23.02.2018  2. Handball-Bundesliga

Der nächste Doppelspieltag steht an

Nach den bereits am Mittwoch und Donnerstag gespielten Partien, die Nordhorn und Eisenach für sich entscheiden konnten, werden am Freitagabend acht weitere Spiele angepfiffen. Los geht es ab 19:00 Uhr. Alle Partien gibt es wie immer im Liveticker!

19:00 Uhr Bergischer HC – VfL Eintracht Hagen

Wohl das leichteste aber auch eines der elektrisierendsten Spiele wartet am Freitagabend auf die Fans des VfL Eintracht Hagen. Denn das Team um Trainer Niels Pfannenschmidt reist als absoluter Außenseiter zum Derby nach Solingen, wo der Tabellenführer vom Bergischen HC seine Heimspiele austrägt. Grund zur Freude hat Hagen-Coach Pfannenschmidt aber schon vor der Partie.  Die Eintracht konnte den Vertrag mit Linkshänder Jan-Lars Gaubatz um zwei weitere Jahre verlängern. Der neue Vertrag ist zusätzlich ein besonderer Vertrauensbeweis, schließlich zog sich Gaubatz im Hinspiel gegen den BHC einen Kreuzbandriss zu und fällt damit noch für mehrere Monate aus. Sportdirektor Michael Stock ist glücklich mit der Entscheidung Gaubatz längerfristig an den Verein zu binden: „Er hat in den vergangenen zwei Jahren vieles von dem verkörpert, was wir in unserem Anforderungsprofil an einen Spieler stellen. Er ist ein trainingsfleißiger, zuverlässiger Spieler – und hat dazu viel Erfahrung, ist trotz der Verletzung stets ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Das bedeutet, dass nicht nur die Leistung auf sondern auch neben dem Platz genau in unser Raster passt. Wir wollen damit auch ein Zeichen setzen, dass wir zu einem Spieler stehen, der so eine Verletzung erlitten hat.“ Kontinuität und Aufbau sind Hagens Stärken. Das weiß auch Sebastian Hinze, Chefcoach des BHC: „Sie haben mit der Anzahl an Neuzugängen etwas gebraucht um hereinzukommen, stellen nun aber ein sehr stabiles Torhüter-Abwehr-Paket und machen im Tempospiel deutlich weniger Fehler. Dieses Plus zahlt sich in den Ergebnissen aus, denn sie haben in den letzten Wochen die Spielphasen, in denen sie sich mit Fehlern um den Erfolg gebracht haben, abgestellt. Sie spielen einen disziplinierten Angriff.“ Daher gilt es für die Löwen auch mit dem Wissen, dass zwei Tage später das nächste Derby auf dem Programm steht, die volle Qualität abzurufen.

 

19:30 Uhr: SG BBM Bietigheim – HC Elbflorenz 2006

Bisher läuft es für die Bietigheimer an Doppelspieltagen. Gegen den HC Elbflorenz wollen die Männer der SG BBM diese Erfolgsserie fortsetzen. Das wird gegen den Aufsteiger aus Dresden aber alles andere als einfach, denn der HC zeigte beim Unentschieden am vergangenen Spieltag gegen das Spitzenteam aus Lübeck seine Stärke. Mit wechselnden Abwehrformationen und hohem Tempo stellen die Elbflorenzer ihre Gegner bisher immer vor große Aufgaben. Doch Bietigheims Trainer Hartmut Mayerhoffer konnte im letzten Spiel seines Teams wieder das Feuer und die Leidenschaft erkennen, die er zuletzt ein wenig vermisst hatte. Dabei muss nach wie vor sicher auf  drei seiner Stammkräfte verzichten: Gerdas Babarskas plagt das Knie, Panagiotis Erifopoulos die Schulter und Nikola Vlahovic der Fuß. Zudem steht ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Christian Schäfer.

Personell hat auch der HC Elbflorenz einen Abgang zu beklagen: Goalgetter Patrik Hruščák zog es in die DKB Handball-Bundesliga zu den Eulen Ludwigshafen. Sein Nachfolger Gabor Pulay fügte sich in seinem ersten Spiel gegen Lübeck schon hervorragend ein. Im Spiel gegen Bietigheim will der auf Rang 15 abgerutschte HCE endlich den Negativtrend von vier sieglosen Partien in Folge stoppen.

