19.05.2018  2. Handball-Bundesliga

2. HBL am Samstag - Abstiegskampf spitzt sich zu

Während das Rennen um die beiden Aufstiegsplätze schon entschieden ist, geht es im Tabellenkeller der 2. Handball-Bundesliga äußerst spannend zu. Mit knappem Vorsprung stehen der EHV Aue und der Wilhelmshavener HV derzeit über dem Strich, doch der ThSV Eisenach (17.) kämpft wahrlich ums Überleben und präsentierte sich zuletzt in starker Form. Und auch die HSG Konstanz (18.) kann mit drei Siegen aus den letzten drei Partien theoretisch noch die Klasse halten. Die heutigen Partien im Überblick:

19:00 Uhr: Bergischer HC - HBW Balingen-Weilstetten

Drei Spieltage vor dem Ende der Saison empfängt der Ligaprimus Bergischer HC um 19 Uhr HBW Balingen-Weilstetten in der Solinger Klingenhalle. Nachdem die Solinger Zuschauer zuletzt den direkten Wiederaufstieg sowie die Meisterschaft bejubeln konnten, dürfen sie sich mit dem Duell der letztjährigen Absteiger nun noch einmal auf ein richtiges Spitzenspiel freuen. "Balingen ist mit uns wahrscheinlich die stärkste Mannschaft der Liga. In der Vorrunde hatten sie zwar einige Probleme, aber sie haben sich stabilisiert", zollt BHC-Cheftrainer Sebastian Hinze den Gästen ordentlich Respekt. Lediglich vier Niederlagen mussten die Balinger im Jahr 2018 hinnehmen, konnten elf Partien zu ihren Gunsten entscheiden. Und vor allem in den Topspielen gegen Coburg, Hamm, die Rimpar Wölfe, Nordhorn und Emsdetten hatten die Gallier von der Alb in der Rückrunde stets die Nase vorn.

Gewarnt sein dürfte der BHC auch aufgrund der Niederlage am vergangenen Wochenende. Zum zweiten Mal in dieser Saison unterlag das Hinze-Team dem VfL Lübeck-Schwartau. "Ich erwarte viele Emotionen im Spiel, denn der Umgang mit Misserfolgen in meiner Mannschaft gefällt mir sehr gut. Sie nerven extrem und alle ziehen gleich gute Lehren daraus", sagt Hinze im Vorfeld der Begegnung und macht klar, dass die Gastgeber alles in die Waagschale werfen werden. Man darf sich auf Emotionen, Kampf und Dramatik zwischen den Bergischen Löwen und Balingen freuen.

19:30 Uhr: DJK Rimpar Wölfe - TuSEM Essen

Im vorletzten Heimspiel der Saison treffen die DJK Rimpar Wölfe in der heimischen sOliver-Arena auf TuSEM Essen. Es ist das Duell zwischen dem Tabellensiebten und dem Tabellenzehnten. Während die Wölfe eine letztlich durchwachsende Rückserie spielen, gehören die Essener zu den Gewinnern der Rückrunde. Immerhin konnte die Mannschaft von Jaron Siewert, der nach überstandener Krankheit wieder auf der Trainerbank Platz genommen hat, seit Mitte März 14:4 Punkte verbuchen und musste sich nach sieben Spielen ohne Niederlage erst vor zwei Wochen in Eisenach wieder geschlagen geben. Anders als in der vergangenen Spielzeit, hat der TuSEM damit schon seit einiger Zeit keinerlei Abstiegssorgen mehr.

Das Hinspiel konnten die Essener Anfang Dezember knapp mit 23:21 für sich entscheiden. Wölfe-Keeper Max Brustmann hatte in jener Partie 20 Bälle parieren können und trotzdem hatte es für Rimpar an diesem Tag nicht gereicht. Auch in den letzten Spielen identifizierte Wölfe-Chefcoach Obinger die Chancenauswertung seines Teams als Schwäche: "Ein gefälliges Auftaktspiel und der konsequente Zug zum Tor allein reichen eben nicht, wenn im Abschluss notwendige Konzentration und Überzeugung fehlen." Auf der Zielgeraden der Saison will Rimpar noch einmal an die Leistungsgrenze gehen und gegen den TuSEM einen Heimsieg feiern.

