26.05.2018  2. Handball-Bundesliga

Topspiele, ein Derby und der letzte Funken Hoffnung

Eigentlich sind schon alle Entscheidungen in der 2. Handball-Bundesliga gefallen. Lediglich der ThSV Eisenach hat noch die Chance mit vier Punkten aus den verbleibenden zwei Spielen den Abstieg in die Dritte Liga zu verhindern. Dennoch: Alle Mannschaften wollen im Schlussspurt noch einmal ihr Potential abrufen und die Saison bestmöglich beenden. Spitzenhandball ist garantiert!

18:30 Uhr: HBW Balingen-Weilstetten – VfL Lübeck-Schwartau

Ein echtes Topspiel bekommen die Fans des HBW Balingen-Weilstetten beim letzten Heimspieltag ihres HBW geboten. Denn mit dem VfL Lübeck-Schwartau ist der Drittplatzierte der Zweiten Handball-Bundesliga zu Gast. Diesen Platz hat sich der VfL über die Saison hinweg verdient, denn als einziges Team schlugen die Blau-Weißen sowohl den Tabellenführer BHC in beiden Spielen als auch den Vizemeister SG BBM Bietigheim.

„Da kommt schon ein richtiges Brett auf uns zu“, weiß HBW-Coach Jens Bürkle um die Schwere der Aufgabe am Samstagabend und schätzt vor allem die körperliche Robustheit seines Gegners. Außerdem zählt Bürkle den VfL schon vor dem Ende der Spielzeit zu den Aufstiegsfavoriten für die nächste Saison.

Das Hinspiel gewannen die Hansestädter knapp mit 27:26, daher ist sich Lübecks Rechtsaußen Jasper Bruhn sicher,  dass der HBW vor den eigenen Fans noch einmal alles in die Waagschale werfen wird, um dieses Ergebnis umzudrehen: „Die werden sicherlich etwas gutmachen wollen, das wird ein sehr schweres Spiel für uns.“ Doch mit der Aussicht den dritten Tabellenplatz schon frühzeitig unter Dach und Fach bringen zu können, wird das Team des VfL auch trotz der großen Reisestrapazen den Balingern alles abverlangen.

18:30 Uhr: ASV Hamm-Westfalen – ThSV Eisenach

Einen kleinen Funken Hoffnung auf den Klassenerhalt haben die Verantwortlichen beim ThSV Eisenach noch vor dem Gastspiel beim ASV Hamm-Westfalen.  Theoretisch ist der Verbleib in der Liga noch möglich, doch die Ausgangslage ist schwirig: Vier Punkte Rückstand hat der ThSV auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Das bedeutet, dass die Blau-Weißen die letzten beiden Saisonspiele gewinnen und gleichzeitig auf Patzer der Konkurrenz hoffen müssen.

Zuletzt taten sich die Wartburgstädter schwer die Nerven zu bewahren und Big Points im Kampf um den Klassenerhalt einzufahren. Besonders die Niederlagen gegen Hagen, Dessau und Hildesheim waren schmerzhaft.

Am Samstag kommt es zum nächsten K.O.-Spiel und das gegen ein Top-Team der Liga. Der ASV Hamm-Westfalen rüstet sich jetzt schon für die kommende Saison, in der die Westfalen unbedingt um den Aufstieg mitspielen wollen. Aktuell rangiert der ASV auf dem sechsten Tabellenplatz, leistete sich aber am vergangenen Spieltag ein 35:35-Remis beim Tabellenschlusslicht HG Saarlouis. Solch ein Ausrutscher soll dem Team von Trainer Kay Rothenpieler nicht noch einmal passieren: "Wir haben nach unserer Führung einige Fehler zu viel gemacht. Wir wissen, was wir am  Samstag gegen Eisenach in der WESTPRESS Arena besser machen müssen", blickt der Hammer Übungsleiter positiv auf sein Heimspiel. Sein Gegenüber Arne Kühr will indes aus der Drucksituation das bestmögliche Ergebnis herausholen und besonders mit Teamgeist punkten: „Wir wollen die bestmöglichste Leistung als Team zeigen. Wir werden letztmalig in dieser Besetzung zu einem Zweitbundesligaspiel auflaufen. Wir wollen, wenn es nicht zu verhindern ist, die Liga erhobenen Hauptes verlassen. Das sind wir uns, unseren Sponsoren und unseren Fans schuldig.“

Alles der Nichts – das Motto des Tradtionsclubs. Ob es nach dem Spieltag immer noch ein Fünkchen Hoffnung gibt, entscheidet sich ab 18:30 Uhr.

