05.04.2017  REWE Final Four

Ewig grüßt das Murmeltier: Trainer Vranjes und Jacobsen über das „ewige Halbfinale“

Seit Nikolaj Jacobsen 2014 zu den Rhein-Neckar Löwen kam, stand er jedes Jahr im Halbfinale des DHB-Pokals. Und jedes Jahr musste er nach dem Spiel dem gegnerischen Trainer zum Finaleinzug gratulieren. Empfänger dieser Glückwünsche war wiederum immer Ljubomir Vranjes. Im Interview berichten die beiden Trainer-Ikonen was sie sich vom erneuten Wiedersehen erwarten und welche Spieler im Fokus stehen werden.

Herr Vranjes, Herr Jacobsen, das Duell SG Flensburg-Handewitt gegen die Rhein-Neckar Löwen ist schon so etwas wie ein Endrunden-Klassiker. Haben Sie sich nach der Auslosung über die Neuauflage gefreut?

Ljubomir Vranjes: Wir freuen uns jedes Jahr einfach über die Teilnahme beim REWE Final Four. Das ist immer ein ganz tolles Event. Bereits vor der Auslosung war doch bei uns allen die Partie SG gegen die Löwen fest eingeplant, oder?

Nikolaj Jacobsen: Naja, gefreut habe ich mich nicht unbedingt. Aber ich kenne es ja gar nicht anders. Sicher hätte ich nichts gegen einen anderen Gegner im Halbfinale gehabt.

 

Herr Vranjes, für Sie ist es vorerst das letzte REWE Final Four. Sie wechseln nach der Saison zu Telekom Veszprém nach Ungarn. Gehen Sie auch mit ein bisschen Wehmut in die Endrunde?

Ljubomir Vranjes: Ich habe jetzt noch nicht so viel darüber nachgedacht, aber an dem Wochenende wird ganz sicher auch viel Wehmut dabei sein. Nicht nur das REWE Final Four, sondern auch die gesamte DKB Handball-Bundesliga wird mir fehlen.

Herr Jacobsen, seit Sie 2014 zu den Rhein-Neckar Löwen kamen, hatten Sie es in jedem Jahr im Halbfinale mit Ljubomir Vranjes und der SG zu tun. Können Sie sich eine Endrunde ohne ihn überhaupt vorstellen?

Nikolaj Jacobsen: Das stimmt, ich kenne es wirklich nicht anders als auf Ljubo und Flensburg zu treffen. Deshalb hätte ich auch nichts gegen etwas
Abwechslung in diesem Jahr gehabt (lacht).

Sind Sie in ihrem dritten Anlauf gleich dreifach motiviert, endlich den Einzug in das Finale zu schaffen?

Nikolaj Jacobsen: Wir sind motiviert, aber das waren wir bei den vergangenen Spielen gegen Flensburg auch. Es sind immer enge Spiele, und wir wollen dieses Jahr den besseren Ausgang für uns. Es ist ja nicht so, dass wir die letzten Jahre chancenlos gegen Flensburg waren.

Auf welche Stärken des Gegners haben Sie ihre Mannschaften besonders vorbereitet?

Ljubomir Vranjes: Wenn man sich auf eine Mannschaft wie die Rhein-Neckar Löwen vorbereitet, dann ist es unmöglich sich nur auf eine Sache zu fokussieren. Sie haben einen breiten und qualitativ sehr starken Kader, sodass man sich auf viele Komponenten vorbereiten muss. Um die Löwen zu
schlagen, muss man optimal spielen und das werden wir natürlich versuchen.

Nikolaj Jacobsen: Wir treffen auf eine der besten Mannschaften der Liga, mit einer starken Abwehr und sehr guten Torhütern. Im Hinspiel der Bundesliga sind uns nur 17 Tore gelungen. Deshalb liegt unsere Hauptaufgabe ganz klar darin, Tore zu erzielen.

Wenn Sie sich einen Spieler aus dem gegnerischen Team aussuchen dürften, welcher wäre das und warum?

Nikolaj Jacobsen: Schwierige Frage, bei einer solchen Topmannschaft einen Spieler herauszuheben. Mich beeindruckt allerdings Holger Glandorf,
der seit Jahren auf einem unheimlich hohen Niveau spielt.

Ljubomir Vranjes: Wow, das finde ich eine schwere Frage. Darf ich auch zwei Spieler? Ich würde mich dann für Andy Schmid und Kim Ekdahl Du Rietz entscheiden. Beide passen hervorragend in unsere Spiel-Philosophie und verfügen über herausragende Fähigkeiten.

Die Endrunden-Begegnungen zwischen der SG Flensburg-Handewitt und den Rhein-Neckar Löwen waren in den vergangenen Jahren von unglaublicher Spannung geprägt. Was erwartet uns in diesem Jahr?

Ljubomir Vranjes: Ich hoffe für die Zuschauer wieder auf ein unglaublich spannendes Spiel und hoffe wieder auf einen Sieg von uns. Wir werden alles versuchen und mit Herz, Wille und Leidenschaft kämpfen, um das Finale erneut zu erreichen.

Nikolaj Jacobsen: Wie bei den letzten Duellen erwarte ich auch dieses Jahr ein enges Spiel, Kleinigkeiten werden entscheiden. Welche Torhüter haben den besseren Tag, wer bekommt die Abpraller. Wir hoffen, dass wir das bessere Ende haben werden.

 

Foto: Nolte/ Lächler

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