke unserer Nationalteams. Die sehe ich gewährleistet. Unsere Aufgabe ist es, dass wir Länderspiele unserer Ladies und der Bad Boys über das Spielfeld hinaus als Event gestalten. Genau das bietet der Tag des Handballs. Er bietet großen Mehrwert für unsere großen und kleinen Fans. Er ist ganz bewusst kein Hochglanzprodukt, sondern ein Erlebnistag für die Familie. Aber auch sportlich macht dieser Termin Sinn. Wir haben ihn vor zwei Jahren gemeinsam mit der HBL festgelegt, damit sich die Nationalmannschaft auf die Euro-Qualifikation im Mai vorbereiten kann. So hat Christian Prokop nicht nur einen Tag vor dem Spiel in Slowenien. Die Idee eines Tag des Handballs kam später aufgrund der glücklichen Konstellation, dass auch die Frauen eine Nationalmannschaftswoche haben.

 

Da bot sich ein Doppel-Spieltag mit Männern und Frauen ja geradezu an! Eine Idee mit Zukunft?

Mark Schober: Ja. Wir sind sehr froh, dass wir mit dem schwedischen Verband eine starke Lösung gefunden haben. Die im Übrigen ja auch mit Blick auf die Heim-WM der Frauen im Dezember positive Auswirkungen haben wird. Unsere Ladies mit Michael Biegler und die Bad Boys mit Christian Prokop werden in Hamburg und darüber hinaus für zusätzliche PR sorgen. Am 29. Oktober werden wir anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Handball“ ein weiteres Doppelländerspiel ausrichten. Dann in der Hauptstadt. Übrigens passen die WM der Frauen 2017 und das Jubiläum „100 Jahre Handball“ perfekt zusammen, denn es waren Frauen, die im Dezember 1917 erstmals mit der Hand Ball gespielt haben.

Wie sehen Sie den Deutschen Handballbund im März 2017 grundsätzlich aufgestellt?

Mark Schober: Die Ladies sind als Sechste der EM auf Kurs. Das Team von Bundestrainer Michael Biegler bringt das Rüstzeug mit, um eine erfolgreiche Heim-WM zu spielen. Ich traue der Mannschaft zu, dass sie am 15. und 17. Dezember in der Hamburger Barclaycard Arena die Finalrunde spielen wird. Die Bad Boys mit Christian Prokop werden sich mit aller Kraft den kommenden Aufgaben zuwenden. Wir sind überzeugt, dass wir in dieser Aufstellung unsere großen Ziele – eine starke Heim-WM 2019 mit den Männern und Gold bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio – erreichen können. Auch unser wichtiger Unterbau ist auf Kurs: Platz eins im Nationenranking des europäischen Verbandes EHF ist ein starker Indikator für die Leistungsstärke des deutschen Handballs.

Und strukturell?

Mark Schober: Wir wachsen weiter. Wir verstehen uns als Gestalter und Dienstleister für unsere Mitglieder und den Handballsport. Der sportliche Erfolg ist zentrales Element, das wir mit klugen Konzepten verbinden, um strategische Ziele zu erreichen. Durch unseren Erfolg haben wir mehr finanzielle Mittel, mit denen wir zum Beispiel Zukunftsaufgaben, wie die Ausbildung unserer Trainer oder die Mitgliedergewinnung besser lösen können. Auch unsere Partner unterstützen uns bei der Realisierung strategischer Ziele. So haben wir mit Hilfe der AOK das „Startraining“ zu einem echten Angebot im deutschen Schulsport entwickelt, das mit dem Tag des Handballs in eine weitere Runde starten wird. 

Das weitere Jahr ist jedenfalls spannend.

Mark Schober: Hochspannung oder Feuerwerk trifft es wohl eher. Die Bad Boys werden am 6. Mai in der Qualifikation zur EHF EURO 2018 in Halle Westfalen und am 18. Juni in Bremen spielen. Unsere Ladies bereiten sich auf die Heim-WM vor, bei der vom 1. bis 17. Dezember die besten Handballerinnen der Welt in Bietigheim-Bissingen, Oldenburg, Trier, Leipzig, Magdeburg und Hamburg zu sehen sein werden. Und dann feiern wir im Rahmen des Bundestages am 29. Oktober in Berlin auch „100 Jahre Handball“. Dieser Bundestag wird wegweisend für den deutschen Handball, da wir hier mit der Unterstützung der Landes- und Ligaverbände eine Strukturreform des Deutschen Handballbundes auf den Weg bringen wollen.