19:30 Uhr: Wilhelmshavener HV - VfL Eintracht Hagen

Drei Partien liegen noch vor den Handballern des VfL Eintracht Hagen in der 2. Bundesliga. Dabei sind die Hagener bekanntlich bereits seit drei Wochen in der komfortablen Lage, den Klassenerhalt vorzeitig gesichert zu haben. Ganz anders gestaltet sich die Situation für den kommenden Kontrahenten Wilhelmshavener HV. Während der WHV in den beiden vorherigen Spielzeiten die Plätze sechs und zwölf belegte – sind die Niedersachsen nun stark vom Abstieg bedroht. Als Tabellensechzehnter haben die Hausherren lediglich zwei Zähler Vorsprung auf den ThSV Eisenach, der momentan auf dem ersten Abstiegsplatz steht. Betrachtet man die vergangenen Auftritte des WHV, lassen diese nichts Gutes verheißen. Der letzte Sieg gelang Ende März gegen Konstanz, aus den darauf folgenden sechs Partien konnte Wilhelmshaven nur ein einziges Pünktchen holen. Beendet man diese Negativserie nicht, wird es für den Klassenverbleib wohl nicht reichen.

Niels Pfannenschmidt, Cheftrainer des VfL Eintracht Hagen, macht vor dem Spiel unterdessen klar, dass sein Team im Norden keine Geschenke verteilen möchte: "Wir werden ebenfalls alles in die Waagschale werfen. Das sind wir uns, den mitgereisten Fans und den anderen Mannschaften schuldig." Das Hinspiel konnten die Hagener mit 34:26 deutlich für sich entscheiden. Ein ähnliches Ergebnis dürfte der WHV am heutigen Samstagabend wohl nicht zulassen.

19:30 Uhr: ThSV Eisenach - Eintracht Hildesheim

Zwei Zähler Rückstand hat der ThSV Eisenach auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Drei Spiele stehen noch aus. Der Wilhelmshavener HV und auch der EHV Aue spüren den heißen Atem der Wartburgstädter. Am heutigen Samstagabend ist im Heimspiel gegen das bereits als Absteiger feststehende Team von Eintracht Hildesheim für die Thüringer ein Sieg Pflicht. Zuletzt präsentierte sich der ThSV in ansteigender Form. Zwar musste man gegen Hagen und Elbflorenz Ende April bittere und knappe Niederlagen hinnehmen, konnte aus den vergangenen sechs Partien aber immerhin sieben ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sammeln.

Arne Kühr, Coach des ThSV Eisenach, blickt deshalb selbstbewusst, aber auch mit viel Respekt auf die anstehende Aufgabe: "Unsere Gäste haben nichts zu verlieren. Ich erwarte für uns ein extrem schweres Spiel. Mit Savvas Savvas steht der Toptorjäger der Liga – 266 Treffer – im Aufgebot. Doch Hildesheim ist nicht nur Savvas Savvas. Alle eingesetzten Spieler werden die Chance nutzen, sich für kommende Aufgaben, ob in Hildesheim oder bei anderen Vereinen, zu empfehlen. Dennoch, mit einer guten Teamleistung und der Unterstützung unserer Fans ist die Aufgabe für uns lösbar." Gewinnen die Hausherren, spitzt sich der Abstiegskampf aber mal richtig zu.

19:30 Uhr: HSG Nordhorn-Lingen - HSC 2000 Coburg

Die HSG Nordhorn-Lingen empfängt am Abend den HSC 2000 Coburg in der heimischen Arena, der Tabellenachte der 2. Handball-Bundesliga trifft auf den Vierten. Für beide Teams geht es in den verbleibenden drei Spielen darum, sich in der Tabelle noch möglichst weit vorzuarbeiten. So kann Absteiger Coburg zumindest noch Dritter werden. Nach der 17:22 Schlappe gegen die DJK Rimpar Wölfe am vergangenen Wochenende wollen die Gäste vor allem in der Offensive ein wesentlich besseres Gesicht zeigen. Jenes Gesicht, welches der HSC eigentlich schon das ganze Jahr über gezeigt hat. Aus 15 Partien holten die Coburger elf Siege, mussten lediglich vier Niederlagen einstecken. 

