21.01.2017  Handball Weltmeisterschaft

Dominiks WM-Tagebuch (6): Dagur hat seinen Gold-Plan fest im Kopf

Unser WM-Experte Dominik Klein kommentiert das Geschehen bei der Handball-Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich. In dieser Ausgabe spricht er über die wichtige Aufgabe der medizinischen Abteilung, über SIgurdssons Gold-Plan und den nächsten Gegner: Katar.

Liebe Handball-Fans,

besser hätte die Vorrunde für die deutsche Mannschaft wirklich nicht laufen können. Alle Spieler sind im Turnier angekommen. Jeder musste schon einmal an seine Leistungsgrenzen gehen. Man musste sich gegen unterschiedlichste Abwehrformationen beweisen, viele taktische Schachzüge sind schon einmal getestet worden. Dagur hat seinen Gold-Plan jetzt mit Sicherheit fest im Kopf.

Neben der akribischen Vorbereitung des Bundestrainers muss man aber auch einmal die Arbeit des Physio-Teams hervorheben, die viel zu oft unbeachtet bleibt: Die medizinische Abteilung leistet bei einem so langen Turnier wirklich Schwerstarbeit. Gerade der Fall Drux hat bewiesen, wie wichtig die Jungs sind.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Im Physio-Zimmer herrscht während internationaler Titelkämpfe immer reges Treiben. Für die meisten Spieler ist der Behandlungsraum Anlaufstelle Nummer eins im Hotel-Alltag. Hier wird am meisten diskutiert, am meisten gelacht.

Gegen Katar wird es auch besonders wichtig werden, dass alle Bad Boys fit sind, denn sie werden sehr kraftvoll auftreten müssen. Physisch sind die Kataris mit der deutschen Nationalmannschaft nahezu auf Augenhöhe. Dazu kommt Danijel Saric im Tor, der auch einmal ein Spiel im Alleingang gewinnen kann. Es gibt also schon einige Aufgaben, die zu lösen sind, um ins Viertelfinale einzuziehen. Ein Spaziergang wird das nicht.

Nichtsdestotrotz bin ich davon überzeugt, dass bei einer konzentrierten Leistung, wie sie die Jungs in der Vorrunde ein ums andere Mal gezeigt haben, dem Viertelfinaleinzug nichts im Wege stehen sollte. 

Das Rekordspiel der Franzosen gegen Island im Fußballstadion von Lille konnte ich leider nicht verfolgen, weil ich beim Heimspiel meiner Frau im EHF-Cup zugesehen habe. Die Bilder aus Lille von den Proben mit all den Lichteffekten und Show-Elementen sahen aber schon sehr vielversprechend aus. Das Match wird sicher ein Spektakel geworden sein.

Viele Grüße aus Nantes,

Euer „Mini“

 

Dominik Klein, 33, ist der WM-Experte der DKB Handball-Bundesliga. Seit dem Sommer 2016 spielt der Linksaußen für den französischen Spitzenklub HBC Nantes und kennt sich damit im Land des Gastgebers bestens aus. Zuvor war Klein für den TV Großwallstadt (2002-03, 2005-06), die SG Wallau-Massenheim (2003-2005) und den THW Kiel (2006-16) in der DKB Handball-Bundesliga aktiv und  avancierte zum absoluten Publikumsliebling. Seine Trophäensammlung ist rekordverdächtig: Mit den Zebras aus Kiel wurde Klein acht Mal Deutscher Meister, sechs Mal DHB-Pokalsieger und gewann drei Mal die EHF Champions League. Dazu kommen fünf Erfolge im Super Cup ein Titel bei der Klub-WM. Nicht minder beeindruckend ist Kleins Nationalmannschaftskarriere: In 187 Länderspielen erzielte der Rechtshänder 370 Treffer und holte den WM-Titel 2007 im eigenen Land.

Dominik Klein ist mit Isabell, der Spielführerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, verheiratet. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn. Aus seiner neuen Heimat Nantes wird „Mini“ regelmäßig in Kolumnen für die DKB Handball-Bundesliga über das WM-Geschehen berichten und als „Außenreporter“ interessante Einblicke ins Land des Gastgebers geben.

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