06.04.2017  REWE Final Four

Leipzig vs. Kiel: Der Debütant trifft auf den Rekordhalter

Premiere für den SC DHfK Leipzig - zum ersten Mal reisen die Ost-Handballer zum REWE Final Four nach Hamburg und treffen im Halbfinale gleich auf den Rekordsieger: den THW Kiel. Auch wenn die Kieler als Favorit in die Partie gehen, müssen sich die Zebras vor dem Neuling in Acht nehmen.

Ausblick

Leipzig reist mit einem enormen Selbstbewusstsein in die Hansestadt. Im zweiten Jahr in der DKB Handball-Bundesliga steht der SC DHfK Leipzig nach 25 Spieltagen auf einem starken sechsten Rang und hat sich eindrucksvoll für die Europaplätze in Stellung gebracht. 

Mit Leipzig ist zu rechnen, in jedem Spiel. Das bewies das Team von Neu-Bundestrainer Christian Prokop erst am vergangenen Wochenende, als der SC DHfK gegen die Rhein-Neckar Löwen lange Zeit die bessere Mannschaft war und erst in den Schlusssekunden verlor. 

Im Gegensatz zum SC DHfK hat der THW Kiel seine Generalprobe gewonnen. Allerdings mussten die Zebras gegen den TVB Stuttgart lange um die zwei Punkte zittern. Der THW gleicht in diesen Tagen einer Wundertüte, was hauptsächlich an ihrenVerletzungssorgen liegen dürfte. Hinter den Leistungsträgern Domagoj Duvnjak, Steffen Weinhold und René Toft Hansen stehen seit Wochen Fragezeichen. Jetzt fällt auch noch Christian Zeitz mit einem Muskelfaserriss aus. Ohne die Routiniers tut sich die junge Kieler Mannschaft schwer. 

Der SC DHfK könnte also durchaus für eine Überraschung gut sein und dem großen Favoriten im Halbfinale ein Bein stellen. Der THW wird den Leipzigern ihre Endrudnenpremiere aber bestimmt vermasseln wollen und bei der insgesamt 15. Teilnahme nach drei Jahren Abstinenz endlich wieder den Einzug ins Finale schaffen wollen.

Im Fokus

Die Kieler Verletzungssorgen lassen den THW zwischen Weltklasse und grauem Durchsschnitt schwanken. Ohne die erfahrenen Stars Domagoj Duvnjak, René Toft Hansen und Steffen Weinhold tun sich die "jungen Wilden" um Rune Dahmke, Raul Santos, Nikola Bilyk und Lukas Nilsson schwer. Allerdings werden die Einsätze der Routiniers oft erst Minuten vor Spielbeginn entschieden. Das macht es zwar einerseits für den Gegner schwer sich auf die Kieler Mannschaft einzustellen, dem THW-Team wäre es aber sicher lieber, hätte es seine Stars sicher am Start. So wird es auch am Wochenende spannend sein, ob Duvnjak und Co. beim REWE Final Four auflaufen können, oder ob sie zum Zuschauen verdammt sind.

Stimmen zum Spiel

Christian Prokop (Trainer, SC DHfK Leipzig):

... über das letzte Spiel und die Vorfreude auf das REWE Final Four: "Das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen hat uns viel Selbstvertrauen gebracht, denn der Deutsche Meister musste alles investieren, um uns am Ende glücklich zu bezwingen. Diese Leistung wollen wir in Hamburg wiederholen. Die Teilnahme am REWE Final Four ist für uns ein Traum, den wir uns verdient verwirklicht haben. Die Euphorie vor diesem großen Event war in der Trainingswoche deutlich spürbar."

... über sein Ziel: "Unser Ziel ist das Finale. Dafür brauchen wir mannschaftlichen Zusammenhalt, eine überragende Torhüterleistung und es müssen mehrere Spieler über sich hinauswachsen. Wenn wir es schaffen die Kieler Hauptwaffe, das Tempospiel, zu unterbinden und das Spiel lange offenhalten, werden wir sicher auch den ein oder anderen neutralen Zuschauer auf die grün-weiße Seite ziehen."

Domagoj Duvnjak (Kapitän, THW Kiel):

... über das Erreichen des REWE Final Four: "Wir haben hart dafür gearbeitet, die Qualifikation für dieses Wochenende war eines unserer großen Ziele. Wir wollten unbedingt nach Hamburg - auch für unsere Fans. Sie unterstützen uns fantastisch, und sie haben es sich verdient, dass wir endlich wieder dabei sind!"

... über das Halbfinale gegen den SC DHfK Leipzig: "Alle vier Mannschaften werden topmotiviert an den Start gehen, und die Vergangenheit hat gezeigt, dass es in Hamburg keine echten Favoriten gibt. Es wird ein richtig enges Spiel gegen Leipzig, und wir müssen alles geben, um es ins Finale zu schaffen. Sonnabend wie Sonntag brauchen wir Kampf, Einsatz, Leidenschaft, ein bisschen Glück und vor allem unsere Fans auf den Rängen!"

Zahlen, Daten, Statistiken

Der Rekordhalter mit neun DHB-Pokalsiegen ist auch der Rekord-Teilnehmer beim REWE Final Four. Der THW Kiel führt auch dieses Klassement mit 15 Teilnahmen an, mächtig aufgeholt in dieser Wertung hat inzwischen der Turnierfavorit SG Flensburg-Handewitt. Der vierfache DHB-Pokalsieger von der dänischen Grenze stand die letzten sechs Jahre immer im Finale in der ausverkauften Barclaycard-Arena und ist zum insgesamt 13. Mal bei der Vergabe des Pokals dabei. Ebenfalls ein Stammgast sind die Rhein-Neckar Löwen, bei bisher neun Mal teilnahmen, den Pokla mit auf die Heimreise nehmen konnten sie jedoch noch nie. Für den SC DHfK Leipzig ist es hingegen die erste Teilnahme am REWE Final Four.

Teamvergleich

SC DHfK Leipzig:

Torverhältnis: 129:91
Wurfquote: 68,98%
Bester Torschütze: Andreas Rojewski (21)

THW Kiel:

Torverhältnis: 115:86
Wurfquote: 59,28%
Bester Torschütze: Nikola Bylik (19)

Road to Hamburg

SC DHfK Leipzig:

SC DHfK Leipzig : SV Anhalt Bernburg       38:21 (19:9)
SC DHfK Leipzig : SG Langenfeld       36:23 (17:11)
HSG Wetzlar : SC DHfK Leipzig       25:27 (15:12)
SC DHfK Leipzig : TSV Hannover-Burgdorf       28:24 (14:13)

THW Kiel:

THW Kiel : VfL Fredenbeck      

29:20 (11:13)

THW Kiel : ASV Hamm-Westfalen       35:25 (20:12)
SC Magdeburg : THW Kiel       21:22 (11:10)
TSG Lu-Friesenheim : THW Kiel       23:29 (14:14)

TV-Tipp

Sport1 überträgt das Halbfinale zwischen dem SC DHfK Leipzig und dem THW Kiel ab 14:25 Uhr LIVE im TV und im kostenlosen Livestream.

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