Wie sehen Sie die weiteren Perspektiven?

Mark Schober: Der Deutsche Handballbund blickt nach vorne. Das Rumpeln in den Medien sowie Aussagen und Wahrnehmungen aller Seiten während der Bundestrainersuche liegen hinter uns. Sportlich sinnvolle Entscheidungen werden beim DHB auch weiterhin verbunden mit wirtschaftlicher Vernunft. Das nächste große Leuchtturmprojekt wird die 26. Weltmeisterschaft der Männer im Januar 2019 sein, bei der wir mit Dänemark Gastgeber sein werden. Mit Hilfe dieser Handball-Highlights wollen wir die  Bedeutung unseres Sports in Sportdeutschland hoch halten. Dabei folgen wir unserem Leitsatz: Gewinne für Dich – mit uns! Fortschritt für den Handballsport ist nur gemeinsam möglich, das heißt mit einem Schulterschluss von der Vereinsbasis bis zur Dachorganisation. Dabei kommt der DKB Handball-Bundesliga besondere Bedeutung bei. 

Welche Mittel kommen zum Einsatz, um mehr Öffentlichkeit zu schaffen?

Mark Schober: Wir investieren stark in unsere Kommunikation. Ein Projekt verdient besondere Erwähnung. Seit einigen Monaten bündelt der deutsche Handball seine Ressourcen in einer gemeinsamen Imagekampagne, die Aufmerksamkeit und den gesellschaftlichen Stellenwert des Handballs erhöhen will. Dazu setzt sie Attribute unseres Sports, wie authentisch, leidenschaftlich, echt und ehrlich mit provokanten Sprüchen, Motiven und Spots plakativ in Szene. Initiatoren sind die DKB Handball-Bundesliga mit ihren Clubs, die Handball-Bundesliga der Frauen und der DHB mit wichtiger Unterstützung der Landesverbände. Zusätzliche Schlagkraft gewinnt die Kampagne durch Unterstützung zahlreicher prominenter National- und Vereinsspieler, die sich mit der Kampagne identifizieren.

 

Was kann die Kampagne noch?

Mark Schober: Herzstück der Mitmach-Kampagne „Handball – Es lebe der Sport“ ist die Landingpage www.es-lebe-der-sport.de. Sie bietet einen umfassenden Überblick auf alle Bestandteile der Kampagne. Sämtliche Anzeigenmotive, die provokante Slogans mit Action-Szenen prominenter National- und Klubspieler kombinieren, können von der Landingpage ebenso kostenfrei heruntergeladen und verwendet werden, wie die Spots. Jeder Handballverein hat die Chance, Anzeigenmotive auf seine Bedürfnisse umgestalten zu lassen. Dieses Angebot wird auch sehr rege von Amateurvereinen wahrgenommen.

Wie gelingt den Initiatoren die Aktivierung der Kampagne?  

Mark Schober: Neben Partnersendern des Handballs, setzt die Kampagne auf die Nutzung digitaler Kanäle und bundesweiter Out of Home-Maßnahmen. Insbesondere an den Bundesligastandorten und Städten, in denen Handballhighlights, wie der Tag des Handballs, ausgetragen werden. Aktiviert wird die Kampagne außerdem durch Bandenwerbung in Arenen sowie mit Anzeigen in DHB- und Vereinspublikationen. Online wird die Kampagne durch kurze Spots und Virals visualisiert. Face to Face-Kommunikation erfolgt bei allen Bundesliga- und Länderspielen. Die Umsetzung der Kampagne hat uns alle noch enger zusammengeführt.

Vielen Dank dür das Gespräch!

Weitere Informationen zum DHB und seinen Terminen unter www.dhb.de. Mehr über die Mitmach-Kampagne gibt’s unter www.handball-es-lebe-der-sport.de.

Foto: DHB/Sascha Klahn

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