02.10.2017  DKB Handball-Bundesliga

Spieler des Monats September: Die Kandidaten - presented by LeoVegas Sport

Ein ereignisreicher Handball-Monat ist vorbei: Favoriten-Stürze, Machtdemonstrationen, Nervenkrimis - vom Startschuss an hat die DKB Handball-Bundesliga die Handball-Fans in Atem gehalten. Aber welche Akteure haben der Liga gleich zu Beginn besonders ihren Stempel aufgedrückt? Das sind die Kandidaten für den „Spieler des Monats September“:

Holger Glandorf (SG Flensburg-Handewitt)

Der 170-fache Nationalspieler geht in seine siebte Saison mit der SG. Nach dem Trainerwechsel, dem Abgang von Fan-Liebling Anders Eggert und den bevorstehenden Abschieden der Vereins-Ikonen Mattias Andersson und Thomas Mogensen ist Glandorf die große Konstante in Flensburg. Mit 34 Jahren agiert er so explosiv wie eh und je, verleiht der Flensburger Offensive unaufhaltsame Durchschlagskraft und ackert in der Deckung um jeden Zentimeter. Dank ihres Dauerbrenners hält die SG im turbulenten Saisonstart weiter Kontakt zur Tabellenspitze.

Das sagt der Experte:

Henning Fritz: „Holger holt seit Jahren aus seinen Möglichkeiten alles heraus. Er spielt mit extrem hohem Einsatz, ist im Eins-gegen-Eins kaum zu halten, kann aber auch aus fast zehn Metern abziehen. Das alles hat er auch in seinem inzwischen etwas höheren Handball-Alter gleich zu Saisonbeginn wieder unter Beweis gestellt. Flensburgs neuer Trainer Maik Machulla weiß genau, dass er sich mit einem fitten Holger Glandorf auf der halbrechten Seite keine Sorgen machen muss.“

Glandorfs Monat in Zahlen:

Spiele: 7
Tore: 47
Tore pro Spiel: 6,7
Assists: 20
Wurfquote: 60,3 %

Der 34-Jährige braucht keine Strafwürfe, um in der Torjägerliste (fast) ganz oben zu stehen. Nach sieben Saisonspielen ist Glandorf, wieder einmal, der gefährlichste Feldtorschütze der Liga – und besticht zudem mit gutem Auge für seine Mitspieler (20 Assists). Als einer der komplettesten Rückraumspieler der Liga zeichnet sich der Linkshänder aber auch durch seine kompromisslose Deckungsarbeit aus. Zusammen mit seinen Teamkollegen macht Glandorf das Flensburger Tor zur Festung, gerade einmal 25,3 Gegentore pro Spiel sind das Indiz.

Glandorfs Sternstunde:

Beim 29:21-Heimsieg gegen den HC Erlangen war der Ex-Nationalspieler überhaupt nicht zu bremsen. Mit zwölf Toren bei 15 Versuchen (Trefferquote: 80 %) schickte Glandorf die Franken fast im Alleingang wieder zurück nach Hause. Allein neun Geschosse aus dem Rückraum landeten im Erlanger Tor - das beste Beispiel für Glandorfs unaufhaltsame Feuerkraft.

Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf)

Der neue Kapitän steht sinnbildlich für den traumhaften Saisonstart der TSV Hannover-Burgdorf. Der Nationalspieler scheint sich immer noch einmal weiterzuentwickeln und spielt zu Saisonbeginn durchgängig auf dem höchsten Level seiner Karriere. Gegnerische Abwehrreihen nimmt der 28-Jährige fast nach Belieben auseinander, entweder durch seine Durchsetzungskraft im direkten Duell oder durch kluge Abschlüsse aus der zweiten Reihe. Aber auch auf seine Deckungsarbeit kann sich das neue spanische Trainer-Duo Carlos Ortega und Iker Romero in Hannover verlassen. Häfner ist schlichtweg der perfekte Teamspieler.

Das sagt der Experte:

Jan Gorr: „Kai ist das Gesicht des Hannoveraner Aufschwungs. Er gehört für mich schon länger zu den besten Spielern auf der rechten Rückraumposition in der gesamten DKB Handball-Bundesliga. Seit der EM 2016 steht er noch mehr im Scheinwerferlicht, lässt sich davon aber nicht beirren. Er ist ein unglaublich kompletter Spieler und passt deswegen perfekt ins Konzept von Ortega und Romero.“

Häfners Monat in Zahlen:

Spiele: 7
Tore: 45
Tore pro Spiel: 6,4
Assists: 11
Wurfquote: 64,3 %

Der „Bad Boy“ schließt so intelligent ab wie kaum ein anderer Rückraumspieler in der Liga. 64,3 Prozent Wurfquote sprechen bei einem reinen Feldtor-Jäger eine eindeutige Sprache. Häfner ist der unersetzbare Baustein im Spiel der Recken, steht in jedem Spiel annährend 60 Minuten auf dem Feld und leistet sich trotz der hohen Belastung so gut wie keine Fehler.