19:30 Uhr: VfL Lübeck-Schwartau – Dessau-Rosslauer HV

Einen kleinen Dämpfer im Kampf um die Aufstiegsplätze musste der VfL Lübeck-Schwartau am vergangenen Spieltag hinnehmen. Nur ein Unentschieden beim Aufsteiger aus Dresden und damit der Verlust des zweiten Tabellenplatzes. Jetzt brennen die Blau-Weißen gegen den Dessau-Rosslauer HV auf Wiedergutmachung vor den eigenen Fans. Dessau, seinerseits auf Rang zehn, steht im gesicherten Mittelfeld der Tabelle.  Linksaußen Marek Vanco  zeigt sich vor der Partie dennoch kämpferisch: „Lübeck-Schwartau wird ein sehr schwerer Gegner, da ihre Abwehr eine der Besten der Liga ist. Wir wollen das Spiel natürlich gewinnen und werden dafür alles geben.“  Im Hinspiel unterlagen die Dessauer noch mit 21:24. Trotzdem ein Ergebnis aus dem die Muldestädter Mut für die anstehende Partie schöpfen können.

 

19:30 Uhr: TV Emsdetten – Eintracht Hildesheim

„Wir sind sowohl gegen den TV Emsdetten als auch gegen die HSG Nordhorn-Lingen klar in der Außenseiterrolle“,  analysiert Hildesheims Trainer Gerald Oberbeck die Rolle seiner Mannschaft in den Partien des Doppelspieltags. Trotzdem weiß er, dass sein Team, das momentan auf dem 17. Tabellenplatz steht keineswegs chancenlos ist. Im Hinspiel gegen den TV Emsdetten konnte die Eintracht schließlich einen Punkt erkämpfen. Erfolgreichster Torschütze war da noch Savvas Savvas mit 13 Treffern. Sein Einsatz steht bislang aufgrund von einer Knieverletzung noch auf der Kippe. Dennoch geht Eintracht-Kapitän Robin John hochmotiviert in das Wochenende: „Wir haben in dieser Saison ja schon gezeigt, was wir drauf haben, wir müssen einfach wieder konzentriert ins Spiel kommen und Selbstbewusstsein tanken.“ Konzentration und Stärke sind gegen den TVE auch unbedingt nötig, denn die Männer aus Emsdetten scheinen zu ihrer Frühform der Hinrunde zurückgefunden zu haben.  Die Mannschaft konnte die letzten beiden Spiele für sich entscheiden und profitiert dabei besonders von ihrer Eingespieltheit und ihrer Schnelligkeit über die Außen.  Mit einem Sieg in der heimischen Arena könnte der TVE auch wieder an die ersten fünf Tabellenplätze heranrücken.

19:45 Uhr: HBW Balingen-Weilstetten – HSC 2000 Coburg

Erstaunlich klar verteilt Balingens Trainer Jens Bürkle die Favoritenrolle im Spiel seiner Mannschaft an den Gegner vom HSC Coburg: „So wie Coburg derzeit die Breite des Kaders und die Erfahrenheit ausspielt, sind sie klar in der Favoritenrolle, erst Recht, wenn man so spielt, wie wir die letzten Spiele daheim gespielt haben.“ Damit spielt Bürkle auf die für den ambitionierten Erstliga-Absteiger unbefriedigenden Leistungen der letzten Wochen an. Gegen den Aufsteiger aus Hagen verloren die Gallier von der Alb mit 33:37 in der eigenen Halle, gegen die Rhein Vikings konnten sie zwar am letzten Spieltag einen Sieg verbuchen, warfen jedoch nur 22 Tore in den 60 Minuten Spielzeit. Lediglich den „Kampfgeist und die Emotionen“ konnte Trainer Bürkle lobend hervorheben. Das wird gegen den HSC Coburg nicht reichen. Die Oberfranken liegen momentan auf dem sechsten Tabellenplatz und konnten den Anschluss an die Spitzenteams der Liga wieder herstellen.  Besonders der Sieg vor zwei Wochen gegen den  Zweitplatzierten Bietigheim war ein Ausrufezeichen an die Klubs an der Tabellenspitze, dass man den HSC noch nicht abschreiben sollte.  Beste Voraussetzungen also für einen heißen Tanz in der Balinger Sparkassen-Arena.

