10.12.2017  2. Handball-Bundesliga

Überraschungscoup von Rhein Vikings

Eine sensationelle Zuschauerzahl, die erstmals im vierstelligen Bereich lag und eine gut angenommene „School meets Handball“-Aktion konnte Handball-Zweitligist HC Rhein Vikings bei seinem 24:22 (12:12) Überraschungs-Heimerfolg am Samstagabend gegen den favorisierten TV Emsdetten im stimmungsvollen Castello feiern. Mit diesem Ergebnis stehen die Vikings weiterhin auf Tabellenpaltz 12 mit einem ausgeglichenen Punkteverhältnis (17:17).

Ich glaube, kein Besucher hat heute sein Kommen bereut. Wir hoffen, dass wir auch künftig weiterhin so toll unterstützt werden“, zeigte sich René Witte, Vikings-Geschäftsführer Sport und Marketing, zufrieden. Trainer Ceven Klatt war ebenfalls happy: „Wir sind sehr glücklich. Die Mannschaft hat heute einmal mehr super gedeckt und ein richtig starkes Rückzugsverhalten an den Tag gelegt. Ich muss ihr für dieses kräftezehrende Spiel mit nur kleinem Kader ein großes Kompliment machen.“ Mit Blick auf die Offensive verteilte der Übungsleiter der Gastgeber ein Sonderlob für Felix Handschke, Christian Hoße und Niklas Weis.

Dabei waren die personellen Voraussetzungen vor der schwierigen Aufgabe nicht gerade optimal: Schließlich gesellte sich zu den ohnehin langzeitverletzten Daniel Pankofer und Alexander Oelze nach dem Abschlusstraining am Freitag auch noch Kreisläufer Teo Coric, der aufgrund einer Fußverletzung ausfiel. Dafür feierte Kapitän Bennet Johnen seine Startsieben-Premiere. Und zwar eine bärenstarke. „Bennet hat heute vorne wie hinten eine richtig gute Leistung gezeigt“, sagte Klatt.

Dessen Team erwischte vor 1252 Zuschauern allerdings zumindest offensiv keinen guten Start. Nach vier Fehlwürfen und einem technischen Fehler stand es bis zur achten Spielminute 0:2. Erst Felix Handschke brach den Bann und erzielte den 1:2-Anschlusstreffer. Ein Doppelschlag von Christian Hoße besorgte nach zehn Minuten den ersten Ausgleich – 3:3. Trotz gleich zweier Unterzahl-Situationen gelang es den Vikings nur vier Minuten später, erstmals selbst in Führung zu gehen: Dennis Aust traf zum 5:4. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, in der sich beide Teams in Vladimir Bozic und Konstantin Madert auf gut aufgelegte Torhüter verlassen konnten. Folgerichtig stand es in der 21. Minute 9:9. Nur drei Minuten und drei Fehler der Gastgeber später hieß es dann jedoch plötzlich 9:12. Doch davon ließ sich das Klatt-Team nicht beirren. Niklas Weis und Heider Thomas per Doppelschlag stellten das Ergebnis bis zur Pause nach sechs Minuten ohne Gegentor wieder auf Remis – 12:12.

Pressekonferenz Rhein Vikings vs. TV Emsdetten

Auch nach dem Seitenwechsel ging die torlose Zeit der Gäste bis zur 36. Minute weiter, die bis dahin insgesamt zwölf Minuten am Stück ohne Torerfolg geblieben waren. Da jedoch auch die Vikings erst in der 37. Minute erstmals wieder trafen, hieß es zu diesem Zeitpunkt 13:13. Fortan wogte die Begegnung bis hin und her, in der 45. Minute hieß es 17:17. Es waren die Emsdettener, die vier Minuten später erstmals seit längerem wieder mit zwei Toren (19:17) in Führung gehen konnten. Nun stellte Vikings-Trainer Klatt von der gewohnten 6:0-Defensive auf eine etwas offensivere Abwehrformation inklusive Manndeckung von Merten Krings um. Und diese Änderung sollte Früchte tragen, denn nach Toren von Dennis Aust und zwei Mal Kapitän Johnen lagen die Hausherren unter lautstarkem Jubel der Zuschauer vier Minuten vor Schluss erstmals wieder in Führung – 21:20. „Wir haben uns diese Option in der Abwehr bewusst bis in die Schlussphase hinein aufgehoben, um Emsdetten so noch einmal vor eine neue Aufgabe zu stellen. Das hat funktioniert“, erklärte Klatt, der dann noch einen weiteren Doppelschlag zum 23:20 bejubeln konnte. Nun wurde die Überraschung gegen die favorisierten Gäste tatsächlich greifbar. Zwar kam der TVE über eine offensivere Abwehr bis 30 Sekunden vor dem Abpfiff noch einmal auf 22:23 heran, doch als Niklas Weis sieben Sekunden vor Schluss zum 24:22-Endstand traf, kannte der Jubel bei den Vikings und ihrem Anhang keine Grenzen.

„Ich finde es toll, dass in der Region Düsseldorf wieder ambitionierter Handball entsteht. Das ist ganz wichtig für den Handball im Westen Deutschlands“, erklärte Emsdettens Trainer Daniel Kubes hinterher. Für den TVE-Coach ging der Sieg des Aufsteigers aus dem Rheinland in Ordnung: „Die Vikings haben verdient gewonnen, wir haben in der Schlussphase leider den Kopf verloren.“ 

Quelle: Rhein Vikings

 

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