Häfners Sternstunde:

Keine Frage: Häfners Auftritt beim 31:29-Auswärtssieg gegen den THW Kiel war ganz großes Tennis. Mit elf Toren und drei Assists nahm der Linkshänder die Abwehr des Rekordmeisters regelrecht auseinander, leistete sich nur drei Fehlversuche. Spätestens das Spiel gegen die Zebras hat bewiesen: Häfner gehört zur Weltspitze im rechten Rückraum und könnte durch seine schier unbegrenzte Qualität dafür sorgen, dass Hannover bis zum Saisonende ein Wörtchen um den Titel mitspricht.

Julius Kühn (MT Melsungen)

Der raketenhafte Aufstieg von Julius Kühn nimmt einfach kein Ende. Im Eiltempo hat sich der 24-Jährige nicht nur zum unersetzbaren Leistungsträger in der Nationalmannschaft entwickelt, sondern ist auch in den Kreis der gewaltigsten Rückraum-Shooter der DKB Handball-Bundesliga aufgestiegen. Nach dem Wechsel zur MT Melsungen brauchte Kühn überhaupt keine Anlaufzeit. Ganz im Gegenteil: Er scheint bereit, die MT auf seinen Schultern in Richtung Europa zurückzuführen.

Das sagt der Experte:

Henning Fritz: "Julius verfügt über eine enorme Athletik und setzt diese im Angriff wie in der Abwehr grandios ein. Wie er bei einem Top-Klub wie Melsungen einschlägt, zeigt, wie weit er in seiner Entwicklung schon ist. Aber obwohl er bereits zu den gefährlichsten Rückraum-Spielern der Liga zählt, hat er noch Verbesserungspotenzial, zum Beispiel was seine Beweglichkeit und Variabilität angeht. Er kann und wird noch viel besser werden."

Kühns Monat in Zahlen:

 

Spiele: 7
Tore: 46
Tore pro Spiel: 6,6
Assists: 24
Wurfquote: 62,1 %

Neues Trikot, alte Torgefahr. Vor Kanonier Kühn ist auch in der neuen Saison kein Tornetz sicher. Was man aber nicht vergessen darf: Der 24-Jährige reißt durch seine Zweikämpfstärke auch Lücken für seine Mitspieler und bedient diese uneigennützig. Mit 24 Assists ist Kühn der zweitbeste Passgeber der Liga, nur hinter Spielmacher-Legende Andy Schmid.

Kühns Sternstunde:

Die große Stärke des Hünen aus Duisburg ist seine Kontinuität. Kühn leistet sich kaum Aussetzer, hilft seinem Team durch einfache Tore aus dem Rückraum oder kompromisslose Deckungsarbeit immer weiter. Bei der 29:25-Heimgala gegen den THW Kiel waren seine Qualitäten für Melsungen aber besonders wichtig. Am Ende stand sechs Toren und drei Assists nur ein einziger Fehlwurf entgegen. Der Beweis: Kühn ist längst in der Lage, bei Topspielen auf den Punkt abzuliefern.

Benjamin Buric (HSG Wetzlar)

Benjamin Buric erobert die stärkste Liga der Welt im Sturm. Schon in seiner Premierensaison bei der HSG Wetzlar schlug der Bosnier krachend ein, im zweiten Jahr läuft er den renommierten Weltstars zwischen den Pfosten endgültig den Rang ab. Der 26-Jährige ist das Explosivste, was die DKB Handball-Bundesliga derzeit auf der Torlinie zu bieten hat. Das blieb auch der SG Flensburg-Handewitt nicht verborgen. In der kommenden Saison wird Buric Vereins-Ikone Mattias Andersson im hohen Norden beerben.

Das sagt der Experte:

Jan Gorr: „Benjamin hat seine Torhüter-Qualitäten in Wetzlar sofort unter Beweis gestellt, war schon im Vorjahr so etwas wie die Lebensversicherung für die HSG. Spielerisch setzt er Maßstäbe, aber auch persönlich ist er ein total positiver Typ. Auf und neben dem Spielfeld hat er immer ein Lächeln auf den Lippen. Das tut einer Mannschaft gut, Flensburg kann sich glücklich über diese Verpflichtung schätzen.“

Buric‘ Monat in Zahlen:

Spiele: 7
Spielzeit: 5:56 Stunden
Paraden: 74
Quote gehaltener Bälle: 35,9 %
Assists: 6

Buric ist in Wetzlar die unumstrittene Nummer eins – und zwar völlig zurecht: Der Bosnier hat nach sieben Spielen die beste Quote aller Stammtorhüter der DKB Handball-Bundesliga vorzuweisen und steht stellvertretend für die moderne Torhüter-Generation. Nach entschärften Würfen schaltet er blitzschnell um, mit sechs Assists belegt er im ligaweiten Vergleich Platz zwei.

Buric‘ Sternstunde:

Gerade gegen den THW Kiel liefen die Kandidaten bei der Wahl zum Spieler des Monats September zu Topform auch – da darf auch der Wetzlarer Keeper keine Ausnahme machen. Mit 16 Paraden zog Buric den Zebras vor allem in der zweiten Hälfte den Zahn, legte dazu noch zwei Gegenstoßpässe blitzsauber für seine Teamkollegen auf. Das Ergebnis: Die HSG überrollte den Favoriten in eigener Halle mit 30:22 und hat nach dem Saisonstart Anschluss zu den Europapokal-Rängen.

 

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