 

18:30 Uhr: HG Saarlouis – Wilhelmshavener HV

Am Samstagabend wird für die HG Saarlouis erst einmal das Kapitel Zweite Handball-Bundesliga in eigener Halle geschlossen. Schon seit einigen Spieltagen ist der Abstieg in die Drittklassigkeit für die Saarländer nicht mehr abzuwenden. Doch schon jetzt blicken die Spieler der HG nach vorne:Ich bin nicht hier, um in der 3. Liga nur mitzuspielen, sondern ich will vorne angreifen“, so Peter Walz nach seiner Vertragsverlängerung.

Doch zunächst einmal gilt es die Saison 2017/18 möglichst positiv zu beenden. Zum letzten Heimspiel empfängt die HG den Wilhelmshavener HV, der den Klassenerhalt noch nicht ganz sicher hat. Dafür fehlt den Nordlichtern noch ein Punkt aus den letzten beiden Spielen. Und den will das Team von Trainer Christian Köhrmann am liebsten schon aus dem Saarland entführen.

Doch HGS-Coach Philipp Kessler hat etwas dagegen: „Wir wollen unseren tollen Zuschauern einen ähnlichen Fight abliefern, wie letzte Woche, nur dieses Mal mit zwei Punkten, die bei uns bleiben sollen.“  Mit einem Sieg könnte sich Saarlouis versöhnlich aus der Liga verabschieden und so das Projekt Wiederaufstieg in der nächsten Saison angehen.

18:30 Uhr: HSC 2000 Coburg – TV Emsdetten

Ein einstelliger Tabellenplatz soll es am Ende der Saison für den TV Emsdetten sein. Nachdem der TVE furios in die Saison gestartet und lange Zeit Teil der Spitzengruppe der Liga war, liegt das Team von Daniel Kubes jetzt auf dem gewünschten neunten Tabellenplatz. Um den zu sichern sollte der TVE aber noch mindestens zwei Punkte einfahren, denn von hinten lauert die Konkurrenz aus Essen.

Doch der HSC Coburg hat in der heimischen HUK Coburg Arena keine Punkte zu verschenken. Derzeit liegt der HSC auf Tabellenplatz vier und hat vier Punkte Rückstand auf den Dritten Lübeck-Schwartau. Theoretisch ist es also noch möglich das Treppchen der Liga anzugreifen. Um diese Chance auch noch bis zum letzten Spieltag aufrecht zu erhalten, an dem die Mannschaft der Coburger aber zum Tabellenführer nach Solingen reist, müssen zwei Punkte gegen Emsdetten in der eigenen Halle behalten werden.

18:30 Uhr: VfL Eintracht Hagen – DJK Rimpar Wölfe

Es gibt gleich mehrere Gründe für die Spieler von Eintracht Hagen sich mit einem Sieg im letzten Heimspiel der Saison zu belohnen. Zum Einen Wiedergutmachung: Im Hinspiel setzte es eine deftige 17:28-Niederlage gegen die Rimparer Wölfe. Zum Anderen können die Grün-Gelben mit zwei Punkten noch den Sprung auf einen einstelligen Tabellenplatz schaffen und damit die erste Saison als Aufsteiger in die Zweite Liga krönen. Doch die Rimparer Wölfe werden die Eintracht vor eine schwierige Aufgabe stellen. Das weiß auch Hagens Trainer Niels Pfannenschmidt: „Rimpar hat ein sehr gutes Kleingruppenspiel, da hatten wir zuletzt größere Probleme mit. Das müssen wir in den Griff bekommen, es besser lösen.“ Insgesamt hält der 44-Jährige eine Menge von der Qualität der Würzburger, die er als eine sehr gut eingespielte Mannschaft mit einer sehr guten Deckung und einem starken Torhüter dahinter “ beschreibt. Sein Team muss gerade im Saisonendspurt noch einmal die Zähne zusammenbeißen. Mit Gaubatz, Renninger, Tubic und Konitz fallen gleich vier Spieler aus, die schon mit der Rehabilitation für die nächste Saison beginnen sollen. Für Rimpar geht es indes noch einmal um den Anschluss an die besten fünf Teams der Liga. Der Rückstand beträgt momentan zwei Punkte – ein realistisches Ziel für die Wölfe.