Doch auch die HSG Nordhorn-Lingen will aus den drei noch verbleibenden Spielen möglichst viele Zähler mitnehmen. Zuletzt konnte man die Negativserie von sechs sieglosen Partien in Folge endlich beenden. Der Heimsieg gegen Dessau sowie der Auswärtssieg bei den Rhein Vikings sollte der Mannschaft von Trainer Heiner Bültmann noch einmal neues Selbstbewusstsein eingehaucht haben. Im Hinspiel setzten sich die Coburger relativ deutlich mit 30:22 durch, nun wollen die Nordhorner Revanche nehmen.

19:30 Uhr: HG Saarlouis - ASV Hamm-Westfalen

Drei Spiele bieten dem Team von Philipp Kessler noch die Möglichkeit, die "rote Laterne" in der 2. Handball-Bundesliga doch noch abzugeben. Nach dem Heimsieg gegen den VfL Eintracht Hagen und dem Remis in Hildesheim beträgt der Rückstand auf jene Eintracht Hildesheim noch zwei Zähler. Zudem kann Saarlouis im Kampf um Platz 16 zwischen Aue, Wilhelmshaven und Eisenach noch so etwas wie das "Zünglein an der Waage" werden, da man gegen zwei der Kontrahenten (Wilhelmshaven und Eisenach) noch spielen wird. Am heutigen Samstagabend ist aber erst mal der Tabellensechste aus Hamm zu Gast in der Stadtgartenhalle.

Eine Negativserie von fünf Niederlagen in Folge hat die Aufstiegsträume des ASV Hamm-Westfalen spätestens Mitte April platzen lassen. Seitdem zeigt sich das Team von Kay Rothenpieler jedoch wieder verbessert, konnte vier Siege in Folge feiern und musste sich erst am vergangenen Sonntag in Essen wieder geschlagen geben. Aufgrund der engen Abstände im oberen Tabellendrittel, dürfte der ASV noch einmal alles geben, um am Ende dieser Spielzeit eine möglichst gute Platzierung vorweisen und mit einem guten Gefühl in die kommende Saison gehen zu können. 

20:00 Uhr: HSG Konstanz - HC Elbflorenz 2006

Zum vorletzten Heimspiel der Saison empfängt die HSG Konstanz am Abend den Aufsteiger HC Elbflorenz Dresden in der Schänzle-Sporthalle. Großer Wunsch im Lager der HSG nach den großen Enttäuschungen der letzten Wochen: Ein Sieg und sich für durchaus ansprechende Leistungen in der Rückrunde zu belohnen. Ganze neun der letzten zehn Spiele gingen für die HSG Konstanz verloren. Oftmals hielt das Team von Trainer Daniel Eblen lange mit, konnte am Ende aber nie den so entscheidenden "lucky punch" setzen. So auch am vergangenen Wochenende, als die HSG in Hagen knapp mit 33:34 unterlag. In der Tabelle sieht es für die Konstanzer deshalb äußerst bedrohlich aus. Will man den Abstieg in die 3. Liga noch irgendwie abwenden, müssen definitiv drei Siege aus den verbleibenden drei Spielen her. Zudem dürfen die beiden Mitkonkurrenten (Eisenach und Wilhelmshaven) nicht mehr punkten.

"Wir wollen uns zeigen, vor allem daheim. Wir sind immer bereit, alles zu geben und wollen die Kleinigkeiten endlich in unsere Richtung drehen", sagt der hoch motivierte HSG-Trainer Eblen vor der Begegnung. Gegen den HC Elbflorenz, der in den letzten zwölf Partien lediglich dreimal als Verlierer von der Platte ging, muss ein Sieg her. Ansonsten steht auch der dritte Absteiger in der 2. Handball-Bundesliga fest.

Foto: ThSV Eisenach

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