 

20:00 Uhr HSG Konstanz – HG Saarlouis

Ein waschechtes Kellerduell wird in Konstanz ausgetragen. Der Vorletzte Konstanz empfängt das Tabellenschlusslicht HG Saarlouis. Für beide Teams sind zwei Punkte nahezu überlebenswichtig. Saarlouis würde bei einem Sieg die rote Laterne erst einmal wieder an Konstanz abgeben können. HGS-Trainer Philipp Kessler weiß daher was die Stunde geschlagen hat, um die ersten Auswärtspunkte der Saison einfahren zu können:  „Wir müssen an die guten Leistungen der letzten Woche in Halbzeit 2 anknüpfen und vor allem auf das gute Umschaltspiel der HSG achten und ihren Rückraumkanonier Paul Kaletsch unter Kontrolle bringen.“ Doch dass die „Schänzle-Halle“ kein leichtes Pflaster ist, weiß jedes Team der Liga. Dazu kommt, das die HSG Konstanz zuletzt mit dem Unentschieden gegen den Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt, Eintracht Hildesheim, ein Unentschieden als Achtungserfolg feiern konnte. Beide Teams werden am Freitagabend keinen Zentimeter herschenken, um mit zwei Punkten im Gepäck den zweiten Teil des Doppelspieltages am Sonntag angehen zu können.

 

20:00 Uhr: Wilhelmshavener HV – ASV Hamm-Westfalen

Zehn Tabellenplätze trennen den Wilhelmshavener HV von seinem Gegner dem ASV Hamm-Westfalen, der seit neun Spielen ungeschlagen ist. Diese Bilanz des ASV beeindruckt Fans und Verantwortliche in Hamm. Dennoch bleibt Trainer Kay Rothenpiler vor der Partie im hohen Norden vorsichtig: „Jeder in dieser Liga weiß, dass man keinen Gegner unterschätzen darf. Von daher werden wir diesen Fehler selbstverständlich auch nicht begehen.“ So bereitete der Cheftrainer der Westfalen seine Männer akribisch und intensiv vor. „Wir freuen uns über unseren aktuellen Tabellenplatz drei – der zeigt aber nur, was wir in der Vergangenheit geleistet haben. Und in Wilhelmshaven erwartet uns eine sehr eingespielte Mannschaft“, so Rothenpiler vor der Partie. Der WHV steht derzeit im gesicherten Mittelfeld der Tabelle und treibt daher schon die Personalplanung für die kommende Saison voran. Nach Tobias Schwolow konnten die Wilhelmshavener jetzt auch Leistungsträger Rene Drechsler weiter an sich binden.

20:00 Uhr: HC Rhein Vikings – TuSEM Essen

Derby-Time in Düsseldorf. Die Rhein Vikings empfangen am Freitagabend den TuSEM Essen, der mit nur zwei Punkten Vorsprung auf Rang elf und damit  nur zwei Plätze in der Tabelle vor den Vikings steht. Deren Trainer Ceven Klatt erwartet auch aufgrund der Tabellenkonstellation einen heißen Kampf. Den gab es auch im Hinspiel, welches der TuSEM in eigener Halle mit 24:23  aus der Hand geben musste. Laut Klatt wird die Tagesform der entscheidende Faktor im Rückspiel sein. Für den Gegner aus Essen findet er ebenfalls nur lobende Worte: „Essen hat eine stabile Abwehr und ein gutes Umschaltspiel, vor allem über die linke Seite.“ Die Gäste reisen nach der ersten Heimniederlage seit Mitte September zwar mit einer Niederlage, dafür aber auch mit zwei Vertragsverlängerungen ins Castello Düsseldorf. Cartsen Ridder und Malte Seidel, die beide seit 2010 das TuSEM-Trikot tragen werden des Essenern noch bis 2020/ bis 2019 erhalten bleiben.

In Sachen Personal läuft es bei den Rhein Vikings weniger gut: Youngster Brian Gipperich zog sich am letzten Spieltag einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen Meniskus-Einriss zu. Bis auf die Langzeitverletzten können aber beide Trainer aus dem Vollen schöpfen.

Foto: HC Elbflorenz 2006

Socialstream

Fanshop