18:30 Uhr: HC Rhein Vikings – Bergischer HC

Ein besonderes Spiel findet am Samstagabend im Düsseldorfer Castello statt. Es ist Derbytime, denn die Rhein Vikings empfangen den Lokalrivalen vom Bergischen HC. Und nicht nur das: Mit dem BHC kommt auch der Zweitliga-Meister und die überragende Mannschaft der Saison. „Der BHC ist die beste Mannschaft der Liga, hat eine tolle Saison gespielt und steigt völlig verdient als Meister in die erste Liga auf“, ist auch Vikins-Trainer Ceven Klatt voll des Lobes.

Dennoch wollen die Vikings nicht schon vor der Partie die Flinte ins Korn werfen: „Wir werden alles geben, um dem BHC bestmöglich Paroli zu bieten. Wir wollen uns mit einer guten Leistung im letzten Heimauftritt verabschieden – nicht nur für unsere Fans, sondern auch für die vier Spieler, die uns nach der Saison verlassen werden“, so Klatt.

Für weitere Brisanz sorgen einige Personalien: Gleich vier Spieler der Vikings trugen in der vergangenen Saison noch das Trikot des BHC. „Natürlich kennen sich viele Spieler der beiden Teams untereinander. Aber während der 60 Minuten ruhen die Freundschaften, da wollen wir versuchen, zu gewinnen. Auch wenn jeder weiß, wie schwierig das wird“,  zeigt sich Alexander Oelze stellvertretend für alle hochmotiviert.

Doch auch die Bergischen Löwen wollen im letzten Auswärtsspiel ihrer herausragenden Saison noch einmal ihre beste Leistung abrufen. Dabei setzt Trainer Sebastian Hinze besonders auf das Tempospiel seines Teams. Von den Vikings erwartet er eine ganz andere Vorstellung als im Hinspiel. Dort setzte es eine deftige 28:34-Niederlge für die Düsseldorfer. „Die Vikings spielen inzwischen befreit auf. Gegen Emsdetten haben sie ein attraktives Spiel geliefert und auch auf Tempo gesetzt, was sie so die ganze Saison nicht gemacht haben. Das zeugt von Kreativität, die in der Mannschaft steckt“, freut sich Hinze auf spannende Partie.

18:30 Uhr: HC Elbflorenz 2006 – HSG Nordhorn-Lingen

Das letzte Heimspiel der Saison steht auch für den HC Elbflorenz an. Und dazu empfängt der noch junge Verein und Aufsteiger einen Klub mit großer Tradition. Die HSG Nordhorn erntete schon Lorbeeren auf internationaler Ebene und in der DKB Handball-Bundesliga. Derzeit müssen sich die Niedersachsen jedoch mit dem achten Tabellenplatz in der Zweiten Handball-Bundesliga begnügen.

Der HC Elbflorenz rangiert momentan auf dem elften Platz und konnte sich schon frühzeitig von allem Abschiedssorgen befreien. Mit zwei erfolgreichen Spielen könnte der Aufsteiger sogar noch ein Stück in der Tabelle klettern und gerade im letzten Heimspiel wollen sich die Dresdner mit einer guten Partie bei ihren Fans für die Unterstützung bedanken: „Mit Nordhorn kommt eine Mannschaft nach Dresden, die eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern besitzt. Nach der schlechten Leistung am vergangenen Wochenende, wollen und müssen wir uns definitiv in allen Belangen steigern. Natürlich ist es  noch einmal ein besonderer Anreiz, sich von den Fans mit einer guten Leistung in der ersten Saison in der 2. Handball-Bundesliga zu verabschieden. Denn auch die Fans haben einen riesen Anteil an der erfolgreichen Saison und das möchten wir gerne mit einem Sieg zurückzahlen“, gibt HCE-Linksaußen Julius Dierberg die Marschroute für die Partie vor.

 

18:30 Uhr: TuSEM Essen – HSG Konstanz

Normalerweise spielt der TuSEM Essen seine Heimspiele am Freitagabend oder Sonntagnachmittag. Eine ungewohnte Zeit also für Spieler und Fans der Rot-Weißen. Dennoch die Begeisterung „Am Hallo“ wird ungebrochen sein, denn der TuSEM kämpft in seinem letzten Heimspiel um den elften Heimsieg der Saison und möglicherweise auch um einen einstelligen Tabellenplatz.

