18.06.2017  Intern

Ungeschlagen - Bad Boys gewinnen auch gegen die Schweiz

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft besiegt die Schweizer Auswahl nach einer starken zweiten Hälfte mit 29:22. Trotz des bereits vorzeitig gelösten Tickets für die Europameisterschaft 2018 in Kroatien kämpft sich die Mannschaft von DHB-Coach Christian Prokop nach schwieriger erster Halbzeit beeindruckend zurück und siegt letztlich souverän. Damit beenden die Deutschen die EM-Qualifikation mit weißer Weste.

Das Spiel in Kürze

Bundestrainer Christian Prokop machte schon vor dem Spiel klar, dass es sich hier um kein Trainingsspiel handeln solle. Selbstverständlich wollte er aber - aufgrund des bereits vorzeitig gesichterten Tickets für die Europameisterschaft 2018 - verschiedene Formationen ausprobieren und gerade jungen Spielern die Chance geben, sich für kommende Aufgaben zu empfehlen. So wurden vor dem Spiel Tim Suton und Marian Michalczik sowie Marcel Schiller, Tim Hornke und Erik Schmidt nachnominiert, nachdem der DHB-Coach einigen Führungskräften bereits frühzeitig in den wohlverdienten Urlaub schickte.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft startete mit Rune Dahmke und Johannes Sellin auf den Außenpositionen, Julius Kühn, Kai Häfner und Philipp Weber im Rückraum sowie Jannik Kohlbacher am Kreis. Im Tor begann Silvio Heinevetter, der die DHB-Auswahl zum ersten Mal in seiner Karriere als Kapitän auf das Spielfeld führte. Die erste Sieben startete stark und erspielte sich schnell einen kleinen Vorsprung. Vorallem durch die schnelle Mitte und die zweite Welle gelangten die Bad Boys zu einfachen Toren. 

Allerdings merkte man der deutschen Auswahl an, dass sie in dieser Konstellation erst selten auf dem Parkett stand - die gesamte erste Hälfte war geprägt von technischen Fehlern und leichten Ballverlusten, die die Schweizer Auswahl ihrerseits wieder in einfache Tore ummünzen konnte. Die deutsche Mannschaft wirkte verunsichert und zeigte auch in der Abwehr Abstimmungsschwierigkeiten. So kämpfte sich eine ebenfalls sehr junge Schweizer Mannschaft zurück ins Spiel und schaffte es dank eines 4:0 Laufs einen 6:9 Rückstand in der 16. Minute in eine 10:9-Führung umzuwandeln (21.). Diese Führung gab der Mannschaft um den erneut zum MVP der DKB Handball-Bundesliga gewählten Andy Schmid sichtlich Aufwind - bis zur Pause verteidigten die Eidgenossen den Vorsprung. So ging es nach wechselhaften ersten 30 Minuten mit einem 12:13 Rückstand aus deutscher Sicht in die Kabine. Allen Beteiligten war klar, dass es für die zweite Halbzeit noch viel Luft nach oben gab. 

DHB-Coach Prokop schien in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben - die Bad Boys glichen direkt nach dem Anpfiff zum 13:13 aus und erspielten sich bis zur 40. Minute eine 19:16-Führung. Vor allem Marcel Schiller zeigte ein ganz starkes Debut im DHB-Dress, und hatte bereits nach zehn gespielten Minuten in der zweiten Hälfte vier Tore auf dem Konto.

Christian Prokop wechselte weiter munter durch und gönnte auch den Debütanten ausreichend Spielzeiten. Zu einem echten Bruch im deutschen Spiel kam es dadurch allerdings nicht. Probleme hatte der nicht eingespielte deutsche Mittelblock weiterhin mit den schnellen Beinen von Andy Schmid, der es immer wieder schaffte Lücken für seine Mitspieler zu reißen oder selbst zum Torerfolg kam. Dennoch hatte die deutsche Handball-Nationalmannschaft das Spiel mittlerweile fest im Griff - Erik Schmidt setzte sich in der 48. Minute schön durch und verwandelte einen Abpraller zum 23:17. 

Spätestens beim 26:18 durch Schiller in der 53. Minute war allen klar, dass die DHB-Auswahl dieses Spiel nicht mehr aus der Hand geben würde. Man merkte den Schweizern an, dass die starke erste Hälfte massig Kraft gekostet hatte - so hatten sie dem andauernden deutschen Tempo-Handball nicht mehr viel entgegenzusetzen. Am Ende der Begegnung steht ein am Ende souveräner und verdienter 29:22 Sieg gegen die Schweiz. Die deutsche Auswahl marschiert damit mit weißer Weste durch die Quali für die EHF Euro 2018 in Kroatien. 

Der Spieler des Spiels

Für DHB-Debütant Marcel Schiller war es ein ganz besonderes Spiel. Erhielt in der ersten Halbzeit noch Rune Dahmke den Vorzug vor dem Göppinger, durfte Schiller in der zweiten Hälfte von Beginn an ran. Dabei startete er furios und war dank seiner Treffsicherheit hauptverantwortlich dafür, dass die deutsche Auswahl wieder so schnell ins Spiel zurückfand. Vier Tore in den ersten zehn Minuten im Dress der deutschen Handball-Nationalmannschaft können wohl nur wenige Nationalspieler vorweisen. Am Ende stehen für Schiller sieben Tore zu Buche. Nach dem Spiel bedankte er sich in erster Linie bei seinen Mitspielern, die ihm die Wurfmöglichkeiten erspielt hatten. Auf die Frage, ob er gekommen sei um zu bleiben, musste der Linksaußen lachen und meinte nur, er werde auch in Zukunft alles geben, um weitere Spiele mit dem deutschen Adler auf der Brust erleben zu dürfen. Mit der heutigen sehr starken Leistung hat er seine Chancen darauf zumindest sicherlich nicht verschlechtert.

 

Foto: Klahn

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