04.05.2018  2. Handball-Bundesliga

2. HBL am Freitag - Krönt sich der BHC zum Meister oder vollendet Bietigheim den Aufstiegstraum?

Zu einem ganz besonderen Duell kommt es am 34. Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga. Der Ligaprimus Bergischer HC empfängt die SG BBM Bietigheim. Bereits mit einem Punkt kann sich der BHC die Meisterkrone aufsetzen, Bietigheim hingegen kann mit einem Auswärtssieg den Aufstieg in die DKB Handball-Bundesliga klar machen. Und auch in den sieben weiteren Partien soll es nicht weniger spannend zugehen. Die Spiele des Freitags in der Übersicht:

19:00 Uhr: Bergischer HC - SG BBM Bietigheim

In der Solinger Klingenhalle kommt es am Freitagabend zum absoluten Gipfeltreffen in der 2. Handball-Bundesliga. Während der Bergische HC mit dem feststehenden Wiederaufstieg bereits sein großes Ziel erreicht hat, will die SG BBM Bietigheim mit einem Auswärtssieg genau jenen großen Erfolg auch für sich verbuchen. Zusätzliche Brisanz bringt die Tatsache, dass die Hausherren mit einem Punktgewinn die Meisterschaft in Liga 2 in trockene Tücher bringen können. Doch der BHC um Cheftrainer Sebastian Hinze ist gewarnt: "Wir wissen, was für Kräfte es freisetzen kann, einen Matchball zu haben. Natürlich ist es auch für uns ein Matchball, aber es ist schon noch etwas anderes, den Aufstieg schaffen zu können. Ich bin sicher, dass Bietigheim das unbedingt bei uns schaffen will."

Blickt man auf die vergangenen Partien beider Mannschaften zurück, ist schnell festzustellen, warum diese Teams unangefochten an der Spitze der Tabelle stehen. Sowohl der Bergische HC als auch die SG BBM Bietigheim mussten in den letzten zehn Spielen nur eine Niederlage einstecken, konnten ansonsten jede Begegnung für sich entscheiden. Eine Konstanz, die kein anderer Zweitligist gezeigt hat. Nicht umsonst holt BHC-Trainer Hinze bei den Stärken der Gäste weit aus: "Bietigheim hat eine enorme Stabilität. Torhüter Domenico Ebner ist ein ganz wichtiger Faktor. Dazu spielen sie ein sehr stabiles System und setzten auf 60 Minuten Tempo-Handball. Den müssen wir unterbinden."

Im Hinspiel konnte sich der Ligaprimus in Bietigheim deutlich mit 23:33 durchsetzen. Ein derart deutliches Ergebnis dürften die rund 2.000 Zuschauer in der Klingenhalle wohl nicht zu sehen bekommen. Eines jedoch steht schon vor Anpfiff fest, eine Mannschaft wird nach Spielende ausgelassen feiern.

19:00 Uhr: EHV Aue - HSC 2000 Coburg

Für den EHV Aue geht der Kampf um den Klassenerhalt in eigener Halle in die nächste Runde. Zu Gast im Erzgebirge ist am Abend der HSC 2000 Coburg, der mit einem Sieg wieder auf Platz drei in der Tabelle springen könnte. Die Gastgeber stehen demnach vor einer schwierigen Aufgabe. Nach zuletzt zwei Siegen und einem Unentschieden hat sich Aue allerdings etwas vom Tabellenkeller abgesetzt und ordentlich Selbstvertrauen für die Schlussphase der Saison getankt. Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf den ThSV Eisenach, der momentan auf dem ersten Abstiegsplatz steht. Ein kleines Polster, aber in dieser 2. Handball-Bundesliga sicherlich kein Ruhekissen.

EHV-Trainer Stephan Swat hofft vor der Partie gegen Coburg vor allem auf die Unterstützung der heimischen Fans: "Coburg ist ein harter Brocken. Die Mannschaft bringt immer viele Fans mit zu uns. Das wird lautstark und pusht den Gegner natürlich. Daher hoffen wir auch, dass unsere Anhänger die Halle voll machen und uns wieder nach vorn treiben. Im letzten Heimspiel gegen Balingen hat uns das sehr geholfen." In jenem Heimspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten zeigte der EHV, dass er auch ein Schwergewicht der Liga besiegen kann. Das soll jetzt auch gegen den HSC gelingen.