Zu Gast ist die HSG Konstanz, die sich bereits mit dem Abstieg aus der Liga abfinden musste. 20 Punkte reichten nicht um den Klassenerhalt zu sichern. Dennoch steckt in der Mannschaft von Trainer Daniel Eblen enormes Potential, welches in der kommenden Saison in der Dritten Liga weiter ausgeschöpft werden soll.

Für Essen geht es wie für viele andere Teams der Liga darum sich mit einer guten Leistung von den Fans in die Sommerpause zu verabschieden. Dieses Ziel gibt auch TuSEM-Torhüter Sebastian Bliß vor der Partie gegen  das Team aus Konstanz aus: „Es ist jedes Mal ein unbeschreibliches Gefühl, zusammen mit meinen Teamkollegen und den Zuschauern im Rücken um die Punkte zu kämpfen! Mit bislang zehn Heimsiegen und zwei Unentschieden in 17 Spielen haben wir die Arena „am Hallo“ in dieser Saison wieder zu einer schwer einnehmbaren Festung gemacht. Gegen Konstanz wollen wir uns für die Niederlage im Hinspiel revanchieren. Dafür müssen wir alle zusammen abermals an unsere Leistungsgrenze gehen. Wenn wir Konstanz unsere Spielweise aufzwingen bin ich zuversichtlich, dass uns der 11. Heimsieg gelingen wird.“

18:30 Uhr: Dessau-Rosslauer HV – SG BBM Bietigheim

Das letzte Heimspiel der Saison steht auch für den Dessau-Rosslauer HV an. Und zu Gast ist kein geringerer als der designierte Vizemeister SG BBM Bietigheim. Frühzeitig konnte die SG BBM das Ticket für die DKB Handball-Bundesliga lösen. Der Dessau-Rosslauer HV kann ebenfalls sorgenfrei in die Partie gehen. Auf Rang 13 sicherten sich die Weiß-Blauen auch schon einige Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt.

Trotzdem ist das Team um Trainer Uwe Jungandreas noch gewillt vor den eigenen Fans dieses Liga-Schwergewicht und den klaren Favoriten ins Stolpern zu bringen: "Bietigheim ist Aufsteiger - ganz klar, dass das eine sehr schwere Aufgabe wird, da brauchen wir gar nicht drüber zu reden. Sie haben eine überragende Saison gespielt. Ihre größte Stärke ist, ohne Frage, ihr Tempospiel. Es ist das letzte Heimspiel der Saison und für uns geht es darum, uns vom Heimpublikum positiv aus der Saison zu verabschieden.", so der Trainer vor der Partie.

Schon im Hinspiel verpassten die Bieber nur knapp eine Überraschung als sie sich nur mit 29:32 geschlagen geben mussten. Ein ähnliches Ergebnis würde Dessau sicherlich schon zufrieden stimmen und vielleicht springt ja mit den eigenen Fans im Rücken noch ein wenig mehr heraus.

18:30 Uhr: Eintracht Hildesheim – EHV Aue

Einen Punkt benötigt der EHV Aue noch, um wirklich ganz sicher für die nächste Saison in der Zweiten Handball-Bundesliga planen zu können. Der THSV Eisenach hat auf dem ersten Abstiegsplatz zwei Punkte Rückstand auf den EHV , der auf Rang 14 liegt. Bei einem Punktgewinn könnte der ThSV nicht mehr an den Erzgebirglern vorbeiziehen.

Doch bei den bereits feststehenden Absteigern aus Hildesheim wird das keine leichte Aufgabe. Die Eintracht hat sich auf die Fahne geschrieben sich mit einem Sieg beim letzten Heimspiel in der Liga von den Fans zu verabschieden. „Auch wenn wir abgestiegen sind, wollen wir unser letztes Heimspiel unbedingt gewinnen und den Fans noch etwas bieten“, zeigt sich Hildesheims Rechtsaußen Maurice Lungela vor der Partie noch einmal hochmotiviert.

Trotz einiger Verletzungsprobleme will das Team von Trainer Gerald Oberbeck vor allem auch seinem Toptorschützen Savvas Savvas, der die Niedersachsen nach der Saison in Richtung Minden verlässt, mit einem Sieg verabschieden.

Foto: Bergischer HC

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