18.03.2018  2. Handball-Bundesliga

Erfolgsserie des HC Elbflorenz reißt nicht ab

Riesiger Jubel nach Abpfiff bei den Spielern des HC Elbflorenz. Der Aufsteiger aus Dresden entführt zwei Punkte aus Coburg. Überraschend klar gewann der HCE mit 26:21 beim favorisierten HSC Coburg. Der HSC verpasst mit der ärgerlichen Niederlage den Sprung auf Platz vier der Tabelle, während der HCE sich weiter vom unteren Tabellendrittel entfernt.

Bekanntermaßen ist der Hauptsponsor der Coburger ein Versicherungsunternehmen. Heutzutage kann man ja fast alles versichern. Sei es die linke Pfote des eigenen Hamsters, Riesentanker samt Ladung oder gegen die Tatsache, dass einen in Stonehenge bei Sonnenschein der Blitz trifft. Gegen eines gibt es aber keine Versicherung, nämlich die Tatsache, dass Serien in der 2. Handballbundesliga „ewig“ halten und so kam es dann auch. Es sei euch allerdings versichert: „Wir sind gekommen, um zu bleiben!“

Der HC kam überhaupt nicht gut in die Partie. Es waren noch keine 3 Minuten gespielt, da musste HC Trainer Christian Pöhler eine Auszeit nehmen. HC-Rechtsaußen René Boese sagte nach der Partie: „Die Auszeit haben wir gebraucht!“ Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gastgeber schon 3mal getroffen. Lex aus dem Rückraum, Spross per Schnellangriff und Billek vom Siebenmeterpunkt, hatten die Tore für den HSC erzielt. Die Dresdner waren zwischendurch frei vom Kreis an Jan Kulhanek gescheitert. Dies sollten sie in den folgenden Minuten noch öfters tun. Der tschechische Keeper zeigte, in was für einer Topform er sich gerade befindet. 9 Würfe kaufte er in der 1. Halbzeit den Sachsen ab. Auf Seiten der Gäste war es vor allem Linksaußen Julius Dierberg der zunächst die Fahnen hochhielt. In der 14. Minuten mussten sich die Oberfranken beim 7:3 nur den Vorwurf gefallen lassen, nicht schon höher geführt zu haben. Erst nach ca. 20 Minuten waren die Dresdner vollends in der Partie. Auch weil das Torewerfen jetzt auf mehr Schultern verteilt wurde. So traf Sebastian Greß bspw. nach einem Durchbruch zum 12:10. Eine anschließende Parade von Hendrik Halfmann ermöglichte den Dresdnern in der 26. Minute, erstmals in Überzahl, das 12:11 durch Gabor Pulay. HSC-Coach Gorr nahm in der Folge eine Auszeit, musste aber mit seinem Team in der 28 Minute das 12:12 durch Julius Dierberg hinnehmen. Bis zum 14:14 durch HC-Spielmacher Roman Becvar blieb alles pari. In Überzahl traf der HSC dann kurz vor dem Pausentee zum 15:14. Interessantes Detail, dem HSC wurden in der 1. Halbzeit 8 Strafwürfe zugesprochen. Wobei HSC-Torgarant Florian Billek zweimal verwarf und dabei an Hendrik Halfmann scheiterte. Sein Mannschaftskollege Lukas Wucherpfennig machte es dann besser und traf 5 Strafwürfe in Folge. Julius Dierberg sagte zur 1. Halbzeit: „Wir haben im Verlauf der 1. Halbzeit die hitzige Stimmung besser angenommen und uns wieder zurückgekämpft und schaffen es dann mit minus eins in de Kabine zu gehen.“

