31.05.2019  2. Handball-Bundesliga

Lukas Saueressig (HBW Balingen-Weilstetten) im 2 HBL-Interview der Woche: "Wir wollen das Maximale."

Am vergangenen Wochenende machte der HBW Balingen-Weilstetten die Rückkehr in die DKB Handball-Bundesliga perfekt. Wir haben mit Lukas Saueressig, dem Shooting-Star der Gallier von der Alb, über die Saison, den Aufstieg und über seinen Lehrmeister Martin Strobel gesprochen.

Hallo Lukas, herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die DKB Handball-Bundesliga! Habt ihr schon ordentlich gefeiert?

Lukas Saueressig: Vielen Dank für die Glückwunsche und ja, das war die letzten Tage schon eine riesengroße Party. Ich denke, die Feierlichkeiten werden in den nächsten paar Wochen auch noch anhalten (lacht).

Habt ihr dem ASV Hamm-Westfalen schon ein paar Kisten Kaltgetränke als Dankeschön spendiert?

Lukas Saueressig: Nicht, dass ich wüsste. Aber das wäre vielleicht angebracht (lacht).

Ihr seid seit dem 20. Spieltag Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga. Zu Hause seid ihr seid mehr als einem Jahr ungeschlagen. Schildere uns doch mal eure Saison aus deiner Sicht.

Lukas Saueressig: Wir hatten mit 3:5-Punkten einen schwierigen Start und mussten uns in die Saison erst reinkämpfen. Hier haben uns unsere gewonnenen Heimspiele enorm geholfen. So sind wir in einen Lauf gekommen. Mit jedem Sieg ist das Selbstvertrauen gewachsen und dann hat sich das alles bis zum Schluss so entwickelt.

Was hat euch in dieser Saison besonders stark gemacht?

Lukas Saueressig: Unsere breite Bank hat uns auf jeden Fall sehr stark gemacht. Dadurch konnten wir immer mit viel Tempo agieren und auch die Ausfälle von beispielsweise Benny (Meschke, Anm. d. Red.) und Martin (Strobel, Anm. d. Red.) kompensieren.

Apropos Martin Strobel: In der Winterpause gab es bei euch einen großen Schock. Martin Strobel hat sich bei der Weltmeisterschaft das Kreuzband gerissen. Wie konntet ihr euren Kapitän kompensieren?

Lukas Saueressig: Das war ein großer Schock, das stimmt. Aber dadurch sind wir nochmal enger zusammengewachsen. Jeder musste nochmal eine Schippe drauflegen und auch mehr Verantwortung übernehmen. Wir haben im Training hart gearbeitet und Martin hat mit uns viel Rücksprache gehalten. Natürlich hat uns auch die Verpflichtung von Juan de la Peña dabei geholfen.

Wie nah ist Martin trotz seiner Verletzung an der Mannschaft dran?

Lukas Saueressig: Sehr nah. Am Anfang war er natürlich nicht in jedem Training dabei. Einmal pro Woche war er aber schon da und hat gerade mit uns Spielmachern viel geredet, ist mit uns das letzte Spiel durchgegangen und hat uns einige wertvolle Tipps gegeben.

Was hat er dir geraten?

Lukas Saueressig: Mir war wichtig, dass er mir in Sachen Spielsteuerung Tipps gibt. Da ist Martin einfach der beste Spieler in ganz Deutschland. Er hat mir gesagt, dass ich mir immer bewusst sein muss, wer gerade auf der Platte steht und welcher Spielzug für welchen Mitspieler geeignet ist. Er hat aber auch gesagt, dass ich meine individuellen Stärken wie mein Eins-gegen-Eins oder meinen Schlagwurf nicht vernachlässigen darf, sodass ich für den Gegner unberechenbarer bleibe.

Martins Pech war quasi dein Glück. Du hast mehr Spielanteile und mehr Verantwortung bekommen. Zwei Drittel deiner Tore hast du in der Rückrunde gemacht. Wie hat sich deine Situation aus deinen Augen verändert?

Lukas Saueressig: Ich wusste, dass ich nach Martins Ausfall mehr Spielanteile bekommen würde. Ich habe mir einfach gesagt, dass ich alles geben und dem Team so gut helfen werde, wie ich es kann.  Dass das dann so gut bei mir lief, das freut mich natürlich sehr.

Inzwischen bist du mit 21 Jahren Stammspieler beim Tabellenführer. Kannst du das alles realisieren?

Lukas Saueressig: Ich freue mich einfach mega über die aktuelle Situation. Natürlich ging das jetzt auch wegen Martins Verletzung alles ein bisschen schnell, aber realisieren tue ich das trotzdem. Das gehört meiner Meinung auch dazu: Dass ich mir immer wieder in den Kopf rufe, welche Rolle ich jetzt im Team habe und dass ich jetzt natürlich auch eine größere Verantwortung habe.

Der Aufstieg steht bereits fest. Die Saison ist aber noch nicht ganz zu Ende. Wie geht man die letzten zwei Spiele an?

Lukas Saueressig: Genau mit der gleichen Herangehensweise wie die Spiele davor auch. Gerade zu Hause möchten wir, dass die Serie hält. Wir sind das auch den Fans schuldig. Wir möchten ihnen einen Sieg zum Abschied schenken und danach zusammen feiern. Aber auch im letzten Spiel wollen wir das Maximale. Es geht immer noch um die Meisterschaft. Die wollen wir jetzt auch noch mitnehmen.

Worauf freust du dich nach der Saison am meisten?

Lukas Saueressig: Zuerst freue ich mich auf ein paar Tage Erholung (lacht). Das war eine extrem lange Saison. Nach den ersten zwei Wochen freue ich mich dann aber auch schon auf die nächste Saison in der DKB Handball-Bundesliga.

Und worauf freust du dich da am meisten?

Lukas Saueressig: Auf jedes einzelne Spiel. Ich habe noch nie in der DKB HBL gespielt. Das ist etwas ganz Besonderes für mich. Sich mit den Besten der Besten zu messen und in den berühmten Hallen wie in Kiel oder in Flensburg zu spielen – da werden Träume wahr.

Danke für das Gespräch.

Bild: Moschkon

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