12.05.2018  2. Handball-Bundesliga

Abstiegskampf und Derbyfieber in der 2. HBL

Die letzten Kraftreserven zu mobilisieren heißt es an diesem Wochenende für die Teams der Zweiten Handball-Bundesliga. Während das Rennen um die Meisterschaft schon seit letzter Woche endgültig entschieden ist, tobt am Tabellenende noch der Abstiegskampf. Wer kann sich wichtige Punkte für den Klassenerhalt sichern? Fünf packende Partien gibt es ab 19:00 Uhr im Liveticker.

19:00 Uhr: HBW Balingen-Weilstetten – Wilhelmshavener HV

Für den Wilhelmshavener HV steht am Samstagabend ein wichtiges und gleichzeitig schweres Gastspiel beim HBW Balingen-Weilstetten an. Denn am vergangenen Wochenende verpassten die Nordlichter den Heimsieg gegen die Rhein Vikings und damit auch den vorzeitigen Klassenerhalt. Jetzt trennen den WHV nur noch drei Punkte vom ersten Abstiegsplatz.

Doch das Spiel bei den Galliern von der Alb wird kein Spaziergang. Der HBW rangiert momentan auf dem sechsten Tabellenplatz, doch sowohl nach oben, als auch nach unten ist für die Rot-Blauen in der Tabelle noch alles drin. Daher erwartet Trainer Jens Bürkle bei seinem vorletzten Heimspiel in dieser Saison vollen Einsatz seiner Mannschaft. Bürkle weiß um die Kampfbereitschaft seiner Gegner fühlt sich aber dennoch bereit für die anstehende Aufgabe: „Trotzdem, wir werden auf die Dinge, die da auf uns zukommen, gut vorbereitet sein.“ Auch leichte Verletzungssorgen will der Coach nicht schon vorzeitig als Ausrede gelten lassen, da diese auch schon bei den Spielen gegen Nordhorn und Emsdetten gut kompensiert werden konnten.

19:00 Uhr: HC Rhein Vikings – HSG Nordhorn-Lingen

Das Saisonziel ist vorzeitig erreicht! Bereits am vergangenen Spieltag sicherten die Rhein Vikings in ihrer Aufstiegssaison den Ligaverbleib. Doch ans Ausruhen vor dem Saisonende ist noch nicht zu denken: „Wir spielen noch gegen vier Top-Teams der Liga und sind in jedem Spiel Außenseiter. Dennoch wollen wir versuchen, vielleicht dennoch den einen oder anderen Punkt einzufahren. Immerhin konnten wir bereits gegen den einen oder anderen starken Gegner überraschen“, zeigt sich Vikings-Trainer Ceven Klatt auch vor den letzten noch ausstehenden vier Ligaspielen angriffslustig. Denn mit dem kommenden Gegner, der HSG Nordhorn-Lingen, haben die Düsseldorfer noch eine Rechnung offen. Im Hinspiel waren die Vikings gegen die kompakt stehende Abwehr der HSG nahezu chancenlos. 15:23 hieß es am Ende, eher ungewöhnlich für ein Handballspiel auf Spitzenniveau. Am Samstagabend soll sich das Blatt wenden. Vikings-Coch Klatt schätzt vor allem die Ausgeglichenheit der Nordhorner auf allen Positionen. Sieht sich und sein Team gegen den Tabellenachten zwar in der Außenseiterrolle, aber keinesfalls chancenlos:  „Ich denke, wir werden gut eingestellt ins Spiel gehen und aus einer gewohnt stabilen Defensive heraus versuchen, die HSG vor Probleme zu stellen.“ Für die HSG Nordhorn-Lingen geht es in den letzten Partien der Spielzeit darum vielleicht noch einmal die Top-Sieben der Liga anzugreifen und die solide Saison mit einer Spitzenplatzierung zu krönen.

19:30 Uhr: HSC 2000 Coburg – DJK Rimpar Wölfe

Derby und Topspiel in der HUK-Coburg Arena. Der Drittplatzierte HSC Coburg empfängt den Siebten DJK Rimpar Wölfe. 100 Kilometer trennen Coburg und Würzburg -  es geht um das Prestige im bayrischen Lokalduell. Außerdem will der HSC seinen Platz hinter den beiden Spitzenteams und bereits feststehenden Aufsteigern aus Bietigheim und Solingen verteidigen. Ein Sieg ist dafür Pflicht, denn der VfL Lübeck-Schwartau liegt punktgleich auf dem vierten Rang und kann am Sonntag mit einem Sieg nachziehen.