19:30 Uhr: HG Saarlouis - VfL Eintracht Hagen

Die Spielzeiten der HG Saarlouis und des VfL Eintracht Hagen hätten gegensetzlicher nicht verlaufen können. Während für die Saarländer bereits der Abstieg besiegelt ist, konnte der Aufsteiger aus Hagen am vergangenen Spieltag den Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach bringen. "Nach dem Klassenerhalt ist eine Riesen-Last von der Mannschaft abgefallen. Das war deutlich zu spüren. Die Spieler sind erleichtert, dass wir unser Ziel so früh erreicht haben", resümiert Cheftrainer Niels Pfannenschmidt. Und dennoch will die Eintracht in den verbleibenden fünf Spielen weiter Vollgas geben und noch möglichst viele Punkte einsammeln: "Wir wollen den guten Eindruck der vergangenen Wochen bestätigen, uns individuell und als Mannschaft weiterentwickeln", unterstreicht Pfannenschmidt.

Die Aufgabe in Saarlouis ist für den VfL sicherlich als undankbar einzustufen. Nach dem besiegelten Abstieg ist die Reaktion der Saarlouis-Akteure schwer einzuschätzen, die Moral des Teams dürfte sicher nicht gebrochen sein. Denn auch wenn die letzten fünf Partien allesamt verloren wurden, zeigte die Mannschaft Mal für Mal eine kämpferische Leistung und musste sich meist nur äußerst knapp geschlagen geben. Die Rolle des Favoriten kann jedoch trotzdem dem VfL Eintrach Hagen zugeschrieben werden, welcher auch das Hinspiel mit 32:29 gewann.

Links zu den Spielen

19:30 Uhr: HSG Nordhorn-Lingen - Dessau-Roßlauer HV 06

Nach dem Heimsieg gegen die HG Saarlouis und dem damit verbundenen vorzeitigen Klassenerhalt reisen die Spieler des DRHV befreit zum Auswärtsspiel nach Lingen. Um 19:30 Uhr treffen in der Emsland-Arena die HSG Nordhorn-Lingen und der Dessau-Roßlauer HV 06 aufeinander. Mit 36 Punkten steht Nordhorn aktuell auf dem neunten Tabellenplatz und hat durch sechs sieglose Spiele in Folge den Anschluss zum oberen Mittelfeld verloren. Drei Plätze hinter den Hausherren rangiert der DRHV mit 30 Punkten auf Platz zwölf. Das Hinspiel in der Anhalt Arena konnten die Muldestädter um Kapitän Florian Pfeiffer mit 32:28 für sich entscheiden. 

Trotz des gesicherten Klassenerhalts wollen sich die Gäste in den verbleibenden Partien nicht ausruhen: "Nach dem Sieg gegen Saarlouis ist uns allen eine große Last von den Schultern gefallen. Jetzt können wir aber in Nordhorn befreit aufspielen. Das bedeutet wir knien uns rein und geben weiterhin Gas", erklärt DRHV-Torhüter Philip Ambrosius vor dem Spiel. Und auch die HSG Nordhorn-Lingen wird ordentlich motiviert in die Begegnung gehen, so will man bei den Gastgebern endlich mal wieder einen Sieg bejubeln können.

19:30 Uhr: ThSV Eisenach - TuSEM Essen

Der ThSV Eisenach schwebt in akuter Abstiegsgefahr. Den Traditionsverein, der in seiner jahrzehntelangen Geschichte nie drittklassig gespielt hat, trennen fünf Spieltage vor Ende der Saison ganze vier Punkte von einem Nichtabstiegsplatz. Ein erster wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt soll am heutigen Abend gegen den TuSEM Essen gemacht werden. Konnte Eisenach zu Beginn des letzten Doppelspieltages noch überraschend in Coburg gewinnen, zeigt die aktuelle Formkurve mit zwei knappen und äußerst bitteren Niederlagen wieder nach unten. Anders sieht es hingegen beim TuSEM aus. Die Essener haben sich nach schwierigem Start ins Jahr 2018 mittlerweile mehr als nur gefangen, verloren keines der letzten sieben Spiele und verließen das Spielfeld fünfmal als Siegermannschaft.

Arne Kühr, Coach des ThSV Eisenach, blickt trotz der prekären Tabellensituation optimistisch auf die Endphase dieser Spielzeit: "Es stehen noch fünf Punktspiele an, in denen zehn Punkte vergeben werden. Wir werden bis zum Ende konsequent durchziehen. Wir wissen es natürlich, bei vier Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, wir haben es nicht mehr in eigener Hand. Von Resignation sind wir aber alle weit entfernt." Mit einem Heimsieg gegen Essen würde der ThSV nicht nur eine mögliche Aufholjagd beginnen, sondern auch ein echtes Statement an die anderen Vereine im Tabellenkeller abgeben.