Die 2. Halbzeit begann etwas wie der 1. Spielabschnitt, denn der HC scheiterte zunächst in Ballbesitz an Jan Kulhanek und der HSC traf durch Wucherpfennig zum 16:14 vom Siebenmeterstrich. Julius Dierberg tat es ihm dann nach knapp 33. Minuten gleich und traf zum 16:15. Danach gelang dem HC sogar wieder der Ausgleich zum 16:16 durch Sebastian Greß. In der Folge blieb die Partie weiter eng. Kein Team konnte sich absetzten. Allerdings blieb der HSC Feldtore eher „schuldig“ und traf weiter vom Strafwurfstrich durch Lukas Wucherpfennig. Am Ende der Partie sollte der jungen Außen starke 8 von 8 Strafwürfen verwandelt haben. Als Romas Kirveliavicius in der 44. Minute aus dem Rückraum für den HSC zum 21:19 traf, sollte das überraschenderweise der letzte Treffer der Hausherren gewesen sein. HC-Coach Christian Pöhler nahm kurz darauf die Auszeit, weil sein Team trotz Überzahl nicht zum Zuge kam. Nach der Auszeit traf der HC dann in Gleichzahl per Siebenmeter zum 21:20. Kurz danach hatte er die Chance zum Ausgleich, nutzte sie aber nicht. Beide Teams hatten kurzeitig Probleme gegen die gegnerische Abwehrreihe etwas zu entwickeln. Provoziert durch die extrem starke und flexible Dresdner Deckung, agierte der HSC nun zunehmend fehlerhaft. René Boese sagte nach der Partie: „Wie wir in der 2. Halbzeit verteidigt haben, war schon sensationell.“ So gelang den Dresdnern in der 51. Minute durch Daniel Zele der Ausgleich (21:21) und nach einem erneuten Fehler der Coburger, in der 52. Minute der Treffer zum 21:22 durch Henning Quade. HC-Toptorschützte Julius Dierberg brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Ab diesem Zeitpunkt haben wir das Heft des Handelns in die Hand genommen.“ Von dieser erstmaligen HC-Führung erholte sich Coburg nicht mehr. Da half keine Auszeit durch HSC-Coach Jan Gorr oder Aufgeregtheiten auf der HSC-Bank. Die Dresdner ließen sich nicht mehr aus dem Rhythmus bringen und trafen, teilweise in Überzahl, zum 21:23, 21:24 und 21:25. Zwar nahm der HSC zwischendurch eine nochmalige Auszeit, aber auch die brachte nichts. Vor der Auszeit erhielt Gastgebertrainer Gorr sogar 2 Minuten, denn er hatte schlichtweg vergessen, dass er nicht als „zusätzlicher Feldspieler“ agieren kann. Auch eine Zeitstrafe in der 58. Minute konnte den Sachsen nichts mehr anhaben. Eine Minute vor dem Ende erzielte, der in der 2. Halbzeit stark aufspielende Sebastian Greß, den 21:26 Endstand. Danach war er Jubel riesengroß über die wie René Boese nach dem Spiel richtig sagte „kleine Sensation“.

Fazit: Vierter Sieg im vierten Spiel in Folge und zwar nicht irgendwo, sondern beim Erstligaabsteiger HSC Coburg. Vor dieser Heimniederlage hatten die Oberfranken 12:2 Punkte geholt und waren damit eines der 3 besten Rückrundenteams. Die Dresdner raubten dem HSC vor allem im 2. Spielabschnitt mit ihrer erneut starken Abwehr den letzten Nerv. Nur 3 Coburger Feldtore in der 2. Halbzeit sprechen ein deutliche Sprache. Zudem ließ sich der HC durch nichts aus der Ruhe bringen. Mit dem Sieg rücken die Dresdner mit 23:31 Punkten auf den 11. Platz vor und vergrößern den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf 7 Punkte. Christian Pöhler sagte nach der Partie: „Es wäre vermessen nach Coburg zu fahren und zu sagen, wir nehmen da mal die 2 Punkte mit. Da muss schon sehr viel passen. Aber wir konnten natürlich mit unsrer Leistung die Wahrscheinlichkeit erhöhen. Wir sind heute immer ruhig geblieben, das war ein ganz zentraler Faktor. Bis zur Pause wollten wir in die Coburger Köpfe rein und sie etwas nachdenklich in die Kabine schicken. In der 2. Halbzeit haben unsere Systeme dann sehr gut funktioniert. Wir haben die Coburger mit unsrer Abwehr zum Teil an die Wand gespielt. Es war heute eine phänomenale Mannschaftsleistung.“ Julius Dierberg sagte nach der Partie: „Mit zunehmenden Spielverlauf haben wir dem Spiel unseren Stempel aufgedrückt. Auch unseren mitgereisten Fans haben das vor allem in den entscheidenden Minuten immer mehr getan. Wir haben heute über lange Zeit unseren Stiefel gespielt und nie den Kopf verloren. So konnten wir mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung die Serie ausbauen.“

Quelle: HC Elbflorenz

Foto: HC Elbflorenz

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