18.03.2018  2. Handball-Bundesliga

Balingen lässt Eintracht Hildesheim keine Chance

Jeder Punkt zählt im Kampf um den Klassenerhalt – für Eintracht Hildesheim gab es aber am Samstagabend nichts Zählbares zu holen. 22:31 verloren die Gäste beim HBW Balingen-Weilstetten und hängen damit auf dem 19. Tabellenplatz fest. Jetzt sind es schon vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

Mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg haben die Gallier von der Alb ihre kleine Erfolgsserie am Samstagabend in der Balinger SparkassenArena weiter ausgebaut. Der Tabellenvorletzte aus Hildesheim wehrte sich so gut er konnte, stand aber von Anfang an auf verlorenem Posten. Mit der 31:22(17:12)-Niederlage waren die Niedersachsen am Ende sogar noch gut bedient. Bei etwas konsequenterer Chancenauswertung der Hausherren wäre eine deutlich größere Differenz durchaus möglich gewesen.

„Ich habe gehörigen Respekt davor, was Gerald Oberbeck da wieder zusammengestellt hat“, war es HBW-Coach Jens Bürkle im Vorfeld der Partie gar nicht so wohl in seiner Haut. Seine Sorgen war durchaus berechtigt, denn die Niedersachsen hatten sich in den letzten Begegnungen immer teuer verkauft und zu Bürkles Respekt kam noch hinzu, dass sein Torhüter Tomáš Mrkva kurzfristig mit einer Grippeerkrankung ausfiel. Sein Abwehrchef Christoph Foth machte zwar das Aufwärmprogramm mit, aber eine Schulterverletzung machte ihm zu schaffen und er saß nur als Notnagel für den äußersten Fall auf der Bank.

Die Gallier von der Alb zeigten ihrem Trainer allerdings von Anfang an, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben. Die Abwehr stand wie eine Wand und was durchkam wurde meist eine Beute von Torhüter Marouèn Maggaiz. Der HBW-Keeper trieb die Hildesheimer Angreifer zu schieren Verzweiflung. In der ersten Hälfte hatte der Tunesier eine Quote von über 50 Prozent. Aus der sicheren Abwehr heraus rollte die Angriffswelle in Richtung Hildesheimer Tor und die Abwehr der Niedersachsen hatte dem HBW nur wenig entgegen zu setzen. Bereits in der sechsten Spielminute, beim Stand von 5:1, sah sich Eintracht-Trainer Oberbeck zur ersten Auszeit gezwungen. Seine Ansprach bewirkte nicht viel und beim 10:5 knapp zehn Minuten später nahm er bereits seine zweite Auszeit. „Ich hatte ja nur zwei Auszeiten“, ließ Oberbeck in der Pressekonferenz sogar anklingen, dass es wohl zu wenig war. Seine Mannschaft fand gegen die Gallier von der Alb einfach nicht ins Spiel.

Dass es nach 30 Minuten „nur“ 17:12 stand, lag unter anderem daran, dass Hildesheim eine doppelte Überzahl zu drei Treffern nutzte und, dass HBW-Coach Jens Bürkle bereits frühzeitig anfing, in seiner Mannschaft kräftig durch zu wechseln. Jeder der auf der Bank saß und fit war, bekam gegen Hildesheim seine Einsatzzeiten. Was vielen in der Halle gar nicht so richtig auffiel, weil es einfach gut lief, war die Tatsache, dass auf dem Spielberichtsbogen insgesamt neun(!!!) Spieler standen, die bis auf Christoph Foth auch alle zum Einsatz kamen, die sich über die JSG Balingen-Weilstetten und den Balinger Perspektivkader hinauf in den Bundesligakader gespielt haben.

Zu Beginn der zweiten Hälfte lief es zunächst nicht so ganz rund. Die Abwehr stand zwar nach wie vor, aber vorne leisteten sich Strobel und Co. ein paar unglückliche Abschlüsse. Die Gäste konnten das allerdings nicht nutzen. Die unkonzentrierte Phase war dann aber relativ schnell überwunden. Nach dem 20:13 (38.) durch Tim Nothdurft, parierte Maggaiz einen Strafwurf von Robin John. Der HBW-Keeper machte auch noch den Nachwurf unschädlich und als Oddur Grétarsson auf der anderen Seite einen Strafwurf zum 21:13 (40.) verwandelte, war die Partie so gut wie entschieden.

Eine ganz starke Partie am Kreis und auch in der Abwehr machte Nachwuchsspieler Fabian Wiederstein. Er war ein ständiger Unruheherd am Kreis und konnte einige Mal nur auf Kosten eines Strafwurfes gebremst werden. In der 41. Minute schnappte er sich einen Abpraller und verwandelte ihn zum 22:14. Kurze Zeit später holte Bürkle seinen tunesischen Torhüter von der Platte und schickte Nachwuchskeeper Jonas Baumeister zwischen die Pfosten. Der knüpfte nahtlos an die Leistungen von Maggaiz an und sorgte damit für Stimmung in der „Hölle Süd“.

Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff war die Tordifferenz beim Stande von 29:19 sogar zweistellig, aber unkonzentrierte Abschlüsse in eigener Überzahl konnte Hildesheim zur Ergebniskosmetik nutzen. Den Schlusspunkt setzte schließlich Lars Friedrich mit seinem siebten Treffer zum Endstand von 31:22.

Quelle: HBW Balingen-Weilstetten

Foto: Moschkon

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