Die Wölfe können ebenfalls befreit aufspielen. Der siebte Tabellenplatz unterstreicht eine solide Saison. Mit einem Derbysieg könnte man noch einmal in den letzten drei Partien den HBW Balingen-Weilstetten auf dem sechsten Platz angreifen.

Links zu den Spielen

19:30 Uhr VfL Eintracht Hagen – HSG Konstanz

Endspiel um Endspiel wartet im Saisonendspurt auf die HSG Konstanz. Acht Punkte sind noch zu vergeben, fünf Zähler hat das Team vom Bodensee bereits Rückstand auf das rettende Ufer. Rein rechnerisch ist der Klassenerhalt für die Mannschaft von Daniel Eblen noch möglich. Verlieren ist am Samstagabend bei Eintracht Hagen verboten. Mit diesen Rechenspielen will sich Eblen aber vor der Partie in Hagen nicht befassen: „Dazu bleibt gar keine Zeit. Wir wollen in jedem verbleibenden Spiel noch Punkte holen.“ 

Besonders bitter sind die Erinnerungen an das Hinspiel in der heimischen Halle. In letzter Sekunde musste die HSG den 30:29-Siegtreffer der Eintracht hinnehmen und verlor so zwei auf lange Sicht gesehen wichtige Punkte.

Der Gastgeber aus Hagen kann dagegen eigentlich entspannt auf die anstehende Partie blicken. Mit dem zwölften Tabellenplatz haben die Männer von Trainer Niels Pfannenschmidt bereits frühzeitig den Klassenerhalt perfekt gemacht. Doch der Stachel der Niederlage des vergangenen Spieltages sitzt noch tief. 24:26 verloren die Grün-Gelben beim schon feststehenden Absteiger Saarlouis. „Wir wollen uns anders präsentieren“, kündigt Pfannenschmidt ein anderes Gesicht seiner Mannschaft gegen die HSG Konstanz an. Dabei sind die Verantwortlichen in Hagen froh sich schon von allen Sorgen um den Klassenerhalt befreit zu haben, denn die Eintracht plagen große Verletzungssorgen. Neben Jan-Lars Gaubatz und Julian Renninger wird auch definitiv Rückraumshooter Bartosz Konitz fehlen. Dennoch wollen die  Grün-Gelben ihren Fans ein tolles Spiel und einen großen Kampf gegen Konstanz zeigen, auch um nicht am Ende das Zünglein an der Waage im Kampf um den Klassenerhalt zu sein.

19:30 Uhr HC Elbflorenz 2006 – EHV Aue

Es ist ein ganz besonderes Spiel, das am Samstag um 19:30 Uhr in Dresden angepfiffen wird. Es ist nicht nur das Sachsen-Derby zwischen dem HC Elbflorenz und dem EHV Aue, sondern es ist auch das Spiel zwischen dem Liga-Dino und den Newcomern aus Dresden.

200 Fans werden die Reise aus dem Erzgebirge mit einem Sonderzug antreten, um ihre Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen. Mit 23:45 Punkten steht der EHV auf dem 16. Tabellenplatz. Dünnes Eis auf dem sich der Traditionsklub bewegt, denn der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nur zwei Punkte.  Der Druck auf das Team vom EHV ist also enorm groß. Ganz anders sieht es bei den Gastgebern vom HC Elbflorenz aus. Große Vorfreude auf das Derby prägte die Trainingswoche. Dennoch gerade in diesem Spiel vor heimsicher Kulisse will das Team von Cheftrainer Christian Pöhler keinen Zentimeter herschenken: „Die Partie ist in erster Linie ein wichtiges Heimspiel und das wollen wir natürlich gewinnen. Zudem haben wir zwar das Etappenziel Klassenerhalt geschafft, aber wir haben auch noch andere Ziele. Schon vor der Saison haben wir natürlich dieses Spiel als Highlight auserkoren. Vielleicht sogar das  Highlight für uns überhaupt, denn es ist das einzige Sachsenderby, welches es im Bundesligabereich gibt und wir spielen zu Hause. Dementsprechend werden wir auftreten.“ Mit einem Derbysieg würden die Dresdner nicht nur dieses Highlight für sich entscheiden, sondern könnten auch vorübergehend den zehnten Tabellenplatz vom TuSEM Essen übernehmen.

Foto: EHV Aue

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