20:00 Uhr: DJK Rimpar Wölfe - HC Elbflorenz 2006

Blickt man auf das bisherige Handballjahr 2018 des HC Elbflorenz 2006, ist zweifellos ersichtlich, dass der Aufsteiger zu den aufstrebenen Teams in der 2. Handball-Bundesliga gehört. Aus 13 Partien konnte der HC achtbare 15 Punkte sammeln, steht auf einem guten 13. Tabellenplatz und hat den Klassenerhalt so gut wie sicher. Vor allem gegen die Schwergewichte der Liga zeigte sich Elbflorenz in der Rückrunde mutig und abgeklärt, konnte auf diese Weise sowohl in Coburg als auch in heimischer Halle gegen Balingen gewinnen. Ein solches Kunststück soll nun auch gegen die DJK Rimpar Wölfe gelingen. Und den sicheren Klassenverbleib auf der Rückfahrt zu feiern, das hätte doch was.

Ganz so einfach dürfte es für die Gäste allerdings nicht werden. Denn mit den Wölfen wartet immerhin der aktuelle Tabellensiebte, den gerade einmal drei Punkte vom dritten Tabellenplatz trennen, auf den HC Elbflorenz 2006. Hinzu kommt, dass Rimpar besonders in heimischer Halle zu den ganz heißen Eisen der Liga zählt. So besiegte man Mitte April nicht nur den VfL Lübeck-Schwartau, sondern fügte vor rund zwei Wochen auch der SG BBM Bietigheim eine Niederlage zu. Die Partie in der S.Oliver-Arena in Würzburg dürfte sich zu einem Duell auf Augenhöhe entwickeln.

20:00 Uhr: HSG Konstanz - VfL Lübeck-Schwartau

"Jetzt geht es um die Wurst", sagt HSG-Cheftrainer Daniel Eblen vor dem wichtigen Heimspiel am Freitag, 20 Uhr, gegen den aktuellen Tabellenfünften VfL Lübeck-Schwartau und trifft die Ausgangslage der HSG Konstanz damit so ziemlich auf den Punkt. Fünf Spieltage stehen noch auf dem Programm, zehn Punkte sind noch zu vergeben und die Hausherren benötigen im Abstiegskampf ganz dringend einige Zähler. Mit 18 Punkten steht die HSG derzeit auf Tabellenplatz 18, der Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt fünf Punkte. Das Motto lautet: Do or die. "Man merkt die Anspannung. Wir sind uns alle der Do-or-Die-Situation bewusst. Es war eine sehr gute Trainingswoche, in der sehr viel Adrenalin dabei war. Genau das müssen wir positiv mit in das Spiel nehmen", erklärt Eblen vor der Partie.

Die Gäste aus Lübeck sind mit diesen Abstiegssorgen nicht vertraut. Ganz im Gegenteil, bei einem Auswärtssieg könnte sogar wieder der Sprung auf Platz drei in der Tabelle gelingen. Einzig der Ligaprimus Bergischer HC und die SG BBM Bietigheim zeigten sich dem VfL in dieser Spielzeit ein Stück voraus. Nachdem man zuletzt zweimal sieglos blieb, soll nun vor allem in fremder Halle wieder ein Sieg für die Nordstädter her.

20:00 Uhr: Wilhelmshavener HV - HC Rhein Vikings

Den Abschluss des 34. Spieltages in der 2. Handball-Bundesliga bietet das Duell zwischen dem Wilhelmshavener HV und dem HC Rhein Vikings. Für die beiden Tabellennachbarn - der WHV ist 15., die Vikings 14. - geht es in den verbleibenden Spielen darum, möglichst früh den Klassenerhalt in trockene Tücher zu bringen. Während den Gästen aus Düsseldorf dieses Kunststück mit einem Auswärtssieg gelingen würde, können die Hausherren frühstens am 35. Spieltag den gesicherten Klassenverbleib feiern. "Natürlich sieht es nach unserem letzten Sieg gegen Rimpar schon sehr danach aus, dass wir die Liga halten. Dennoch wollen wir noch den entscheidenden letzten Schritt gehen und dies möglichst schon mit einem Sieg im nächsten Spiel", sagt Gäste-Coach Ceven Klatt im Vorfeld der Partie.

Blickt man auf die aktuelle Formkurve beider Teams, ist festzustellen, dass die Vikings definitiv mit ein wenig mehr Selbstvertrauen ins Spiel gehen werden. Während der HC die letzten beiden Partien gewinnen konnte, war der WHV zuletzt viermal sieglos. Allerdings muss man festhalten, dass sich Wilhelmshaven in den vergangenen Partien mit den absoluten Spitzenteams der Liga gemessen hat. Gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte waren die Gastgeber in dieser Spielzeit meist zur Stelle. Am heutigen Abend würde das sicherlich ein großes Aufatmen im Abstiegskampf auslösen.

Foto: Wolf

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